Die Professoren Joseph Ratzinger und Peter Henrici kannten und schätzten einander. Ein Gespräch über gemeinsame Begegnungen, Hans Küng – und Henricis Intervention bei Papst Franziskus für einen guten Bischof in Chur.
Zwischen Benedikt XVI. und Franziskus gab es beim Thema Liturgie erhebliche Meinungsverschiedenheiten. So revidierte Papst Franziskus mit «Traditionis custodes» einen Beschluss zur Alten Messe von Benedikt. Dem Ex-Papst gefiel das gar nicht, berichtet Georg Gänswein.
Er war jahrelang der Mann an Benedikts Seite: Erzbischof Georg Gänswein (66). Auf die Frage, ob eine baldige Heiligsprechung von Papst Benedikt XVI. möglich sei, sagte Gänswein: «Ich glaube, dass es in diese Richtung gehen wird.»
Der Pastoraltheologe Josef Sayer warnt vor vorschnellen Urteilen über Joseph Ratzingers Verhältnis zur Befreiungstheologie. Die Widersacher seien vor allem das Opus Dei und die USA gewesen. 2007 habe Benedikt XVI. gesagt, die «Option für die Armen» sei in der Christologie grundgelegt. Dieser Satz habe «wie ein Blitz eingeschlagen».
Antonio Hautle (61) ist Ehemann, vierfacher Vater und Manager. Vor 33 Jahren hatte er andere Pläne: Kardinal Joseph Ratzinger weihte ihn mit weiteren Germanikern wie Agnell Rickenmann zum Priester. Fünf Jahre später zeigte sich der vermeintliche Panzerkardinal sehr pastoral: Er half Hautle bei der Laisierung.
Neujahrstag in Solothurn: Der Bischof von Basel, Felix Gmür, betet mit den Gläubigen für den verstorbenen Benedikt XVI. Ein Benedikt-Fan eilt nach dem Segen kurz nach vorne, um Bischof Felix Gmür zu danken. Im Gespräch würdigen die Gläubigen das Wirken des emeritierten Papstes.
Die letzte Beerdigung eines emeritierten Papstes liegt Jahrhunderte zurück. Der Vatikan betritt diese Woche Neuland. Ein lila Gewand hätte bedeutet, dass Benedikt XVI. wie ein emeritierter Bischof aufgebahrt wird. Rot indes steht für ein Papstgewand. Allerdings trägt Benedikt schwarze Schuhe – und nicht wie früher rote.
Der emeritierte Papst hatte seinen letzten Atemzug noch nicht getan, da lebte in den sozialen Medien die Debatte über seine Rolle im Missbrauchsskandal erneut auf. Sie wird auch nach seinem Begräbnis weitergehen.
Rücktritt am Rosenmontag, Sterbedatum Silvester – dem früheren Papst Benedikt XVI. wurde immer wieder ein subtiler Humor bestätigt. Durch seinen Tod ging das «alte» Jahr mit einem weiteren historischen Ereignis zu Ende.
Benedikt XVI. war scheu und doch zugänglich, jedenfalls kein «Panzer-Kardinal». Er konnte kein oberster Brückenbauer sein, doch sein Rücktritt zeugte von innerer Grösse. Ein Kommentar über einen zukunftsweisenden Theologen.
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