Kein Skandal erschütterte die Kirche in Polen zuletzt mehr: Ein männlicher Prostituierter wurde auf der Feier eines Priesters ohnmächtig. Medizinische Hilfe erhielt er zunächst nicht. Der Vatikan zieht Konsequenzen.
Der Rhythmus der Missbrauchsmeldungen im Bistum Basel schwächt sich ab. Das zeigen neuste Zahlen. Vorwärts geht es mit der Bearbeitung, den kanonischen Voruntersuchungen und den Strafverfahren zu den gemeldeten Fällen.
Im letzten Jahr musste die katholische Gemeinschaft «Sodalicio» zehn Mitglieder entlassen, und der Vatikan schloss ihren Gründer wegen Missbrauchsvorwürfen aus der Gemeinschaft aus. Nun ist definitiv Schluss mit der Gemeinschaft.
Die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche Italiens steht noch am Anfang. Nun hat das Bistum Bozen-Brixen als erste Diözese «Mut zum Hinsehen» bewiesen – und eine erste Studie vorgelegt.
Im vergangenen Jahr gab es erstmals Missbrauchsvorwürfe gegen Abbé Pierre (1912-2007), die einstige nationale Ikone Frankreichs. Ein neuer Bericht enthüllt nun weitere Vorwürfe.
Der emeritierte Weihbischof von Chur, Marian Eleganti, nimmt Stellung zu Missbrauchsvorwürfen gegen die Gemeinschaft «Familie Mariens». Er hat zwölf Jahre darin gelebt und sagt jetzt: «Ich habe das Problem immer nur bei den Gründervätern gesehen.»
Künftig müssen Priesteramtskandidaten in der katholischen Kirche psychologische Eignungstests ablegen, um ihre Befähigung für die Seelsorge unter Beweis zu stellen. Und auch, um potentielle Missbrauchstäter auszuschliessen. Simon Spengler von der Zürcher Kantonalkirche befürwortet diese «Psychotests», stellt aber klar, dass diese keine hundertprozentige Sicherheit garantieren können.
Fast 15 Jahre lebte François Robert (Name geändert) in der geistlichen Gemeinschaft «Familie Mariens», die auch in der Schweiz präsent ist. Deren Mitgründer Gebhard Paul Maria Sigl (75) wurde im November wegen geistlichen und psychologischen Missbrauchs von einem Kirchengericht verurteilt. Die «Familie Mariens» steht zudem unter Aufsicht. Doch die Massnahmen Roms genügen nicht, finden François Robert und weitere ehemalige Anhänger.
Der «Corriere del Ticino» hat in einem Bericht einen Priester mit Namen genannt, der vor Jahren wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt worden war. Das sei gerechtfertigt, urteilt der Schweizer Presserat. Es gelte, Transparenz zu schaffen, um ähnliche Taten zu verhindern.
Die Kirche von England kommt nicht zur Ruhe. Nach Veröffentlichung eines belastenden Untersuchungsberichts Anfang November stehen inzwischen mehrere anglikanische Bischöfe unter Druck.
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