Das Sakrament der Eucharistie

Euchristiefeier im Gottesdienst.

Das Sakrament der Eucharistie

Euchristiefeier im Gottesdienst.

«Während des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es den Jüngern und sagte: Nehmt und esst; das ist mein Leib. Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, gab ihn den Jüngern und sagte: Trinkt alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.» (Matthäusevangelium, Kapitel 26,26-28)

Zeichen und Handlungen

Die Eucharistiefeier ist zentraler Teil des katholischen Gottesdienstens. (Mehr)

Segensgebet bei der Gabenbereitung

Das letzte Abendmahl

Das jüdische Pessach, Bibel und Tradition haben die Eucharistie geprägt. (Mehr)

Gemälde von Leonardo da Vinci (1452-1519)

Leib und Blut Christi

Im Teilen des Brotes wird Christus als Zentrum des Glaubens gefeiert. (Mehr)

Die Kommunion austeilen

Die Feier der Eucharistie

Die Eucharistiefeier – zentraler Teil des katholischen Gottesdienstes

Das Wort Eucharistie stammt aus dem Griechischen und steht für Danksagung. Die Feier der Eucharistie ist ein eigenständiger Teil des katholischen Gottesdienstes und folgt auf den Wortgottesdienst mit Lesungen und Predigt.

Andere Begriffe für die Eucharistie sind Altarsakrament, Messfeier oder Heilige Kommunion.

Dem Sakrament der Eucharistie steht ein Priester vor.

Eucharistiefeier bei der Firmung in Martigny

«Tut dies zu meinem Gedächtnis»

In der Eucharistiefeier erinnert sich die versammelte Gemeinde an die Ereignisse vor dem Tod Jesu. Die Gaben von Brot und Wein werden auf den Altar gebracht und ein Priester spricht das Hochgebet.

Die biblischen Texte zum letzten Abendmahl sind nicht alle gleich formuliert. Im Lukasevangelium findet sich die Stelle «Tut dies zu meinem Gedächtnis» (Kapitel 22,19). Gemeint ist die gemeinsame Feier des Abendmahls und das Teilen von Brot und Wein. Dieser Ausspruch ist bis heute Teil des eucharistischen Hochgebets in der katholischen Kirche.

Das eucharistische Hochgebet ist ein Wechselgebet zwischen Priester und Gemeinde. Nach dem an die biblische Quelle angelehnten Einsetzungsbericht spricht der Priester: «Geheimnis des Glaubens.» Darauf antwortet die Gemeinde mit einem kurzen Antwortgebet, das den ganzen Glauben an das österliche Geschehen zusammenfasst: «Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.»

«Vater unser» und Friedensgruss

Im Verlauf jeder Eucharistiefeier wird das «Vater unser» als das bekannteste christliche Gebet gesprochen. Es geht zurück auf die Stelle in der Bibel, in der Jesus selber die Jünger gelehrt hat, so zu beten. Das «Vater unser» – in der reformierten Tradition wird es gleich wie der auf Deutsch übersetzte Bibeltext «Unser Vater» gebetet –, findet sich in den Evangelien nach Matthäus (Kapitel 6,9-13) und bei Lukas (Kapitel 11,2-4). Im Lukasevangelium bitten die Begleiter Jesus ausdrücklich darum, dass er sie lehrt zu beten. Das «Vater unser» wird darum auch das «Gebet des Herrn» genannt.

Das «Vater unser» im Matthäusevangelium (Kapitel 6,9-13)

So sollt ihr beten:
Unser Vater im Himmel,
geheiligt werde dein Name,
dein Reich komme,
dein Wille geschehe
wie im Himmel, so auf der Erde.
Gib uns heute das Brot, das wir brauchen!
Und erlass uns unsere Schulden,
wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben!
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern rette uns vor dem Bösen!

Das «Vater unser» im Gottesdienstgebrauch (Katholisches Gesangbuch)

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe
wie im Himmel
so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Im Anschluss an das Gebet wird vom Priester eine Friedensbitte gesprochen. Wie im «Vater unser» geht es auch dabei nicht darum, nur etwas für sich selbst zu erbitten. Aus der Glaubensüberzeugung, dass Gott ein Gott des Friedens ist, wird die ganze Gemeinde eingeladen, sich mit einem Händedruck gegenseitig ein “Zeichen des Friedens und der Versöhnung” zu geben.

Diese Geste wird oft über die Bankreihen hinaus nach vorne und hinten gemacht – und darf gerne durch ein Lächeln oder einen Wunsch begleitet werden!

Gebet im Gottesdienst

«Der Leib Christi»

Brot und Wein werden vom Priester am Altar den weiteren am Gottesdienst beteiligten Personen – Lektorinnen und Lektoren, Diakone, Pfarreiseelsorgerinnen und -seelsorger – gereicht. Danach findet die Einladung der Gläubigen zur Teilhabe am eucharistischen Mahl und die – in der katholischen Kirche in den allermeisten Fällen allein in der Form des Brotes – Kommunionspendung statt.

Bei der Kommunionspendung wird mit der Wendung «Der Leib Christi» die Anwesenheit von Jesus Christus im Zeichen des Brotes betont. Die Gläubigen antworten darauf mit dem Wort «Amen», das als Zustimmung und Bestätigung dieser Aussage gilt.

Da die Gaben Brot und Wein durch die Eucharistiefeier die dauerhafte Präsenz Jesu darstellen, wird mit den nicht ausgeteilten Hostien, aber auch mit Kelch und Schale sehr ehrfürchtig umgegangen. Die Hostien werden aus der Schale in ein Zimbulum, eine kelchartige Schale mit Deckel, getan und im Tabernakel aufbewahrt. Kelch und Schale werden noch im Gottesdienst sorgfältig gereinigt.  

Der Segen

Nach der Kommunion folgen einige Momente der Stille. Zum Abschluss des Gottesdienstes spricht und spendet der Priester den Segen im Namen des dreifaltigen Gottes: “Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist”. Die eigentliche Verabschiedung ist gleichzeitig eine Einladung, wenn nicht sogar eine Aufforderung, die an den Friedensgruss anknüpft: «Gehet hin in Frieden», oder «Gehet hin und haltet Frieden», was die Gemeinde mit «Dank sei Gott dem Herrn» beantwortet.

Katholische Traditionen

Eucharistische Anbetung

Im Christentum beten die Gläubigen zu Gott – dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Es werden keine Darstellungen Gottes oder von Heiligen angebetet.

Der Glaube an die dauerhafte Präsenz Jesu in der Gestalt der Hostie, des eucharistischen Brotes, lädt hingegen zu einer anderen Form des Gebetes ein. In der Hostie – meist in einer Monstranz  zwischen Glasscheiben aufbewahrt – gilt Jesus als gegenwärtig und kann angebetet werden.

In manchen Klöstern, aber auch in Pfarreien und an Wallfahrtsorten gibt es die Tradition der ewigen Anbetung: Hier wechseln sich Katholikinnen und Katholiken dabei ab, rund um die Uhr vor dem Allerheiligsten – dem in der Monstranz gezeigten Leib Christi – zu beten. In vielen Fällen wird dabei der Rosenkranz gebetet, der auch durch eigene Gebete ergänzt werden kann.

Ewige Anbetung in der Leonhardkapelle in Luzern.

Prozessionen

In katholischen, mehrheitlich ländlichen Gegenden werden bis heute am Fest Fronleichnam Prozessionen durchgeführt. Gruppen von Gläubigen, teils begleitet von Reiterinnen und Reitern, ziehen dabei über Land und beten wechselweise den Rosenkranz.

In diesen Gruppen wird – zu Fuss oder hoch zu Ross – eine Monstranz mitgetragen. Somit wird Gott bildlich aus der Kirche hinaus in die Welt der Gläubigen geführt. Typisch für dieses Fest ist auch, dass entlang den Prozessionswegen viele kleine Hausaltäre errichtet werden. Damit wird das durch die Gegend getragene Heiligtum geehrt.

Prozessionen wie Fronleichnam sind eine katholische Tradition, die vom deutschen Reformator Martin Luther vehement abgelehnt wurden. Das führte später im Alltag zu überaus fragwürdigen Begebenheiten, wenn reformierte Bauern an Fronleichnam extra Gülle auf ihre Felder fuhren… (Was Katholiken umgekehrt an Karfreitag machten, um die Reformierten zu ärgern.)

Fronchleichnam-Prozession in Freiburg

Eucharistischer Segen

Bei besonderen Gottesdiensten oder auch während Prozessionen kann ein Priester mit der Monstranz in der Hand den eucharistischen oder sakramentalen Segen spenden. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass es – durch die Präsenz Jesu im eucharistischen Brot – Gott selbst ist, der die Gemeinde oder die Landschaft segnet.

Tischgebete für zu Hause

Lange Zeit galt in vielen katholischen Familien das «Vater unser» als das traditionelle Tischgebet, oft gefolgt von einem «Gegrüsst seist du Maria». Im «Vater unser» wird nicht allein das eucharistische Mahl, sondern mit der Zeile «Unser tägliches Brot gib uns heute» ganz direkt die tägliche Nahrung angesprochen.

Tischgebet in der Familie

Hier einige Klassiker unter den Tischgebeten für Familien mit kleineren Kindern (da muss es ja vor dem Essen oft schnell gehen). Diese lassen sich auch beten, indem alle rund um den Tisch einander die Hände reichen:

Komm, Herr Jesus, sei unser Gast,
und segne, was du uns bescheret hast.

Für Speis’ und Trank,
Gott sei Dank!

Oder – auch gesungen – in Mundart:

Für Spiis und Trank
Für’s täglich Brot
Mir dankid dir o Gott

Kurze, meditative Gebete:

Alle guten Gaben,
alles, was wir haben,
kommt, o Herr, von dir.
Dank sei dir dafür!

Gott, durch Deine grosse Güte
und durch die Arbeit vieler Menschen
haben wir jeden Tag zu essen.
Dafür danken wir Dir von Herzen.
Gleichzeitig bitten wir Dich:
Gib, dass alle Menschen auf der Welt ihr tägliches Brot haben,
und keiner zu hungern braucht!
Amen.

Für alle zu essen.
Für alle den Frieden.
Für alle das Leben.
Für alle, Gott, deinen Segen.
Amen.