Fronleichnam

Bischof Charles Morerod

Fronleichnam

Bischof Charles Morerod

Am zweiten Donnerstag nach Pfingsten feiert die katholische Kirche das Fest Fronleichnam. Mit dem Fest erinnern die Katholiken an die Gegenwart Jesu im Sakrament der Eucharistie.

Der Name bedeutet übersetzt so viel wie «Fest des Leibes und Blutes Christi». Er leitet sich ab aus dem Althochdeutschen. Dabei steht «vron» für «Herr» und «licham» für «Leib».

Pfarrer Rafal Lupa an der Fronleichnamsprozession in Luzern | © Sylvia Stam
Was feiern wir an Fronleichnam?

Mit dem Fest erinnern die Katholiken an die Gegenwart Jesu im Sakrament der Eucharistie. In Prozessionen tragen Geistliche Monstranzen mit der als Leib Christi verehrten Hostie durch die Strassen.

Das Fest geht zurück auf eine Vision der Augustinernonne Juliana von Lüttich im Jahr 1209; sie wurde später heiliggesprochen. Mit einer Prozession wurde Fronleichnam erstmals in den 1270er Jahren in Köln begangen. In der Reformation entwickelte sich das Fest zu einem konfessionsscheidenden Merkmal. Luther bezeichnete es 1527 als «allerschädlichstes Jahresfest», dem die biblische Grundlegung fehle.

Der Gegensatz hat sich inzwischen abgeschwächt. Die heutige Sinngebung des Festes geht vom Bild des wandernden Gottesvolkes aus, dessen Mitte Christus ist, das «Brot des Lebens».

Fronleichnam ist gesetzlicher Feiertag in den überwiegend katholisch bevölkerten Kantonen Appenzell Innerrhoden, Jura, Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Tessin, Uri, Wallis und Zug sowie in bestimmten Gemeinden der Kantone Aargau, Freiburg, Graubünden, Neuenburg und Solothurn. (kna/sys)

Fragen und Antworten zum Fest Fronleichnam

Gottfried Bohl

Was ist Fronleichnam?

An Fronleichnam bringen die Katholiken öffentlich ihren Glauben zum Ausdruck, dass Gott in Brot und Wein mitten unter ihnen ist. Als sichtbares Zeichen wird eine reich verzierte Monstranz mit einer geweihten Hostie in feierlicher Prozession durch die Strassen getragen.

Fronleichnam ist das «Hochfest des Leibes und Blutes Jesu Christi» in der katholischen Kirche. Es steht in engem Zusammenhang zum letzten Abendmahl am Gründonnerstag. Nach kirchlicher Lehre hat Jesus dabei das Sakrament der Eucharistie eingesetzt, als er den Jüngern Brot und Wein reichte und die Worte sprach «Das ist mein Leib» und «Das ist mein Blut».

Wann wird Fronleichnam gefeiert?

Immer am zweiten Donnerstag nach Pfingsten. Der Tag soll an den Gründonnerstag erinnern. An diesem Tag selbst zu feiern, würde nicht zum stillen Charakter der Karwoche passen. In Städten und Ländern, in denen Fronleichnam kein gesetzlicher Feiertag ist, finden die Prozessionen oft am folgenden Wochenende statt. Auch Papst Franziskus feiert im Vatikan erst am Sonntag Fronleichnam.

Woher kommt der Begriff?

Fronleichnam hat nichts mit Tod oder Leichnam zu tun. Das Wort stammt aus dem Althochdeutschen. Dort steht «vron» für «Herr» und «licham» für «Leib».

In welchen Regionen der Schweiz ist Fronleichnam gesetzlicher Feiertag?

In den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Jura, Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Tessin, Uri, Wallis und Zug sowie in bestimmten Gemeinden der Kantone Aargau, Freiburg, Graubünden, Neuenburg und Solothurn.

Gibt es einen biblischen Ursprung?

Anders als bei Ostern, Weihnachten, Pfingsten und den meisten anderen Festen geht Fronleichnam nicht direkt auf die Bibel zurück. Eine enge Verbindung gibt es allerdings zum letzten Abendmahl, über das die Bibel berichtet.

Seit wann wird Fronleichnam gefeiert?

Papst Urban IV. führte das Fest 1264 offiziell für die ganze Kirche ein. Es geht zurück auf eine Vision der Augustinernonne Juliana von Lüttich im Jahr 1209. Etwa 1270 gab es erstmals eine Fronleichnamsprozession, und zwar durch die Strassen von Köln.

Mit welchem Brauchtum ist das Fest verbunden?

Am wichtigsten sind die oft prunkvollen Prozessionen, bei denen in der Regel auch die Kommunionkinder noch einmal in ihren festlichen Gewändern mitgehen. In vielen Gemeinden werden die Prozessionswege besonders geschmückt mit Fahnen, kleinen Altären und Blumen. In einigen Regionen gibt es farbenprächtige Blumenteppiche, die zum Teil mehrere hundert Meter lang sind. (kna/ft)

Mehr Informationen zum Fest finden Sie auch auf der Seite des Liturgischen Instituts.

Bücher zum Fest

Fronleichnam – Ein Fest in Bewegung

Guido Fuchs: Fronleichnam – Ein Fest in Bewegung | © Pustet Verlag

Einband: gebundenes Buch

Seitenzahl: 120

Reihe: Liturgie und Alltag

ISBN: 9783791719924

Verlag: Pustet Verlag


Impressionen

Trachten und Liturgie | © Sabine Rüthemann
Fronleichnams-Prozession in Freiburg. | Georges Scherrer
Fronleichnam in Luzern | © 2016 Sylvia Stam
Fronleichnam in Luzern | © Sylvia Stam
Fronleichnam in Luzern | © 2016 Sylvia Stam
Damen und Ritter des Ritterordens an der Fronleichnamsprozession in Luzern | © zVg
Fronleichnam in Luzern  | © Sylvia Stam
Nadine Brülisauer ist die Chefin der Täfelimeedle - an Fronleichnam führt sie die Tafelträgerinnen an. | © Ueli Abt