Seelsorge: Jurassische Kirchen lancieren ökumenisches Angebot in Pflegeheimen
Verlust der Selbstständigkeit, gesundheitliche Probleme, eine neue Umgebung. Menschen im Pflegeheim sind mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Im Kanton Jura gibt es für sie ein neues Angebot der katholischen und der reformierten Kirche, das in Zusammenarbeit mit dem Dachverband der Pflegeheime Curaviva Jura entstanden ist.
(cath.ch) Das neue Angebot der römisch-katholischen Kirche und der reformierten Kirche im Kanton Jura existiert seit Anfang August. Es richtet sich an alle Pflegeheime, die nicht der Struktur des «Hôpital du Jura» angeschlossen sind. Dort gibt es bereits eine eigene Spitalseelsorge.
Der neue Dienst verfügt über zweieinhalb Vollzeitstellen, aufgeteilt auf fünf Personen. Er soll eine Präsenz in den Pflegeheimen gewährleisten, die den Gegebenheiten vor Ort gerecht wird. Im April haben die Entscheidungsgremien der beiden Kirchen das Konzept genehmigt. Es ist Teil einer engen Zusammenarbeit mit dem medizinisch-sozialen Sektor im Kanton Jura, konkret mit Curaviva Jura, dem Dachverband der Pflegeheime im Jura.
Anlaufstelle für Bewohner, Angehörige und Pflegepersonal
Das Leben in einem Pflegeheim kann mit zahlreichen Herausforderungen verbunden sein: Verlust der Selbstständigkeit, sich verändernder Gesundheitszustand, Entfernung vom früheren Wohnort, Trauer um Verstorbene, Schwächung bestimmter Beziehungen oder die Anpassung an einen neuen Lebensort. Solche Erfahrungen können Sinnfragen aufwerfen.
Der neue Dienst möchte einen Raum für Begegnung und Austauschs bieten. Er richtet sich an die Bewohnerinnen und Bewohner, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit oder ihren persönlichen Überzeugungen. Er kann auch Anlaufstelle für Angehörige und, je nach Situation, für das Pflegepersonal sein.
Umfassende Betreuung
Die spirituelle Begleitung beschränkt sich nicht auf eine religiöse Praxis oder die Erfüllung eines religiösen Anliegens. Sie berücksichtigt den Menschen in seiner Gesamtheit: seine Geschichte, seine Ressourcen, seine Werte, seine Beziehungen, seine möglichen Überzeugungen und die inneren Fragen, die sein Leben prägen, heisst es in einer Pressemitteilung.
Der Dachverband der Pflegeheime und die Partnerinstitutionen seien sich bewusst, dass das Wohlbefinden eines Menschen sich nicht auf die körperlichen und materiellen Aspekte der Betreuung beschränkt. Gesundheit, zwischenmenschliche Beziehungen, Anerkennung, die Wertschätzung des Einzelnen, seine Werte und seine existenziellen Fragen bilden ein Ganzes.
Die Seelsorge stelle somit eine ergänzende Ressource für die Pflegeheime dar. Sie ermögliche, Menschen an eine Person zu verweisen, die im Zuhören und in der spirituellen Begleitung geschult ist. Hingegen ersetze sie weder die Arbeit der Pflegenden noch die der sozialen, psychologischen oder medizinischen Dienste. (Übersetzt aus dem Französischen und adaptiert von bal)
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