Am Mini-Fest Luzern | © DAMP/Madeleine Bischoff
Schweiz
Am Mini-Fest Luzern | © DAMP/Madeleine Bischoff

Maximale Vielfalt am Minifest

Luzern, 18.10.17 (kath.ch) Das «Minifest» Mitte September war ein Grosserfolg: 8000 Ministrantinnen und Ministranten besuchten den Anlass in Luzern. Das Miteinander und die Vielfalt, die am Fest zu erleben war, haben den Bundespräses von Jungwacht Blauring Schweiz animiert, sich Gedanken über die Vielfalt in der Kirche Schweiz und das Miteinander unterschiedlicher kirchlicher Organisationen und Angeboten Gedanken zu machen. Ein Gastbeitrag von Valentin Beck*.

Ganze 33 Jahre alt musste ich werden, bis ich zum ersten Mal ein Minifest miterleben durfte – besser spät als nie. Dass es ein gelungener, weil fröhlich-lebendiger Anlass werden würde, hat mich nicht weiter überrascht. Auch die tolle Organisation, die wohlwollenden Umgangsformen und die gegenseitige Hilfsbereitschaft hatte ich als optimistischer Mensch schon fast erwartet. Erstaunt hat mich jedoch eines: die Vielfalt, der man am Minifest begegnet ist. Dies gleich in mehrerlei Hinsicht.

Faszinierendes Nebeneinander an Dialekten – ein kleiner Ausschnitt Weltkirche

Zum Beispiel  das immer wieder faszinierende Nebeneinander an Dialekten – ein kleiner Ausschnitt Weltkirche.  Wirklich unterschätzt aber hatte ich, wie multikulturell das Pfarreileben der katholischen Kirche Schweiz mittlerweile geworden ist. Grob geschätzt – und mitbedacht, dass sich Migrationshintergrund nicht immer an Hautfarbe und Akzent ablesen lässt – war es rund ein Drittel.

Sind wir als Kirche uns dessen bewusst? Welche Konsequenzen ziehen wir daraus? Beklagen wir den – vermeintlichen? – Glaubens(-praxis-)verlust von Alteingesessenem oder freuen wir uns über multikulturell angeregte Neuentdeckungen?

All das in den Pfarrei-Alltag mitzunehmen, bedeutet eine grosse Herausforderung. Ein zugegeben kleiner, aber konkreter Anfang ist, dass Jungwacht Blauring seine neue Informations-Broschüre (z.B. für Eltern) in 13 verschiedenen Sprachen von Arabisch bis Tigrinja anbietet. In einem konfessionell offenen Kontext ist die (Glaubens-)Vielfalt selbstredend noch grösser.

Die Messehalle hatte ein fast so grosses Dach wie das der katholischen Kirche

Zurück zum Minifest, wo sich die Vielfalt auch in der kunterbunten Mischung von Angeboten zeigte: von reinen Spass-Ateliers über spielerisch verpackte pädagogische Elemente, beispielsweise zu Solidarität oder Nachhaltigkeit/Schöpfungsbewahrung, bis hin zu ausdrücklich spirituellen und liturgischen Gefässen war vorhanden.

Eindrücklich war auch die Spannbreite an präsenten kirchlichen Institutionen, die am Fest anzutreffen waren: Von Fastenopfer, dem Jugendbischof, Jungwacht Blauring (Jubla), der katholischen Pfadi bis hin zur Universität Luzern war alles da, was Namen und Rang (oder auch keinen) hat. Die Messehalle hatte ein fast so grosses Dach wie das der katholischen Kirche.

Die vielfältigen Angebote nicht gegeneinander ausspielen

Die faszinierendste Vielfalt aber zeigte sich bei den spielenden, lachenden, weinenden, gelangweilten, singenden oder sich umarmenden Teilnehmenden: Jedes Kind und alle Jugendlichen, ja und auch jede Begleitperson ist eine geheimnisvolle gottesebenbildliche Welt für sich. Wie augenscheinlich wichtig ist es angesichts dieser Vielfalt an Charakteren, Lebenssituationen und Bedürfnissen, dass auch die Angebote der kirchlichen Jugendarbeit vielfältig sind, dass sie nebeneinander Platz haben und nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Bei so viel Vielfalt kommt natürlich die Frage auf nach dem gemeinsamen Nenner. Nun, wer am Minifest mit dabei war, hat diesen gemeinsamen Nenner gespürt: im friedlichen, solidarischen und wohlwollenden Miteinander – das trotz oder gerade wegen aller Vielfalt von einem verbindenden jesuanisch geprägten Geist getragen war.

* Valentin Beck ist Bundespräses von Jungwacht Blauring Schweiz und war als freiwilliger Helfer am Minifest 2017 engagiert.

«Die Kirche muss die Jugend mehr befragen»

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