Medienwirksame Inszenierung des IZRS | © Sylvia Stam
Schweiz
Medienwirksame Inszenierung des IZRS | © Sylvia Stam

Islamischer Zentralrat weicht für Konferenz auf Istanbul aus

Zürich, 28.4.17 (kath.ch) Der umstrittene Verein «Islamischer Zentralrat Schweiz» (IZRS) wird seine Islamkonferenz in Istanbul abhalten, wie er am 28. April an einer Medienorientierung in Zürich bekannt gab. Die Veranstaltung hätte ursprünglich im «World Trade Center» in Zürich stattfinden sollen. Die Besitzer der Immobilie verboten den Anlass jedoch, weil Auftritte radikaler Refrerenten befürchtet wurden.

Die Konferenz «Islam Salam 2017» unter dem Motto «Longing for Peace» (Sehnsucht nach Frieden) wird am 7. Mai in Istanbul (Türkei) stattfinden. Ein Livestream mit Simultanübersetzung ind Deutsche überträgt das Geschehen auch in die Schweiz. Die Konferenz bleibe auf die Schweiz und den deutschsprachigen Raum ausgerichtet, sagte IZRS-Sprecherin Janina Rashidi vor den Medien. Zielpublikum ist laut Medienmitteilung (28. April) die muslimische und nicht-muslimische Öffentlichkeit der Schweiz und Mitteleuropas.

Notfalls Mikrofon abstellen

Alle Referenten hätten auch für den neuen Austragungsort zugesagt. Diese würde alle einen «Islam der Mitte» vertreten und seien dem IZRS alle bekannt, antwortete Rashidi auf die Frage einer Journalistin, wie der IZRS verhindern wolle, dass die Referenten radikales Gedankengut verbreiteten. Notfalls würde man ihnen den Strom des Mikrofons abstellen.

Die Konferenz findet in der Nähe des Flughafens Atatürk statt, die genaue Adresse werde «rechtzeitig publik gemacht», so die Medienmitteilung. Der Verein freut sich, dass somit mehr als die ursprünglich erwarteten 1000 Personen an der Konferenz teilnehmen können. Er verlost 100 Gratis-Tickets nach Istanbul.

Wo findet die Medienorientierung statt?

Die Konferenz hätte ursprünglich im «World Trade Center» in Zürich-Oerlikon stattfinden sollen. Die Pensionskasse BVK, der die Immobilie gehört, hatte den Anlass Anfang dieser Woche untersagt, nachdem der «Sonntagsblick» (23. April) berichtet hatte, dass radikale Muslime auf der Rednerliste stünden.

Auch für die Medienorientierung musste ein neuer Ort gefunden werden. Nachdem das Hotel St. Gotthard an der Bahnhofstrasse in Zürich diese kurzfristig ebenfalls untersagt hatte, wurde der neue Ort nicht mehr bekannt gegeben. Die Medienvertreter wurden stattdessen von einem IZRS-Mitglied an einer Tramhaltestelle beim Hauptbahnhof Zürich abgeholt und ins Hotel Continental geführt.

Zu Beginn der Medienorientierung verlas IZRS-Präsident Nicolas Blancho ein so genanntes «Plädoyer für die Auflösung der Grundrechte, so, wie ich sie kenne». Im Umgang mit Muslimen würden diese in der Schweiz zunehmend übergangen. Islamophobie sei kein Hirngespinst, sondern Realität. Sie sei die wirkliche Radikalisierung und gehöre bestraft. Blancho, Rashidi und Generalsekretärin Ferah Ulucay hatten zur Verdeutlichung am Anfang der Veranstaltung mehrere Minuten schweigend dagesessen, den Mund zugeklebt mit je einem Papierstreifen, auf denen die Begriffe «Meinungsfreiheit», «Versammlungsfreiheit» und «Religionsfreiheit» standen.

Der IZRS ist laut Einschätzung von Hansjörg Schmid, Leiter des Schweizerischen Zentrums für Islam und Gesellschaft an der Universität Freiburg (Schweiz), «eine relativ kleine Gruppe aktiver Muslime», wie er im November gegenüber kath.ch sagte. Ihr sei es mit der Selbstbezeichung «Zentralrat» gelungen, ein hohes Mass an Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Der Verein mit Sitz in Bern zählte anfänglich 26 Aktivmitglieder und 45 Passivmitglieder. Inzwischen besteht er nach eigenen Angaben aus 40 amtierenden Aktivmitgliedern und 3920 Passivmitgliedern (Stand November 2016). (sys)


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