Mort Rifkin (Wallace Shawn, li.), Sue (Gina Gershon) und Philippe (Louis Garell) verbindet nicht nur die Liebe zum Film © Frenetic Films
Filmtipp

Hat das Leben einen Sinn? – fragt Woody Allen in «Rifkin's Festival»

Der Filmdozent Mort Rifkin ist nicht nur ein Hypochonder, sondern auch ein gescheiterter Literat. Als die Beziehung zu seiner Frau in die Brüche zu gehen droht, muss er wegen akuter Herzprobleme eine Ärztin aufsuchen. Diese ist wundervoll und Mort muss sich nun existenziellen Fragen stellen…

Silvan Maximilian Hohl

Jesus war ein Mann der Arbeiterklasse. Warum ist er nicht am Tag der Arbeit auferstanden? Wer bin ich , was will ich und überhaupt: ist unser aller Leben nicht sinnlos? Solchen Fragen stellt sich der mürrisch-intellektuelle New Yorker Filmdozent und gescheiterte Autor Mort Rifkin, als er mit seiner Frau Sue an das Filmfestival von San Sebastián reist. Sie macht dort die Pressearbeit für den gefeierten Filmregisseur Philippe, zu dem sie sich immer mehr hingezogen fühlt.

Die wahren Leiden des Hypochonders

Die Angst um seine Beziehung und davor, ein gescheitertes Leben geführt zu haben, manifestieren sich beim Hypochonder Mort als Herzleiden. Deswegen sucht er die schöne Ärztin Jo auf. Schon bei der ersten Begegnung mit ihr sind alle Leiden verflogen. Es entsteht ein Spiel der Gefühle und Träumereien, welches das Ehepaar Rifkin vor grosse Herausforderungen stellt.

Die grossen Fragen in der Filmgeschichte gespiegelt

Wieder geht es um das Lieblingsthema des New Yorker Regisseurs Woody Allen. Um die Dysfunktionalität von Beziehungen. Mort ist gefangen in den Idealen des Existenzialismus der 60er-Jahre und träumt sich Tag und Nacht in die Filme von Bergman, Truffaut, Fellini und Godard. Dabei inszeniert Allen Szenen dieser Grossmeister neu, um den inneren Konflikt von Mort zu zeigen.

Allen geht den ganz grossen Fragen nach: Was ist der Sinn des Lebens und wer bin ich? Er stellt sich diese anhand der facettenreichen Charaktere. Auch wenn Allen keine Antworten findet, hat die Suche danach schon lange nicht mehr so viel Spass gemacht.

Silvan Maximilian Hohl, Filmemacher und Multimediaproduzent

«Rifkin’s Festival», USA/Spanien/Italien 2020; Regie: Woody Allen; DarstellerInnen: Wallace Shawn, Elena Anaya, Gina Gershon; Verleih Frenetic Films, Filmwebsite

Ab 30. Dezember 2021 im Kino

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30. Dezember 2021 | 05:00
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