Drei Kunsthistoriker wollen Forschung zu Klostergärten vorantreiben
Iris Becher sowie Barbara und Nicolaj van der Meulen haben den Verein Klostergärten Schweiz gegründet. Dieser soll Klostergärten dokumentieren und erforschen und deren Bedeutung für die Zukunft sichtbar machen.
Regula Pfeifer
Kürzlich wurde der Verein Klostergärten Schweiz gegründet. Dieser will Klostergärten dokumentieren, ihre Geschichte kritisch erforschen und ihre Bedeutung für die Gegenwart und Zukunft sichtbar machen. Das teilt der Verein am Donnerstag mit. Dank ihm erhalte ein bislang wenig erforschtes, konfessionsübergreifendes Kulturerbe eine gesamtschweizerische Plattform.
Laut Mitteilung erleben Klostergärten «gegenwärtig eine bemerkenswerte Renaissance. Sie stehen für Pflanzenwissen und Gartenkultur, Naturerfahrung, Ruhe und Spiritualität, zunehmend aber auch für Biodiversität, gemeinschaftliches Gärtnern und soziale Initiativen.» Gleichzeitig verändere sich im Umfeld der Klostergärten einiges. «Klostergemeinschaften werden kleiner, traditionelle Nutzungen verschwinden und neue Trägerschaften übernehmen Verantwortung.»
Systematische Bestandsaufnahme
Das erste grosse Vorhaben des Vereins ist das Projekt «Klostergärten der Schweiz». Es basiert auf einer Liste von über 120 Klostergärten in nahezu allen Kantonen. Diese soll überprüft, ergänzt und systematisiert werden; zugleich werden Kriterien für die Inventarisierung entwickelt und erprobt.
25 ausgewählte Anlagen werden vertieft untersucht und porträtiert. Auch verbreitete Vorstellungen darüber, wie ein «typischer» Klostergarten ausgesehen habe, sollen anhand historischer Quellen und konkreter Anlagen kritisch überprüft werden. Die Ergebnisse werden in der Publikation «Klostergärten der Schweiz» gebündelt. Über das Vorhaben werde laufend auf klostergärten.ch sowie in den Sozialen Medien informiert, heisst es.
Projektteam mit Erfahrung
Im Projektteam sind zwei Kunsthistorikerinnen und ein Kunsthistoriker, wie auf der Webseite nachzulesen ist. Sie bringen gemeinsam publizistisches, praktisches und wissenschaftliches Wissen mit. Iris Becher ist Autorin und Herausgeberin und seit Jahren im Schweizer Verlagswesen tätig – aktuell als Verantwortliche Lektorat und Herstellung beim Christoph Merian Verlag in Basel. Die Kuratorin und Kulturvermittlerin Barbara van der Meulen leitet seit 2015 den Kulturbereich im Kloster Dornach und seit 2019 dessen Klostergarten.
Nicolaj van der Meulen ist Professor an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel, die zur Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) gehört. Er hat zur Klosterkultur des 18. Jahrhunderts habilitiert und forscht zu Sakralkunst, Bildtheorie und kulinarischer Ästhetik. Dabei verbindet er die Geschichte sakraler Räume mit Fragen der Ernährung, Pflanzen- und Materialkultur.
Der Verein sucht weitere Mitglieder und unterstützende Institutionen und Organisationen. Weitere Informationen unter klostergärten.ch, Instagram, Linkedin
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