Fasten | © CC0 Piaxabey

Die Fastenzeit und ihre Bedeutung

Fasten | © CC0 Piaxabey

 

40 Tage vor Ostern beginnt im kirchlichen Kalender die vorösterliche Busszeit, auch Fastenzeit genannt. In dieser Zeit – Sonntage werden nicht gezählt – bereiten sich Gläubige auf Ostern als das Fest der Auferstehung von Jesus Christus vor. Die Kirche lädt dazu ein, sich erneut auf die Grundlagen christlicher Existenz zu besinnen. Daher stehen Busse und Umkehr, Gebet und Werke tätiger Nächstenliebe im Zentrum der Fastenzeit.

Die Fastenzeit vor Ostern

Fasten wird bei katholischen Christen auf individuelle Weise praktiziert, wobei die Kirche zwei strenge Fasttage – den Aschermittwoch und den Karfreitag – vorschreibt. Häufig ist bei den Gläubigen darüber hinaus ein Verzicht oder eine Reduktion bei Alkohol, Süssem, Fleisch sowie bei der Auto- oder Mediennutzung anzutreffen. Viele nutzen die Fastenzeit zudem zu verstärktem Bibellesen oder holen via E-Mail oder SMS spirituelle Tagesimpulse.

Eine breite Palette von Angeboten soll das bewusste Erleben der Fastenzeit fördern. Kirchliche Aktionen unterstützen eine Lebensstil-Änderung etwa beim Autofahren oder im Fleischkonsum, während Solidaritätsaktionen wie die “Fastensuppe” die Hilfe für Notleidende in den Blick nehmen.

Ökumenische Kampagne

In der Schweiz wird zur Fastenzeit in Pfarreien, Schulen und Bildungsangeboten das Jahresthema der Hilfswerke Fastenopfer (katholisch), Brot für alle (reformiert) und Partner sein (christkatholisch) behandelt. Dieses Jahr heisst die ökumenische Kampagne “Gemeinsam für starke Frauen. Gemeinsam für eine gerechte Welt”.

Das Fastenopfer-Säckchen | © Francesca Trento
Einen festen Platz hat in vielen Familien nach wie vor das Fastenopfer-Säcklein. Die schlicht gehaltene Papiertüte dient dazu, im Alltag immer mal wieder einen Beitrag einen Beitrag an die aktuellen Fastenopfer-Projekte zu leisten. Die Säcklein werden zusammen mit der Kollekte am 5. Fastensonntag oder am Palmsonntag in den Kirchen eingezogen.

 

Jetzt spenden: Fastenopfer

 

Auch Sakramenten und dem Gebet wird in der Fastenzeit besonderer Raum gegeben. Darunter finden sich erweiterte Möglichkeiten zur vorösterlichen Beichte, Kreuzweg-Andachten, Fastenmeditationen, Einkehrtage sowie in den Klöstern begleitetes Fasten und das Miterleben der Karwochen- und Osterliturgie.

Die Fastenzeit dauert dieses Jahre vom 6. März bis 18. April. Die Festlegung des Datums ist jeweils abhängig vom Zeitpunkt, an dem Ostern stattfindet.

Mehr zur Bedeutung der Fastenzeit (kathpress)

Von Aschermittwoch bis Karsamstag

 

Aschermittwoch, 6. März 2019

Am ersten Tag der Fastenzeit steht das Nachdenken über die irdische Vergänglichkeit im Fokus. In lateinisch wird dies «Memento mori» genannt. Der Aschermittwoch ist der ideale Ausgangspunkt zur Schärfung unserer Achtsamkeit im Umgang mit uns selbst, den Mitmenschen, Gott und der Schöpfung.

“Wann immer du in den Spiegel schaust” – Ein Beitrag von Rudolf Nussbaumer, Pfarrer von Steinen, zum Aschermittwoch 2019.

Palmsonntag, 14. April 2019

Palmzweig | © 2015 KNA
Der Palmsonntag wird eine Woche vor Ostern gefeiert. Er erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem (Matthäusevangelium 1-10). Mit dem Palmsonntag wird die Karwoche eröffnet, in welcher des letzten Abendmahls und des Todes Jesu gedacht wird. Der Evangelist Matthäus schreibt über den Ritt Jesu auf einem Esel vom Ölberg hinunter in die Stadt: «Viele Menschen breiteten auf dem Weg ihre Kleider aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf die Strasse.»

Die Liturgie beginnt mit einer Palmweihe; in der Schweiz werden dazu meist Buchsbaumzweige verwendet, im weiteren deutschen Sprachraum auch Stechpalmen und Weidenkätzchenbüschel. Nach deren Segnung folgt die Palmprozession.

Hoher Donnerstag, 18. April 2019

Am Abend des Hohen Donnerstags, auch Gründonnerstag genannt, feiert die katholische Kirche die Messe vom Letzten Abendmahl. Sie eröffnet die «Drei Österlichen Tage vom Leiden und Sterben, von der Grabesruhe und der Auferstehung des Herrn». Die drei Tage umfassen den Hohen Donnerstag, Karfreitag und Ostersonntag, der mit der Osternachtsfeier bereits am Samstag beginnt.

Karfreitag, 19. April 2019

Am Karfreitag versammeln sich die Gläubigen zur Feier vom Leiden und Sterben Christi. Meist ist sie am Nachmittag um 15 Uhr angesetzt, nach dem Matthäusevangelium die Todesstunde Jesu.

Der Sinn dieser Feier in der Mitte der drei Österlichen Tage kommt in der Antiphon, dem Kehrvers, zum Ausdruck, die während der Kreuzverehrung gesungen wird: «Dein Kreuz, o Herr, verehren wir, und deine heilige Auferstehung preisen und rühmen wir: Denn siehe, durch das Holz des Kreuzes kam Freude in alle Welt.»

«Es ist vollbracht» (Johannesevangelium 19,30) Am Karfreitag scheint die Zeit still zu stehen. Jesus ist tot. Sind wir jetzt alleine mit all dem, was uns bedrückt und traurig macht? Diese Frage gilt es auszuhalten.

Grabesruhe Von Karfreitag bis zur Osternachtsfeier werden in den katholischen Kirchen keine Glocken geläutet und auch die Orgel verstummt. Damit soll an die Grabesruhe nach dem Tod Jesu bis zur Auferstehung erinnert werden. Um die Gläubigen dennoch zu den Gebets- und Gottesdienstzeiten rufen zu können, werden an einigen Orten Lärminstrumente aus Holz, “Rätschen” oder “Klappern”, verwendet. (Hörbeispiel aus Flums mit Drei-Uhr-Stundenschlägen)

 

Karsamstag, 20. April 2019

Gott ist weg – er ist offline. Traditionell wird daran erinnert, dass Jesus Christus ins Reich der Toten hinabgestiegen ist. Doch nicht mehr lange. In dieser Nacht wird die Osterkerze angezündet. Es ist Zeichen für die Auferstehung. Die christliche Fastenzeit ist zu Ende.

In der Osternacht beginnt die Feier der Auferstehung (siehe Dossier «Ostern»).

Ausführliche Informationen zur Liturgie vom Hohen Donnerstag bis zur Osternacht finden sich beim Liturgischen Institut der deutschsprachigen Schweiz.

Geistliche Impulse

 

Genügsamkeit, die glücklich macht!

«Sie verkauften Hab und Gut und gaben davon allen, jedem so viel, wie er nötig hatte.» (Apostelgeschichte 2,45)

– Worauf können wir verzichten, um glücklich zu werden? Welche Dinge, Tätigkeiten kann ich weglassen, um Freiraum zu gewinnen?


Leben für alle!

Jesus spricht zu den Jüngern: «Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.» (Matthäusevangelium 10,8)

– Nutzen wir unsere Talente, damit für alle ein Leben in Fülle möglich wird.


Mehr Wertschätzung für unsere Nahrung!

In der Schweiz wird ein Drittel der produzierten Nahrung weggeworfen. Das entspricht der Ladung von 140’000 Lastwagen!

– Planen und lagern wir unsere Einkäufe gut und kochen mit Resten neue Gerichte. Die Organisation “Foodwaste” gibt Tipps, wie sich Essensabfälle vermeiden lassen.


Eine lebenswerte Welt auch in Zukunft!

«Dir und deinen Nachkommen gebe ich ganz Kanaan, das Land.» (Buch Genesis 17,8)

– Ein «Enkel-tauglicher» Lebensstil verlangt, dass wir mit unserem Planeten achtsamer umgehen! Aktuell setzt die stets wachsende Bewegung “Climatestrike” von Jugendlichen, die sich für Klimawandel einsetzen, hier starke Akzente.


Weniger Besitz für mehr Glück!

Konsum kann uns und die Umwelt belasten

– Tauschen und teilen ist eine Alternative zum Besitz. Dahinter steht aber auch eine Lebenshaltung.

Kalender und Bücher

Der Fastenkalender von Fastenopfer und Brot für alle trägt den Titel «Aufbruch in eine bessere Welt. Reisen und ankommen in der Fastenzeit».

Der Fastenkalender der kirchlichen Fachstelle Jugend im Kanton Solothurn “juse-so” richtet sich an junge Leute. Unter dem Titel “Das Glas ist halb voll”.

«Hand in Hand» heisst der Titel des Magazins «jumi», Religion und Kultur für Kinder, zum Fastenopfer-Thema.

Die Kinderzeitschrift “tut” vom Februar thematisiert Kinderrechte, speziell auch den Rechten von Mädchen.

Bücher zum Fasten und zur Fastenzeit im Herder Verlag

Medien zur Fastenzeit und zu Ostern bei der Fachstelle Relimedia

Weitere Feiertagsdossiers


 
 
 
 
 
 
 
 
 

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