Was mich bewegt – Der leise Beginn von neuem Leben
Fastenzeit, Palmsonntag, Hoher Donnerstag, Karfreitag, Osternacht: Die biblischen Texte rund um Ostern stellen mich immer wieder vor die Erfahrung, dass Gottes Heil nicht in einem gross inzenierten Spektakel beginnt, sondern im Kleinen, Unscheinbaren, Verborgenen. Der Auferstandene entzieht sich zunächst: Die Frauen erschrecken am leeren Grab (Joh 20,1–2), Maria Magdalena erkennt ihn nicht (Joh 20,14–15), die Jünger von Emmaus verstehen erst, «als er das Brot brach» (Lk 24,30–31). Auferstehung ist nach diesen Erzählungen kein abruptes Erkennen, sondern ein Prozess geistlicher Wahrnehmung. Die Tradition nennt dies epiphanisches Erkennen – ein Sehen, das aus der Begegnung entsteht.



