Harry Dean Stanton im Film «Lucky» von John Carroll Lynch © Locarno Festival
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Harry Dean Stanton im Film «Lucky» von John Carroll Lynch © Locarno Festival

Lucky klärt die grossen Fragen des Lebens

11.08.2017 – Harry Dean Stanton ist weltberühmt für seine Rolle in «Paris Texas» von Wim Wenders. Mit 90 Jahren ist er nochmals vor die Kamera gestanden und gibt den verschrobenen, aber lebenstauglichen Cowboy im Südwesten der USA. Mit «Lucky» hat ihm der junge Regisseur John Carroll Lynch ein Denkmal gesetzt. Der Film regt an zum Nachdenken über Leben und Tod.

Poesie und Politik am Locarno Festival

Der Auftritt der Dichterin Hissa Hilal im Tessin ist ein Politikum. Gilt doch in diesem Kanton bereits das berüchtigte «Burkaverbot». An der Weltpremiere des Films «The Poetess» in der «Semaine de la critique» am 8. August 2017 gab es politische Kontroversen, die jedoch weit am Anliegen des Films und dem Engagment der Poetin vorbeizielten. Es geht um viel mehr.
Hissa Hilal im Dokumentarfilm "The Poetess" © Locarno Festival, Stefanie Brockhaus und Andreas Wolff
Hissa Hilal im Dokumentarfilm «The Poetess» © Locarno Festival, Stefanie Brockhaus und Andreas Wolff

Mit dem Auto quer durch Nazareth

Vater und Sohn der Familie Shadi sind unterwegs in Nazareth, um Hochzeitseinladungen zu verteilen. Im Film «Wajib» von Annemarie Jacir wird eine Autofahrt zum politischen Kino.
Vater und Sohn im Film "Wajib" von Annemarie Jacir © Locarno Festival
Vater und Sohn im Film «Wajib» von Annemarie Jacir © Locarno Festival

Liebeserklärung an Mutter und Vater

Am 70. Filmfestival Locarno hat das Programm der Piazza Grande vielversprechend begonnen. Auffallend ist der starke Fokus auf Familienkonstellationen. Die französische Regisseurin Noémie Lvovsky erzählt von einer ungewöhnlichen Mutter-Tochter-Geschichte.
Muttter und Tochter im Film "Demains et tous les autres jours" von Noémie Lvovsky © Locarno Festival
Muttter und Tochter im Film «Demains et tous les autres jours» von Noémie Lvovsky © Locarno Festival

Heilige Familie im Kongo

Gleich zwei Einblicke in das Alltagsleben im Kongo: Die Berlinale ist eine aussergewöhnliche Gelegenheit, um die Lage in diesem zentralafrikanischen Land zu verstehen. Jenseits von Kriegsnachrichten wendet sich der Spielfilm «Félicité» dem Leben einer Sängerin in Kinshasa zu. Und der Dokumentarfilm «Maman colonel» zeigt die Pionierarbeit einer Polizei-Offizierin.
"Félicité" von Alain Gomis im Wettbewerb der Berlinale 2017 © Andolfi
«Félicité» von Alain Gomis im Wettbewerb der Berlinale 2017 © Andolfi

Bilder vom Paradies sind im Islam umstritten

Ein Blick in die algerische Gesellschaft aus der Perspektive einer jungen Journalistin: das bietet der Film «Tahqiq fel djenna» (Investigating Paradise) in einer präzisen und ästhetischen Art und Weise. Die Rede vom Paradies, wie sie in fundamentalistischen Predigten aufscheint, wird hier als «islamistische Pornographie» entlarvt.
"Investigating Paradise" von Merzak Allouache im Panorama der Berlinale 2017 © Merzak Allouache
«Investigating Paradise» von Merzak Allouache im Panorama der Berlinale 2017 © Merzak Allouache

Requiem für die Fahrenden

Wussten Sie, dass Django Reinhardt ein Requiem komponiert hat, in Erinnerung an die zahlreichen Opfer der Sinti und Roma im 2. Weltkrieg? Und dass der geniale Musiker des «Gypsy Swing» in die Schweiz floh, um der Gestapo zu entkommen? Das erste ist ein realer Fakt, das zweite eine fiktionale Tatsache. Dafür musste ich weit in den Norden reisen, bis an die gelungene Eröffnung des Filmfestivals von Berlin.
"Django" von Etienne Comar im Wettbewerb der Berlinale 2017 © Roger Arpajou
«Django» von Etienne Comar im Wettbewerb der Berlinale 2017 © Roger Arpajou

Papst Franzikus würde «Ja» sagen zum Atomausstieg

Es gibt wenige politische Themenfelder, in denen die katholische Kirche klar Partei ergreift. Neben der Flüchtlingspolitik ist dies vor allem die ökologische Nachhaltigkeit. Papst Franziskus hat sich in der vielbeachteten Enzyklika «Laudato si» deutlich positioniert. Es geht ihm bei der ökologischen Frage nicht nur um die Umwelt. Es geht wesentlich auch um Fragen der Gerechtigkeit. Aus diesem Blickwinkel lässt sich sagen: Papst Franziskus würde zur Frage des Atomausstiegs, die am 27. November 2016 dem Schweizer Volk zur Abstimmung vorgelegt wird, ein überzeugtes «Ja» einlegen.
Kernkraftwerk Gösgen im Abendlicht | © Barbara Ludwig
Kernkraftwerk Gösgen im Abendlicht | © Barbara Ludwig

«Ich als ‹Züribueb› freue mich über die Ausstrahlung von Religion in die Gesellschaft»

Beim Besuch des Dalai Lama in der Schweiz gibt es wieder einmal einen «diplomatischen Eiertanz». Sowohl in Bern als auch in Zürich tun sich die Stadträte schwer mit dem offiziellen Empfang des buddhistischen Oberhaupts. Alle wissen, dass die chinsesische Regierung Druck aufsetzt und kaum jemand getraut sich, hier öffentlich dagegenzuhalten. Pfarrer Christoph Sigrist ist eine löbliche Ausnahme. Er gibt sich als politischer Theologe. Diese interreligiöse und selbstbewusste Haltung scheint mir ein nachahmenswertes Modell zu sein.
Christoph Sigrist, Pfarrer Grossmünster Zürich | © 2016 Heks
Christoph Sigrist, Pfarrer Grossmünster Zürich | © 2016 Heks

Warum ich immer an Weihbischof Henrici denken muss, wenn ich das Reizwort «MEI» lese

Das Gezanke um die Umsetzung der «Masseneinwanderungs-Initiative» (MEI) ist für mich als politisch interessierten Staatbürger gar nicht mehr zum aushalten. Wer die Nationalratsdebatte am Mittwoch, 21.9.2016, verfolgt hat, kommt geradewegs zum Schluss, dass die gut Schweizerische Kompromiss-Politik im Mehr-Parteien-System an ihre endgültige Grenze gelangt ist. Bei dem Kürzel «MEI» muss ich immer an den emeritierten Weihbischof Peter Henrici denken, der in einem denkwürdigen Ausspruch seine Überzeugung zum Ausdruck gebracht hat: «Ich bin der Meinung, dass die SVP die einzige Partei ist, die ein guter Christ nicht wählen kann.» Dies hat bereits im 2005 für Wirbel gesorgt. Nach der Annahme der MEI und dem ganzen Umsetzungs-Gezanke bewahrheitet sich nun das Diktum des klugen Jesuiten.
Peter Henrici, emeritierter Weihbischof von Chur | © 2012 Georges Scherrer
Peter Henrici, emeritierter Weihbischof von Chur | © 2012 Georges Scherrer
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Charles Martig

Charles Martig ist Direktor des Katholischen Medienzentrums in Zürich. Als Leiter der Online-Publizistik ist er verantwortlich für den katholischen Newsroom, der unter der Marke kath.ch auftritt. Im Zentrum stehen die Themen Religion, Politik und Gesellschaft. Martig arbeitet zudem als Filmjournalist und publiziert regelmässig auf medientipp.ch. Schwerpunkte dieses Blogs sind Beobachtungen aus dem Alltag eines Medienprofis: Social Media, Public Relations, Medien, Film und Religion

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