«Félicité» von Alain Gomis im Wettbewerb der Berlinale 2017 © Andolfi
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«Félicité» von Alain Gomis im Wettbewerb der Berlinale 2017 © Andolfi

Heilige Familie im Kongo

13.02.2017 – Gleich zwei Einblicke in das Alltagsleben im Kongo: Die Berlinale ist eine aussergewöhnliche Gelegenheit, um die Lage in diesem zentralafrikanischen Land zu verstehen. Jenseits von Kriegsnachrichten wendet sich der Spielfilm «Félicité» dem Leben einer Sängerin in Kinshasa zu. Und der Dokumentarfilm «Maman colonel» zeigt die Pionierarbeit einer Polizei-Offizierin.

Bilder vom Paradies sind im Islam umstritten

Ein Blick in die algerische Gesellschaft aus der Perspektive einer jungen Journalistin: das bietet der Film «Tahqiq fel djenna» (Investigating Paradise) in einer präzisen und ästhetischen Art und Weise. Die Rede vom Paradies, wie sie in fundamentalistischen Predigten aufscheint, wird hier als «islamistische Pornographie» entlarvt.
"Investigating Paradise" von Merzak Allouache im Panorama der Berlinale 2017 © Merzak Allouache
«Investigating Paradise» von Merzak Allouache im Panorama der Berlinale 2017 © Merzak Allouache

Requiem für die Fahrenden

Wussten Sie, dass Django Reinhardt ein Requiem komponiert hat, in Erinnerung an die zahlreichen Opfer der Sinti und Roma im 2. Weltkrieg? Und dass der geniale Musiker des «Gypsy Swing» in die Schweiz floh, um der Gestapo zu entkommen? Das erste ist ein realer Fakt, das zweite eine fiktionale Tatsache. Dafür musste ich weit in den Norden reisen, bis an die gelungene Eröffnung des Filmfestivals von Berlin.
"Django" von Etienne Comar im Wettbewerb der Berlinale 2017 © Roger Arpajou
«Django» von Etienne Comar im Wettbewerb der Berlinale 2017 © Roger Arpajou

Papst Franzikus würde «Ja» sagen zum Atomausstieg

Es gibt wenige politische Themenfelder, in denen die katholische Kirche klar Partei ergreift. Neben der Flüchtlingspolitik ist dies vor allem die ökologische Nachhaltigkeit. Papst Franziskus hat sich in der vielbeachteten Enzyklika «Laudato si» deutlich positioniert. Es geht ihm bei der ökologischen Frage nicht nur um die Umwelt. Es geht wesentlich auch um Fragen der Gerechtigkeit. Aus diesem Blickwinkel lässt sich sagen: Papst Franziskus würde zur Frage des Atomausstiegs, die am 27. November 2016 dem Schweizer Volk zur Abstimmung vorgelegt wird, ein überzeugtes «Ja» einlegen.
Kernkraftwerk Gösgen im Abendlicht | © Barbara Ludwig
Kernkraftwerk Gösgen im Abendlicht | © Barbara Ludwig

«Ich als ‹Züribueb› freue mich über die Ausstrahlung von Religion in die Gesellschaft»

Beim Besuch des Dalai Lama in der Schweiz gibt es wieder einmal einen «diplomatischen Eiertanz». Sowohl in Bern als auch in Zürich tun sich die Stadträte schwer mit dem offiziellen Empfang des buddhistischen Oberhaupts. Alle wissen, dass die chinsesische Regierung Druck aufsetzt und kaum jemand getraut sich, hier öffentlich dagegenzuhalten. Pfarrer Christoph Sigrist ist eine löbliche Ausnahme. Er gibt sich als politischer Theologe. Diese interreligiöse und selbstbewusste Haltung scheint mir ein nachahmenswertes Modell zu sein.
Christoph Sigrist, Pfarrer Grossmünster Zürich | © 2016 Heks
Christoph Sigrist, Pfarrer Grossmünster Zürich | © 2016 Heks

Warum ich immer an Weihbischof Henrici denken muss, wenn ich das Reizwort «MEI» lese

Das Gezanke um die Umsetzung der «Masseneinwanderungs-Initiative» (MEI) ist für mich als politisch interessierten Staatbürger gar nicht mehr zum aushalten. Wer die Nationalratsdebatte am Mittwoch, 21.9.2016, verfolgt hat, kommt geradewegs zum Schluss, dass die gut Schweizerische Kompromiss-Politik im Mehr-Parteien-System an ihre endgültige Grenze gelangt ist. Bei dem Kürzel «MEI» muss ich immer an den emeritierten Weihbischof Peter Henrici denken, der in einem denkwürdigen Ausspruch seine Überzeugung zum Ausdruck gebracht hat: «Ich bin der Meinung, dass die SVP die einzige Partei ist, die ein guter Christ nicht wählen kann.» Dies hat bereits im 2005 für Wirbel gesorgt. Nach der Annahme der MEI und dem ganzen Umsetzungs-Gezanke bewahrheitet sich nun das Diktum des klugen Jesuiten.
Peter Henrici, emeritierter Weihbischof von Chur | © 2012 Georges Scherrer
Peter Henrici, emeritierter Weihbischof von Chur | © 2012 Georges Scherrer

Jesus hat nichts über die «Grüne Wirtschaft» gesagt ... und doch ist sie aus katholischer Sicht wichtig

In meiner Auffassung von Theologie gehören Religion und Politik zusammen und müssen sich gegenseitig beinflussen. Deshalb wende ich mich vor dem Abstimmungssonntag der Inititative «Grüne Wirtschaft» zu und der Frage, wie wir als Gesellschaft moralisch handeln können. Angesichts der Bedrohung, die wir mit dem Klimawandel für zukünftige Generationen hinterlassen, gibt es dringenden Handlungsbedarf. Und um die Verantwortlichen des Bistums Chur zu beruhigen gebe ich gleich am Anfang zu: Jesus hat nichts über die «Grüne Wirtschaft» gesagt.
Mythen, Schwyz | © Sylvia Stam
Mythen, Schwyz | © Sylvia Stam

Gerhard Pfister im Lager der Scharfmacher?

Mein Blogbeitrag zu Natalie Rickli auf der «Anti-Service-Public-Mission» hat heftige Reaktionen ausgelöst. Damit kann ich gut umgehen, weil ich weiss, wie die Spielregeln in der Medien-Arena funktionieren. Sehr interessant sind nun aber die Reaktionen von Medienleuten und Politikern auf den Artikel im Sonntags-Blick. Gerhard Pister von der CVP liess sich am gleichen Tag hinreissen, einen «Hassprediger-Tweet» auf seinem Twitter-Kanal zu verteilen. Ein Zufall?
CVP-Präsident Gerhard Pfister | © zVg
CVP-Präsident Gerhard Pfister | © zVg

Natalie Rickli auf der «Anti-Service-Public-Mission»

Schweizer Medienpolitik ist derzeit ein Kampffeld für Privatisierer und Zerstörerinnen. Paradebeispiel ist dabei die aktuelle Service-public-Debatte, die ich berufshalber verfolge. Nachdem der Bundesrat Mitte Juni seinen Bericht zum medialen Service public veröffentlicht hat, debattierte nun die Nationalratskommission KVF über das Sachgeschäft. Pikant dabei ist, dass ausgerechnet die SVP-Nationalrätin Nathalie Rickli diese wichtige Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen präsidiert. Mit der Interessenbindung an ein privates Medienunternehmen kann sie als zerstörerische Kraft gegen die öffentlich-rechtlichen Medien verstanden werden.
Nathalie Rickli | © parlament.ch
Nathalie Rickli | © parlament.ch

Meine Perlen aus dem Programm des Filmfestivals Locarno

In 10 Tagen habe ich genau 36 Filme geschaut. Hinzu kamen spannende Jury-Diskussionen, das Führen von Interviews und der Empfang der Kirchen auf dem Filmfestival von Locarno (3.–13.8.2016), an dem auch Bischof Valerio Lazzeri von Lugano und Pfarrer Gottfried Locher vom SEK teilnahmen. Was von dieser Erfahrung bleibt, sind eine schöne Anzahl von Perlen, die […]
Charles Martig | © Christian Murer 2016
Charles Martig | © Christian Murer 2016
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Charles Martig

Charles Martig ist Direktor des Katholischen Medienzentrums in Zürich. Als Leiter der Online-Publizistik ist er verantwortlich für den katholischen Newsroom, der unter der Marke kath.ch auftritt. Im Zentrum stehen die Themen Religion, Politik und Gesellschaft. Martig arbeitet zudem als Filmjournalist und publiziert regelmässig auf medientipp.ch. Schwerpunkte dieses Blogs sind Beobachtungen aus dem Alltag eines Medienprofis: Social Media, Public Relations, Medien, Film und Religion

Im Blog von Charles Martig

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