Die Kirchenrechtlerin Patrizia Cattaneo engagiert sich für Missbrauchsopfer im Bistum Lugano. Die Verhaftung von D.L. habe Schock, Enttäuschung und Wut ausgelöst, sagt sie. Gerade weil der Mann als Hoffnungsträger galt. Bischof Alain de Raemys Vorgehen lobt sie.
Sie konvertierte von der reformierten zur römisch-katholischen Kirche und trat ins Kloster Mariazell Wurmsbach in Rapperswil-Jona ein. Nach fünf Jahren kam es zum Bruch. Was das bedeutet hat, erklärt Sara Kissling im Podcast «Laut + Leis»:
Die konvertierte Katholikin Sara Kissling hat fünf Jahre im Kloster Mariazell Wurmsbach gelebt. Nun wirft sie den Ordensfrauen «spirituellen Machtmissbrauch» vor. Die Kommunikationsverantwortliche sagt, das Kloster nehme Rückmeldungen ernst.
Mitte Juli sorgten Missbrauchsvorwürfe gegen den populären Ordensmann Abbé Pierre über Frankreich hinaus für Entsetzen. Der Armenpriester beging offenbar auch in der Schweiz sexuelle Übergriffe, er verging sich 1988 an einer Journalistin in Genf.
Der Bischof von Basel, Felix Gmür, erklärt, was die Begegnung mit Missbrauchsbetroffenen auslöst. Ihnen zuzuhören nehme sehr mit. Das habe er in der Bischofskonferenz und im Bischofsrat miterlebt.
Der französische Politologe und Soziologe Josselin Tricou hätte sich für die Schweiz eine ähnlich umfassende Missbrauchsstudie wie in Frankreich gewünscht. Womöglich wollten die Bischöfe keinen Schock erleben, meint der Forscher an der Uni Lausanne.
Der Nationalrat hat am Mittwoch mehrere Vorstösse betreffend Missbrauch angenommen. Diese fordern ein standardisiertes und verbindliches Schutzkonzept für Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. Kritische Stimmen sehen darin ein Manöver, das auf die katholische Kirche abzielt.
Sie konvertierte von der reformierten zur römisch-katholischen Kirche, trat in ein Kloster ein und wieder aus. Weshalb Sara Kissling eine überzeugte Katholikin ist und Theologie studiert, erzählt sie im Podcast «Laut + Leis».
Bischof Joseph Maria Bonnemain ist seit mehr als 20 Jahren engagiert gegen Missbrauch in der katholischen Kirche – im Rahmen der Schweizer Bischofskonferenz. Nun fragt sich der Bischof von Chur, wie es so weit kommen konnte – und sät Hoffnung.
Im Bistum Lugano könnte mit der Publikation der Missbrauchs-Pilotstudie eine Wende passiert sein. Erstmals gibt es etwas mehr Meldungen zu mutmasslichen Übergriffen – was bedeutet, dass nun mehr Betroffene diesen Schritt wagen. Im Bereich Prävention wurde vor allem die Laienorganisation «Azione cattolica» aktiv. Ein Beitrag zur Serie «Ein Jahr nach der Missbrauchs-Pilotstudie».
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