Weniger Wachstum, mehr Tiefgang: GCL Schweiz setzt neue Prioritäten
Familien stärken, Gruppenleitende ausbilden und Kräfte bündeln: Das Leitungsteam der Gemeinschaft Christlichen Lebens (GCL) Schweiz hat bei einer Retraite in Freiburg seine Schwerpunkte für die kommenden Jahre festgelegt.
Sabine Zgraggen
Die Gemeinschaft Christlichen Lebens (GCL) ist eine ökumenisch offene, international vernetzte christliche Laiengemeinschaft in ignatianischer Tradition. Ihre Wurzeln reichen zu den 1563 gegründeten Marianischen Kongregationen zurück; seit 1967 trägt die erneuerte Bewegung ihren heutigen Namen.
Im Mittelpunkt steht die «Unterscheidung der Geister»: Menschen lernen, ihren Alltag, ihre Entscheidungen und ihren Glauben miteinander zu verbinden.
Zwei Leuchtturmprojekte
Am 10. und 11. Oktober traf sich das vierköpfige GCL-Leitungsteam im Ursulinenkloster Freiburg zur strategischen Standortbestimmung. Dabei wurden zwei Prioritäten bestimmt: Erstens sollen junge Familiengruppen geistlich und organisatorisch begleitet und auch finanziell unterstützt werden. Beim jüngsten Familientreffen kamen neun Familien zusammen.
Bewusst auf manches verzichten
Zweitens will die GCL Interessierte für die Begleitung bestehender Gruppen gewinnen und ihnen Weiterbildungen ermöglichen. Fördern will sie zusätzlich die Ausbildung in Exerzitienbegleitung.
Zur Strategie gehört ebenso, sich nicht zu überladen. Vorerst geht es nicht um Gründungen von Gruppen in sämtlichen Kantonen. Mit der bisherigen Homepage zeigt man sich zufrieden, ein eigenes Marketingkonzept kann warten.
Da das Leitungsteam in der Schweiz verteilt ist, will man neu drei statt vier ganztägige Leitungstreffen pro Jahr. Anfragen aus dem europäischen und weltweiten Netzwerk sollen unkompliziert im Mandat zweier Mitglieder beurteilt werden. Die rund 100 aktiven Mitglieder in 14 Gruppen sollen weiterhin über den Newsletter gut informiert bleiben. Entscheidend sei, bestehendes Leben zu stärken, statt Wachstum zu erzwingen. Was lebt, lebt und wird gefördert.
Gemeinschaft gegen Vereinzelung
Im Austausch über die «Zeichen der Zeit» benannte das Leitungsteam eine doppelte Sehnsucht: nach innerer Tiefe und zugleich die Scheu vor Verbindlichkeit. Leistungsdruck, digitale Überforderung und Zukunftsängste machen tragfähige Gemeinschaften umso wichtiger.
Die GCL möchte Brücken zwischen der Deutsch- und Westschweiz, zwischen Kulturen und Generationen schlagen. Ihre regionalen Gruppen können als kleine «Hauskirchen» auch das Leben der Pfarreien ergänzen.
Glaube und Gemeinschaft
Die Ausrichtung tragen Präsidentin Esther Menge, Gruppenkoordinator Didier Reynaud, Raffaello Müller (Eurolink/internationale Beziehungen) und die kirchliche Assistentin Schwester Marie-Brigitte Seeholzer. Ihr gemeinsames Signal aus Freiburg: Für die Zukunft der GCL Schweiz zählen nicht möglichst viele Mitglieder, sondern gelebter Glaube und die weltweit verbundene geistliche Gemeinschaft.
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