Kathedrale von Sitten
Schweiz

Bistum Sitten: Taufvorbereitung und Ehevorbereitung werden kostenpflichtig

Im Bistum Sitten müssen Taufbewerber und Brautpaare seit Beginn des pastoralen Jahres 2026 für die Vorbereitung auf die Taufe beziehungsweise die Ehe bezahlen. Das Bistum kann die administrativen und logistischen Kosten, die durch den starken Anstieg der Taufbewerber und Heiratswilligen entstanden sind, nicht mehr allein tragen.

Bernard Hallet, cath.ch

Taufbewerber über 16 Jahre und Erwachsene, die sich auf die Firmung vorbereiten, müssen künftig 30 Franken bezahlen. Für Brautpaare, die sich vor Gott das Ja-Wort geben wollen, wird eine Pauschale von 200 Franken erhoben.

Darüber informierte das Bistum die Seelsorgenden in der Oktober-Ausgabe seines Newsletters InfoSion. «Diese Entscheidung muss vor dem Hintergrund der finanziellen Lage des Bistums gesehen werden, die keine neuen Anstellungen zulässt», begründet das Bistum den Schritt.

Neue Kommission für die Taufvorbereitung

Das Bistum weist darauf hin, dass 2025 insgesamt 44 Erwachsene sowie 66 Kinder und Jugendliche im Schulalter getauft wurden. Zudem empfingen 73 Erwachsene die Firmung. Diese erfreulichen Zahlen wirken sich auch auf die Bearbeitung der Dossiers aus. «Wie bereits im Sommer angekündigt, muss das Bistum angesichts des starken Anstiegs der Anmeldungen zusätzliche Ressourcen mobilisieren», erklärt Camille Vianin, der für die Taufvorbereitung zuständig ist.

Zu diesem Zweck wurde kürzlich die Diözesankommission für die Taufvorbereitung (CODICA) als neue Vereinigung gegründet. Sie soll die Beiträge der Taufbewerber entgegennehmen.

Florence und Casimir Gabioud, die für die Familienpastoral verantwortlich sind, erklären, dass die 200 Franken der Brautpaare zur Deckung der administrativen Kosten sowie der Auslagen der Paare dienen, die die Ehevorbereitungswochenenden (CPM) gestalten. «Es geht nicht darum, sie zu bezahlen, sondern ihnen ihre Auslagen zu vergüten», präzisiert Casimir Gabioud. Dazu gehörten etwa Kosten für die Kinderbetreuung, die Anreise zu den Wochenenden und die Teilnahme an Weiterbildungskursen.

Entschädigung für ehrenamtliche Kursleitende

«Bisher war Jean-Hugues Sepey, der für die Ehevorbereitung zuständig ist, mit einem Pensum von 15 Prozent angestellt, das von den Pfarreien der Stadt Sitten finanziert wurde», erklärt Casimir Gabioud. Sein Zuständigkeitsgebiet habe sich inzwischen über die Sittener Pfarreien hinaus erweitert. Nach seinem Weggang sei seine Stelle weder von den Pfarreien noch vom Bistum ersetzt worden.

Eine Frau empfängt die Erwachsenentaufe.
Eine Frau empfängt die Erwachsenentaufe.

Die neue Abgabe wird von der Wohnsitzpfarrei der künftigen Eheleute entrichtet und kommt zu den 250 Franken hinzu, die die Brautpaare bereits für die Teilnahme an einem Ehevorbereitungswochenende bezahlen. Auch Portugiesen oder Franzosen, die in der Schweiz leben, sich hier auf die Ehe vorbereiten, aber in ihrem Herkunftsland heiraten, sollen sich an den Kosten beteiligen. «Es ist normal, dass sie sich an den Kosten beteiligen», sagt Casimir Gabioud.

78 Paare nahmen an der Ehevorbereitung teil

Im Jahr 2026 nahmen nach seinen Angaben 78 Paare an der Ehevorbereitung teil; 72 davon heirateten. Angeboten wurden unter anderem ein Alpha-DUO-Kurs sowie sechs Ehevorbereitungswochenenden in Bex, Martigny und Sitten. Sieben ehrenamtliche Paare engagierten sich in der Begleitung der Brautpaare. Ergänzt wurde das Team an fünf Wochenenden durch drei Priester.

«Dass die Zahl der Taufbewerber und der Teilnehmenden an den Ehevorbereitungskursen steigt, ist eine gute Nachricht», sagt Pierre-Yves Maillard, Generalvikar des Bistums Sitten, gegenüber cath.ch. Gleichzeitig sei dadurch tatsächlich ein Mehraufwand entstanden. Mit den Beiträgen der Taufbewerber könne eine freiwillig engagierte Person für ihre Auslagen entschädigt werden. Sie soll Camille Vianin bei administrativen Aufgaben unterstützen.

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Ob sich dieses Finanzierungsmodell auf weitere Bereiche des Bistums ausweiten wird, ist offen. «Das wird sich zeigen», sagt Maillard. Derzeit gebe es dazu keine Überlegungen. Bei der Tauf- und Ehevorbereitung habe jedoch rasch eine Lösung gefunden werden müssen. (Adaptiert von woz)


Kathedrale von Sitten | © Jacqueline Straub
17. Oktober 2026 | 17:00
Lesezeit : ca. 2  Min.
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