Fans im Prinzenparksstadion in Paris 2025 (AP Photo/Aurelien Morissard)
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Warum ein katholischer Heiliger in der Fussball-Championsleague mitspielt

Heilige sind herausragende Zeugen des christlichen Glaubens. Das macht sie auch als Namensgeber attraktiv. Ein Heiliger aus Frankreich taucht sogar in der Fussball-Championsleague auf und gibt derzeit viel zu reden.

Wolfgang Holz

Pee-Es-Schee: Diese drei Laute haben aktuell wieder Konjunktur. Steht doch der französische Hauptstadtklub und Championsleague-Titelverteidiger Paris St. Germain aktuell im Halbfinale der renommierten Königsklasse, der besten Fussballklubs in Europa. Wobei das «Schee» nicht nur den französischen Buchstaben «G» phonetisch wiedergibt, sondern unbewusst auch als die faszinierend ästhetische Spielweise dieses Pariser Fussballteams verstanden werden kann. «Schee» wie das deutsche «schön» eben.

Heiliger Germanus

Und nicht nur das. Denn im Namen von PSG – Paris St. Germain – taucht auch der Namen eines französischen Heiligen auf: «St. Germain» steht Französisch für «Heiliger Germanus» beziehungsweise Heiliger German.

Der Heilige Germanus, Bischof von Paris, von Jean Le Tavernier um 1450
Der Heilige Germanus, Bischof von Paris, von Jean Le Tavernier um 1450

Dieser sakrale Anstrich im Klubnamen wirkt nicht unpassend, wenn man, wie jüngst beim 5:4-Sieg der Pariser Mannschaft über Bayern München im Halbfinale-Hinspiel* im Stadion «Parc des Princes» sieht, wie Doppeltorschütze und Weltfussballer Ousmane Dembele, seines Zeichens Muslim, vor dem Match in sich ging und betete. Oder wie der andere Pariser Doppeltorschütze, der Georgier Khvicha Kvaratskhelia, sich nach seinen Toren auf orthodoxe Weise jeweils bekreuzigte.

Bischof von Paris

Doch zurück zum Heiligen Germanus. Der Name bezieht sich auf den Bischof Germanus von Paris (550–576). Er wurde 496 nach Christus bei Autun geboren und starb am 28. Mai 576 in Paris – dieses Datum ist gleichzeitig sein katholischer und orthodoxer Gedenk- und Todestag. Er ist ein Heiliger der römisch-katholischen Kirche. Er war von 550 bis 576 der 20. Bischof von Paris.

Germanus’ Eltern waren ein gewisser Eleutherius, ein wohlhabender Gallorömer, und dessen Gemahlin Eusebia. Bereits als Kleinkind versuchte sein Cousin Stratidius ihn wegen Erbstreitigkeiten zu vergiften, doch aus Versehen trank seine Dienerin das Gift. Germanus lebte als junger Erwachsener in Autun zuerst als Eremit, bevor er im Jahr 530 zum Priester geweiht wurde. Zehn Jahre später wurde er Abt von Saint-Symphorien in Autun, wieder zehn Jahre später (550) Bischof von Paris. Er war ein beliebter Prediger, dessen Einsatz insbesondere den Gefangenen galt.

Benediktinerkloster Saint-Germain-des-Prés

Heute ist Germanus vor allem aufgrund einer Kirchen- und Klostergründung bekannt, die er ausserhalb von Paris in Saint-Germain-des-Prés am südlichen Seineufer (des prés bedeutet «auf den Feldern») vornahm. Die Kirche St. Vincent sollte die Reliquien des Heiligen Vinzent von Valencia aufnehmen; das Kloster selbst wurde den Benediktinern übergeben. Germanus wurde in dieser Kirche beigesetzt, die nach ihm später ihren heutigen Namen erhielt: Saint-Germain-des-Prés. Um die Kirche und das Kloster herum entwickelte sich später der gleichnamige Stadtteil von Paris, dessen Ruhm sich vor allem als Künstler- und Literatenviertel etablierte.

Fanschal von Paris St. Germain
Fanschal von Paris St. Germain

Der heilige Germanus von Paris ist Schutzpatron der Gefangenen und der Musik; auch gegen Feuergefahr und Fieber wird er angerufen. Mehrere Kirchen in Frankreich und seinen Nachbarländern tragen sein Patrozinium.

Vorort von Paris

Auf diese Weise ist der Namen des Pariser Bischofs auch indirekt in den Namen des mittlerweile berühmten Pariser Fussballklubs Paris Saint-Germain eingeflossen. Denn der Fussballverein PSG, der seit 2012 finanzkräftig von katarischen Finanzgebern millionenträchtig alimentiert wird und in dem Jahre lang Weltstars wie Neymar, Messi und Mbappé spielten, geht auf den Pariser Vorort Saint-Germain-en-Laye zurück, der im Nordwesten von Paris liegt.

Gegründet wurde der Klub 1970 nämlich durch die Fusion des Vorortklubs Stade Saint-Germain und Paris FC. Saint-Germain-en-Laye selbst ist heute eine eigenständige Stadt und Gemeinde mit rund 45’000 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023). Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die Kirche Sainte-Croix aus dem 12. Jahrhundert und ein Haus des Dichters Victor Hugo.

Ökumenischer Kreuzweg in Paris
Ökumenischer Kreuzweg in Paris

«Parc des Princes» nahe beim Eiffelturm

PSG, dessen «Prinzenparkstadion» nur fünf Kilometer entfernt vom Eiffelturm liegt, zählt inzwischen zu den erfolgreichsten Fussballvereinen Frankreichs. Die Vereinsfarben sind Blau und Rot. Seit 2023 ist er Rekordmeister in Frankreich. Kurios beziehungsweise sympathisch wirkt die Tatsache, dass der Pariser Fussballklub erstmals 2025 die Championsleague gewinnen konnte – nachdem besagte Weltstars sämtlich den Verein verlassen hatten.

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*Das Rückspiel des Fussball-Championsleague-Halbfinals zwischen Paris Saint-Germain und Bayern München findet am 6. Mai in München in der Allianz-Arena statt.


Fans im Prinzenparksstadion in Paris 2025 (AP Photo/Aurelien Morissard)
2. Mai 2026 | 17:00
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