Von Schwester Tobia zu Schwester Rebekka: Ingenbohl hat eine neue Provinzoberin
Die Provinz Schweiz der Ingenbohler Schwestern hat seit Samstag eine neue Leitung. Rebekka Breitenmoser löst Tobia Rüttimann ab. Diese tritt wegen Amtszeitbeschränkung zurück. Die neue Provinzoberin will das Kloster Ingenbohl erhalten – für die Kongregation und die Pilgernden.
Regula Pfeifer
Am Geburtstag ihrer Gründerin Maria Theresia Scherer, am 31. Oktober, ist im Kloster Ingenbohl die neue Provinzleitung für die Schweiz eingesetzt worden. Sie besteht neu aus vier statt fünf Ingenbohler Schwestern, darunter die neue Provinzoberin Rebekka Breitenmoser. Sie sind für eine Amtsdauer von drei Jahren eingesetzt.
Rebekka Breitenmoser war bereits in der bisherigen Provinzleitung tätig – in der Rolle als Provinzassistentin. Es gebe allerdings keine Tradition, dass die Provinzassistentin zur Provinzoberin befördert werde, winkt sie auf Anfrage von kath.ch ab. Als Provinzassistentin organisierte sie etwa die Anlässe zum 200-Jahr-Jubiläum der Ordensgründerin im Jahr 2025 – und wirkte als Kommunikationsverantwortliche.
Betriebsökonomin und PR-Fachfrau
Die neue Provinzoberin verfügt laut Mitteilung über Führungserfahrung, eine Ausbildung zur Betriebsökonomin und einen Abschluss als PR-Fachfrau. Bevor sie nach Ingenbohl zurückkehrte, war sie unter anderem im Personalwesen im St. Claraspital in Basel tätig.
Der Amtseinsetzung ist ein längerer Findungsprozess vorausgegangen, sagt die Ordensfrau. Im Sommer starteten die ersten Gespräche in der Gemeinschaft und mit der Generalleitung. Daraus ergaben sich einige Kandidatinnen. Aus diesen ernannte die Generalleitung dann das Leitungsteam der Provinz Schweiz.
Offenheit für Neues
In der Generalleitung sind sieben Barmherzige Schwestern vom heiligen Kreuz – wie die Kongregation heisst – aus den verschiedenen Provinzen der Welt vertreten, darunter drei aus Indien. Generaloberin ist die Schweizerin Marie-Marthe Schönenberger.
«Mir ist es wichtig, Bewährtes zu erhalten und gleichzeitig offen zu sein für Neues», sagt Rebekka Breitenmoser gemäss Mitteilung. «Dabei sollen unser franziskanischer Geist, die Werte unserer Gründer und die Gemeinschaft das Fundament bleiben, auf dem wir gemeinsam die nächsten Schritte wagen.»
Auf die Frage, ob das neue Amt ihr Freude oder eine Belastung bringe, antwortet die neue Provinzoberin: «Es bringt Verantwortung.» Ingenbohl befinde sich aktuell in einem Prozess der Veränderung. Die grösste Herausforderung sei die personelle Situation in der Provinz Schweiz.
Personelle Herausforderung
Noch 261 Schwestern zählen zur Schweizer Provinz, rund 200 davon leben auf dem Ingenbohler Klosterhügel. Die Ordensfrauen haben ein Durchschnittsalter von 85 Jahren, nur 14 sind unter 70 Jahre alt. «Uns fehlen die personellen Ressourcen», bringt es die Ordensfrau auf den Punkt. Demgegenüber seien die Provinzen in Indien und Afrika am Wachsen.
«Wir nehmen die Herausforderung gerne an», sagt sie und erklärt ihre Zuversicht: «Für die Schwestern unserer Kongregation ist Ingenbohl als Grabstätte der Gründerin ein sehr wichtiger Ort. Das ist unsere DNA, unsere Heimat, unsere Verankerung.»
Hauptsitz auch der Generalleitung
Im Kloster Ingenbohl hat auch die Generalleitung der Kongregation ihren Sitz. Das sei nicht selbstverständlich, betont Rebekka Breitenmoser. Bei den meisten anderen Kongregationen ihrer Grösse befinde sich der Hauptsitz in Rom. «Das zeigt, wie verbunden die Gesamtkongregation mit dem Ort hier ist.»
Diese Verbundenheit versteht die neue Provinzoberin als Auftrag, den sie erfüllen möchte. Sie will einen Weg finden, auf welche Weise das Kloster Ingenbohl in Brunnen bleiben kann. «Es geht darum den Weg zu bereiten für eine neue Pflanze, die wachsen kann.»
Der Pilgerort
«Wir haben einen Auftrag auch in der Gesellschaft», betont die Ingenbohler Schwester. Und zwar gehe es darum, den Pilgerort Ingenbohl für die Menschen offen zu behalten, die täglich die Krypta der Klosterkirche aufsuchen – für ein Gebet, einen Moment der Stille oder ein Gespräch.
Rebekka Breitenmoser folgt auf Tobia Rüttimann. Die bisherige Provinzoberin musste wegen Amtszeitbeschränkung zurücktreten. Sie war neun Jahre Provinzoberin und zuvor bereits neun Jahre Provinzassistentin. «Sie hat eine intensive Zeit hinter sich und macht jetzt eine Auszeit», sagt ihre Nachfolgerin. Diese Auszeit könne sie so gestalten, wie es ihr am besten Erholung ermögliche, innerhalb oder ausserhalb der Gemeinschaft.
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