Thomas Reschke: «Die Suizide sind zum Glück weniger geworden»
Er ist seit 25 Jahren Seelsorger an der Hochschule St. Gallen. Im Podcast «Laut + Leis» spricht Thomas Reschke über gestiegene Anforderungen an die Studierenden und das erste Jahr, in dem 35 bis 40 Prozent durchfallen.
«Das Umfeld an der HSG ist sehr kompetitiv, aber ich bin glücklich darüber. Denn in der Zeit vorher, als ich angefangen habe, studierten manche 12, 13, 14 Jahre, und am Schluss hatten sie kein lic. oec. in der Tasche.
Die hatten nichts und standen da, und dann habe ich mit den Eltern sprechen müssen und so weiter. Oder die Eltern haben mich angerufen und gesagt: Ja, ich soll doch immer mal ein bisschen was tun, damit der was tut. Und wenn die Eltern dann 10, 15 Jahre lang jemanden finanziert haben und der macht gar nichts, dann ist das für die Eltern sehr enttäuschend.
Und – das ist eine traurige Realität – es hat natürlich auch Suizide gegeben, die mitbedingt waren dadurch, dass jemand seine Lebensziele nicht erreichen konnte. Das ist zum Glück weniger geworden, wir fallen statistisch überhaupt nicht auf, also wir sind ganz normal.
Ich finde es vernünftig, dass man sagt, ja dann geht man nach einem Jahr, wenn’s nicht klappt. Das ist besser, als wenn man nach zehn Jahren gehen und dann wieder etwas Neues anfangen muss.»
Das sagt Thomas Reschke im Podcast «Laut + Leis». Er ist katholischer Seelsorger und Lehrbeauftragter für Theologie an der Hochschule St. Gallen. Ende Jahr geht er in Frühpension. (sl)
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