Theologische Fakultät Freiburg verdoppelt Zahl der Studienanfänger
Die Theologische Fakultät der Universität Freiburg hat die Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger im Jahr 2026 verdoppelt. Dies sagt die Dekanin Veronika Hoffmann. Trotz des anhaltenden Interesses an den Studiengängen bleibe die finanzielle Lage jedoch besorgniserregend.
(cath.ch/kath.ch) Die Zahl der Studienanfänger an der Theologischen Fakultät Freiburg hat sich dieses Jahr verdoppelt. «Dieser Erfolg ist unter anderem auf unser neues Online-Lehrangebot zurückzuführen», sagte Veronika Hoffmann gegenüber der Zeitung «La Liberté». Dieses Angebot komme vielen Studierenden entgegen, die nicht an fünf Tagen pro Woche vor Ort sein könnten, erklärte die Deutsche, die das zweisprachige Universitätsinstitut seit Sommer 2025 leitet.
Konkret haben im Herbstsemester 2026 42 Personen ihr Bachelor-Studium in Theologie aufgenommen, teilt Elisabeth Müller, die Fakultätsverwalterin, auf Anfrage von kath.ch mit. Hierbei handle es sich um Studierende, die in Präsenz, online oder gemischt studieren. Im letztjährigen Herbst waren es 15 Studierende, die sich für ein Bachelor-Studium in Theologie eingeschrieben hatten.
Die Fakultät zählt derzeit rund 400 Studierende, darunter einen beträchtlichen Anteil an Doktorierenden. Auf französischsprachiger Seite studieren unter anderem Doktorierende aus Afrika, die eine qualitativ hochstehende und international anerkannte Ausbildung anstreben. Die Studierendenschaft ist vielfältig: Während die französischsprachigen Studierenden häufig jünger sind und den klassischen Studiengang absolvieren, sind die deutschsprachigen Studierenden öfter älter und studieren Teilzeit.
Sparmassnahmen angesichts angespannter Finanzlage
Entgegen verbreiteten Vorstellungen pflege die Fakultät einen kontinuierlichen Austausch mit der Gesellschaft, betont Hoffmann gegenüber der Zeitung «La Liberté». Die von ihr organisierten Veranstaltungen stiessen häufig auf grosses Interesse. Eine kürzlich durchgeführte Tagung zum Thema Glaube und Behinderung zog mehr als hundert Personen an, darunter viele Menschen ohne Fachkenntnisse. Eine weitere, deutschsprachige Tagung über Gott und Götzen war im Juni 2026 ausgebucht. Auch zahlreiche junge Menschen nahmen daran teil.
«Die Theologie wird immer ihren Platz haben.»
Die Dekanin räumt jedoch ein, dass die finanzielle Situation schwierig sei. Die Universität Freiburg sei zu einschneidenden Sparmassnahmen gezwungen gewesen. «Als kleinste Fakultät waren wir davon besonders stark betroffen.» Dennoch habe man tragfähige Lösungen gefunden, ohne das Lehrangebot zu schwächen. So sei beispielsweise auf Beförderungen von Professorinnen und Professoren in den kommenden Jahren verzichtet worden. Zudem sei die Zahl der Lehraufträge begrenzt worden, um den wissenschaftlichen Nachwuchs möglichst wenig zu belasten.
Theologie bleibt gefragt
Weniger Sorgen bereite ihr die strukturelle Entwicklung der Kirche als vielmehr die zunehmende Skepsis gegenüber der Wissenschaft und den Universitäten im Allgemeinen, sagt Hoffmann. «Wenn Staat und Öffentlichkeit die Bildung nicht mehr unterstützen würden, die gewissermassen der ‹Rohstoff› der Schweiz ist, könnten langfristig erhebliche Schäden entstehen.»
Mit Blick auf die kommenden zehn Jahre hofft die Professorin, die Zahl der Studierenden weiter steigern und gleichzeitig die Lehrmethoden vielfältiger gestalten zu können. Insbesondere beobachte die Fakultät eine wachsende Nachfrage nach Bildungsangeboten für Laien.
Hoffmann ist überzeugt, «dass die Theologie immer ihren Platz haben wird». Sie sei «eine hervorragende Möglichkeit, sich im Leben und in der Welt zu orientieren.» (Adaptiert von woz und bal)
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