Tanzen mit Jesus
In Stans fand am Wochenende bei strahlendem Wetter der nationale Weltjugendtag statt. Für diesen Anlass waren auch zwei Schweizer Bischöfe in den Nidwaldner Hauptort gereist.
Stefan Betschon
In unmittelbarer Nähe zum Bahnhof in Stans sitzt ein grosser Buddha. Die Statue dekoriert die Buddha-Bar, wo sich – laut dem Fremdenführer von Nidwalden Tourismus – «Junge und Junggebliebene» treffen. Die Statue steht wohl für ein dumpf empfundenes spirituelles Bedürfnis, das viele Junge und Junggebliebene heutzutage umtreibt.
Am Samstagnachmittag waren im Stanser Dorfkern viele junge Menschen unterwegs. Doch es war nicht die Buddha-Bar, die sie anlockte, sondern die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul, das dazugehörige Pfarrhaus und der Steinmättli-Park, zwischen Kirche und Buddha-Bar gelegen.
Sommer im Park
Kirche, Park und Pfarrhaus waren an diesem Wochenende die wichtigsten Treffpunkte für Jugendliche, die wegen des Weltjugendtags nach Stans gekommen waren, um hier – so stand es auf der Einladung – «Tage voller Gemeinschaft, Glaube und Freude» zu feiern.
Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite: kein Wölkchen am Himmel, hochsommerliche Hitze. Die Priester und Ordensleute im schwarzen Gewand, die sich im Park unter die die Jugendlichen mischten, mussten einem leid tun.
Auch zwei Bischöfe waren an diesem Wochenende nach Stans gekommen. Am Samstagmorgen zelebrierte Bischof Alain de Raemy die heilige Messe. Er ist Weihbischof von Lausanne, Genf und Freiburg. Höhepunkt und Abschluss des Weltjugendtags war die Messe vom Sonntag. Für diesen Programmpunkt war Bischof Joseph Maria Bonnemain aus Chur angereist.
Begegnungen mit Engeln
Zwischen den Gottesdiensten gab es Weiterbildungsangebote. Am Samstagnachmittag konnten die Jugendlichen unter mehr als zwei Dutzend Workshops auswählen. «Glauben verstehen», «Glauben leben», «von Heiligen lernen» oder «Lebensgestaltung und Berufung» waren die Themenfelder.
Konkret ging es beispielsweise um den «Landespatron Bruder Klaus und das Stanser Verkommnis», «Weltkirche erleben – sich freiwillig engagieren» oder um «das Abenteuer Ehe». Ein Workshop trug den Titel «Gott loben im Tanzen». Denn wer nicht tanzen könne, so der heilige Augustinus, werde Mühe haben, den Engeln nahezukommen.
Geistliche Ermutigung
Im Steinmättli-Park waren am Freitag Stände aufgebaut worden, an denen sich die Besucherinnen und Besucher des Weltjugendtags mit Informationen eindecken konnten. «Chance Kirchenberufe» war so ein Informationsangebot, «Tief glauben, weit denken» ein anderes. Dieser Slogan verweist auf die Präsenz der Vereinigten Bibelgruppen (VBG), die insbesondere Gymnasiasten und Studierende an Universitäten ansprechen möchten.
Vertreter der Priesterbruderschaft St. Petrus hatten einen Stand, wie auch jene von Opus Dei oder des Deutschen Ordens. Köstlichkeiten für das leibliche Wohl waren am Stand des Klosterladens Oremus zu haben.
Der erste Weltjugendtag fand 1986 in Rom statt, eingeladen hatte damals Papst Johannes Paul II. Neben internationalen Weltjugendtagen etwa in Santiago de Compostela, Denver, Manila oder Paris, gibt es auch nationale Veranstaltungen. Der Weltjugendtag in Stans stand unter dem Motto «Habt Mut, auf Jesus zu setzen». Junge Menschen sollten ermutigt werden im Alltag den Glauben als Kraftquelle zu entdecken.
Mit Jesus auf dem Weg
Auf dem Parkplatz zwischen Steinmättli und Buddha-Bar war eine Bühne aufgebaut worden. Hier hatte am späten Samstagnachmittag der Schweizer Rapper Laprit seinen Auftritt. Das junge Publikum liess sich mitreissen.
Die Musik erlebte der Berichterstatter – er ist eher den Junggebliebenen zuzurechnen – als subkomplex. Aber die inhaltliche Botschaft vermochte zu überzeugen.
Der weiss gekleidete junge Mann, der allein auf der Bühne hin und her ging, hatte etwas zu sagen. Er hat, wie er andeutete, in seinem jungen Leben auch schon schwierige Zeiten durchgemacht, Zeiten voller Unsicherheit und Verzweiflung. Aber dann hat er jemanden gefunden, der sich seiner annahm, der ihn aufrichtete und stärkte, der ihm den Weg wies: Jesus Christus.
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