Sektenkommission beobachtet «Gemeinschaft der Seligpreisungen»

Frankreich:

Paris, 1.12.11 (Kipa) Die «Gemeinschaft der Seligpreisungen» (Communauté des Béatitudes) steht in Frankreich weiter unter einer «gewissen Beobachtung» der französischen Sektenkommission Miviludes. Deren Präsident Georges Fenech sagte laut französischen Rundfunkberichten vom Donnerstag, es habe allerdings in der Gemeinschaft Veränderungen gegeben und sie habe sich für frühere Missstände entschuldigt.

Am Mittwoch hatte im zentralfranzösischen Rodez ein Prozess gegen einen früheren führenden Mitarbeiter der Gemeinschaft begonnen, der Kindsmissbrauch in rund 50 Fällen eingeräumt hatte. Ziel des Gerichtsverfahrens ist auch zu prüfen, wie weit andere Führungsmitglieder und die kirchliche Hierarchie von Missbrauchsskandalen in der Gemeinschaft Kenntnis hatten. Der frühere Bischof von Albi, Pierre-Marie Carre, sagte laut Medienberichten im Prozess aus, er sei erst spät informiert worden.

Auch der Gründer der Gemeinschaft, Ephraim Croissant, hatte bereits zuvor sexuelle Beziehungen zu Mitgliedern zugegeben, darunter zu einer Minderjährigen. Der frühere Moderator der Gemeinschaft, Philippe Madre, wurde von einem Berufungsgericht des sexuellen Missbrauchs für schuldig befunden. In französischen Medien wurden danach Vorwürfe erhoben, die Missbrauchsaffären seien zu lange vertuscht worden.

Unangebrachte Sektenvorwürfe

Mitte November entschuldigte sich die neue Führung der Gemeinschaft und erklärte ihren Willen zu Busse und Umkehr. Die Taten seien von einer «kleinen Gruppe» von Mitgliedern begangen worden. Daher seien Vorwürfe, die «Gemeinschaft der Seligpreisungen» sei eine Sekte, völlig unangebracht. Das Wirken der Gemeinschaft auf allen fünf Kontinenten werde von den jeweiligen Ortsbischöfen übereinstimmend gelobt.

Der Heilige Stuhl hatte in den vergangen Jahren von der Leitung der Gemeinschaft verlangt, sie müsse ihre Niederlassungen nach klösterlichem Leben organisieren. Sie erhielt deswegen in diesem Jahr neue Statuten und ist jetzt als «Vereinigung von Laien» nach diözesanem Recht verfasst.

Die «Gemeinschaft der Seligpreisungen» wurde 1974 von dem Ehepaar Ephraim und Josette Croissant gegründet. Sie ging aus der Charismatischen Erneuerung hervor. Die jüdischen Wurzeln des Christentums spielen in der Gemeinschaft, die früher die Bezeichnung «Der Löwe von Juda» führte, eine zentrale Rolle. Ihr gehören Ehepaare und andere Laien sowie Priester und Ordensleute an.

(kipa/kna/job)

1. Dezember 2011 | 12:30
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