Schwer kranke Menschen auch ambulant spirituell betreuen
In der Ostschweiz arbeiten Krebsliga und Kirchen neu enger zusammen im «Palliativen Brückendienst». Ziel ist, schwer kranke Patientinnen und Patienten auch zuhause spirituell und seelsorgerlich zu unterstützen.
Regula Pfeifer
Die Krebspatientinnen und -patienten und ihre Angehörigen sollen auch ambulant spirituell und seelsorgerlich begleitet werden. «Es geht darum, Menschen als Ganzes wahrzunehmen und ihnen Raum für ihre inneren Anliegen zu geben», sagt Ute Latuski, Theologin und Leiterin der Fachstelle Bill (Begleitung in der letzten Lebensphase).
Projektstart im August
Mit diesem Ziel haben die Fachstelle Bill und die Krebsliga Ostschweiz ein Projekt gestartet – und zwar bereits im vergangenen August. Dies teilen das Bistums St. Gallen und die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen in einer gemeinsamen Mitteilung mit.
Die seelsorgerliche Begleitung sei ein essenzieller Bestandteil einer umfassenden Pallliativversorgung, heisst es. Jedoch bleibe sie oft unzureichend berücksichtigt. Das war auch bei der Palliativbetreuung von Menschen mit Krebserkrankung so.
Hilfe bei seelischem Leiden
Zwar existiert seit 20 Jahren ein «Palliativer Brückendienst» der Krebsliga Ostschweiz. Dabei besuchen Pflegefachpersonen Schwerkranke und Sterbende zuhause, die teilweise in Spiritual Care weitergebildet sind. Seelsorgende waren aber bisher nicht involviert. Das ändert sich nun.
Denn es sei in der Krebsliga klar geworden, dass seelisches Leiden auch körperliche Schmerzen verstärken kann, heisst es. Ausserdem gebe es eine wachsende Nachfrage nach spiritueller Begleitung.
So entstand das Projekt, bei dem Seelsorgende ins mobile Palliative-Team integriert wurden. Entsprechende Modelle gebe es anderswo bereits, lässt sich Matthias Angehrn zitieren. Der katholische Seelsorger ist einer der neu Engagierten im Palliative-Team. Die andere ist die reformierte Seelsorgerin Ute Latuski von der Fachstelle Bill.
Der «Palliative Brückendienst» betreue nicht nur Krebs-Erkrankte, sondern auch Palliativpatientinnen und Patienten mit verschiedenen anderen Erkrankungen wie ALS (Fortschreitende Muskellähmung) oder COPD (Lungenkrankheit), fügt Matthias Angehrn auf Anfrage von kath.ch hinzu.
Grösserer Seelsorge-Pool geplant
Seit August arbeiten nun vier Fachpersonen in diesem Team. Neben den neuen Seelsorgenden sind wie bisher zwei Pflegefachfrauen im «Palliativen Brückendienst» aktiv. Sie stellen den Erstkontakt her und ziehen bei Bedarf eine der beiden Seelsorgenden bei. Geplant ist, einen grösseren Pool an Seelsorgenden aufzubauen, heisst es in der Mitteilung.
Unterstützt wird das Projekt von den Kirchenleitungen: dem Bistum St. Gallen, dem katholischen Administrationsrat und dem reformierten Kirchenrat.
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