Dialoghotel Eckstein in Baar ZG, Treffpunkt der Fokolar-Bewegung Schweiz
Schweiz

Fokolar-Bewegung Schweiz feiert 50 Jahre Zentrum Eckstein

Vor 50 Jahren gründete die Fokolar-Bewegung Schweiz in Baar ein Tagungszentrum. Bis heute finden dort Treffen der von der katholischen Kirche anerkannten Bewegung statt. Ende August feiern die Fokolare den 50. Geburtstag des Zentrums. Den ökumenischen Festgottesdienst leiten der Priester Sven Probst und die Pfarrerin Désirée Bergauer-Dippenaar.

Barbara Ludwig

1976 kaufte die Fokolar-Bewegung Schweiz das ehemalige Mädchenheim der Spinnerei an der Lorze im zugerischen Baar und baute es zu einem Tagungszentrum um. Seit der Gründung hat das Zentrum ein paar Mal den Namen gewechselt. Seit 2020 heisst es «Dialoghotel Eckstein».

Als Hotelgast übernachten kann man dort schon länger. Das Bildungs- und Begegnungszentrum der christlichen Bewegung öffnete sich 2007 für Einzelgäste und Gruppen, die nicht zu den Focolari (auf Deutsch: Fokolare) gehören, weiss Beatrix Ledergerber. Sie ist Medienbeauftragte der Fokolar-Bewegung Schweiz.

Zentrum sollte mit Hotel selbsttragend werden

Die zusätzliche Nutzung als Hotel hat die Bedeutung des Zentrums für die Bewegung in der Schweiz aber nicht geschmälert. Eckstein sei nach wie vor «der Tagungsort der Wahl», sagt die Katholikin gegenüber kath.ch. «Treffen der verschiedenen Gruppierungen der Fokolar-Bewegung, vor allem aus dem Raum Zürich und Innerschweiz, sowie gesamtschweizerische Treffen finden hier statt.» Ab und zu tagten auch Vertreterinnen und Vertreter der Bewegung aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Baar.

Beatrix Ledergerber, Medienbeauftragte der Fokolar-Bewegung Schweiz
Beatrix Ledergerber, Medienbeauftragte der Fokolar-Bewegung Schweiz

Das Hotel sollte dafür sorgen, dass das Haus «selbsttragend» wird, erklärt Ledergerber. «Vorher hat die Fokolar-Bewegung Geld einschiessen müssen.» Zu Beginn hätten Leute von der Bewegung zudem zu «einem sehr niedrigen Lohn» hier gearbeitet, etwa in der Leitung des Zentrums, im Zimmerservice, in der Küche und im Garten. «Das konnten und wollten wir so nicht weiterführen.»

Als Tagungsort wird das Dialoghotel Eckstein auch von Menschen genutzt, die nicht zum Fokolar-Universum gehören. Unter der Woche etwa von Unternehmen. An Wochenenden von Kirchgemeinden, anderen christlichen Gruppierungen, Chören oder Sportgruppen.

Ausstellung zur Geschichte

Am Samstag, 29. August, und Sonntag, 30. August, feiert die Bewegung den 50. Geburtstag der Institution. In einem Festakt wird am Samstag die Ausstellung «Dialog bewegt» zur Geschichte der Fokolar-Bewegung in der Schweiz und weltweit eröffnet. Gestaltet hat sie die in Wien lebende Künstlerin Annemarie Baumgarten, Mitglied der Fokolar-Bewegung in Österreich. Am Samstag werden zudem verschiedene «Blitzlichter» angeboten, sprich Workshops, Gesprächsrunden und weitere Angebote wie Spiele, ein meditativer Kreistanz und Lieder zum Mitsingen.

Dialog auch mit Muslimen

Der Begriff «Dialog» taucht im Festprogramm gleich mehrfach auf – was nicht erstaunt. Denn die Fokolar-Bewegung ist zwar eine geistliche Gemeinschaft der katholischen Kirche, die 1962 offiziell von Papst Johannes XXIII. anerkannt wurde. Sie ist aber auch bekannt für ihr ökumenisches Engagement. Der Bewegung gehören nicht nur Katholiken an, sondern auch Christinnen und Christen anderer Konfessionen und Angehörige anderer Weltreligionen.

Das Zentrum selbst sei ein Ort, an dem sich ein intensiver interreligiöser Dialog mit der muslimischen Hizmet-Bewegung (auch Gülen-Bewegung genannt) entwickelt habe, sagt Ledergeber. In Eckstein fanden mehrere christlich-muslimische Dialog-Treffen statt.

Nach der Eröffnung der Ausstellung findet ein sogenanntes Time-Out für den Frieden statt. Das ist ein kurzes Innehalten für den Frieden, wie es die Mitglieder der Fokolar-Bewegung täglich praktizieren.

Freikirche ICF gestaltet Gottesdienst musikalisch

Am zweiten Festtag steht ein ökumenischer Gottesdienst auf dem Programm. Geleitet wird er vom katholischen Priester Sven Probst und der reformierten Pfarrerin Désirée Bergauer-Dippenaar. Probst ist Mitglied der Bewegung und erst seit wenigen Monaten Priester im Bistum Chur. Bergauer-Dippenaar, Pfarrerin in Untervaz GR, ist bekannt als Verfasserin von Bibel-Gedichten und gehört laut der Medienbeauftragten zum Freundeskreis der Fokolar-Bewegung.

Die Musik zum Gottesdienst wird von der Freikirche ICF gestaltet. «Sie feiert am Sonntag regelmässig Gottesdienste im Dialoghotel Eckstein – und bezahlt dafür regulär die Saalmiete. Daher hat sie sich für die Musik angeboten», sagt Beatrix Ledergerber.

Fokolar-Bewegung in über 180 Ländern

Die Fokolar-Bewegung gehört zu den geistlichen Gemeinschaften der katholischen Kirche. Diese bildeten sich im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) und zeichnen sich durch eine starke Mitarbeit von Laien aus. Die Italienerin Chiara Lubich (1920-2008) gründete 1943 das «Werk Mariens», so der kirchenrechtliche Name der Fokolare. 1962 erkannte Papst Johannes XXIII. die Bewegung offiziell an. Sie setzt sich für Einheit und Geschwisterlichkeit im Glauben und in der Welt ein.

Der Name «Focolare» stammt aus der italienischen Umgangssprache und bedeutet «Feuerstelle». Heute ist die Bewegung in mehr als 180 Ländern aktiv und zählt etwa 140’000 Mitglieder. Rund zwei Millionen Menschen stehen in Verbindung mit der Bewegung, zumeist Katholiken, aber auch Christen anderer Konfessionen sowie Angehörige anderer Weltreligionen. In der Schweiz zählt die Bewegung rund 1000 Mitglieder, zwischen 15’000 und 20’000 Menschen stehen mit ihr in Verbindung.

Internationale Anerkennung erfährt die Fokolar-Bewegung wegen ihres Engagements für Frieden und Ökumene. (kna/bal)

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Dialoghotel Eckstein in Baar ZG, Treffpunkt der Fokolar-Bewegung Schweiz | © Dialoghotel Eckstein/zVg
23. August 2026 | 17:00
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