Bischof Joseph Maria Bonnemain (2. Reihe, 3. v.l.) im Rat der Europäischen Bischofskonferenzen
International

Salzburg: Europas Bischöfe veröffentlichen Friedensappell

Die Vorsitzenden der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) verurteilen die Gräueltaten in der Ukraine – und in den Konflikten weltweit. Zum Abschluss ihres Treffens in Salzburg betonen sie: «Es gibt keinen heiligen Krieg: Nur der Friede ist heilig.» Die Schweiz ist durch Bischof Joseph Maria Bonnemain vertreten.

(KAP/rp) Die Vorsitzenden der Europäischen Bischofskonferenzen haben zum Abschluss ihrer Vollversammlung in Salzburg einen Appell für den Frieden veröffentlicht. «Unser Kontinent Europa erlebt den grössten militärischen Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg. Niemand kann gegenüber den Gräueltaten, die in der Ukraine geschehen, gleichgültig bleiben. Niemals dürfen wir uns an derartige Verletzungen gegen die Normen der Zivilisation gewöhnen», halten die Bischöfe in ihrem am Freitag veröffentlichten Appell fest. «Wir ermutigen alle Menschen guten Willens, am Aufbau eines echten Friedens mitzuwirken», so die Bischöfe. Darunter befindet sich aus der Schweiz Bischof Joseph Maria Bonnemain von Chur.

Bischof Joseph Maria Bonnemain (Mitte) im Rat der Europäischen Bischofskonferenzen
Bischof Joseph Maria Bonnemain (Mitte) im Rat der Europäischen Bischofskonferenzen

Unter Bezugnahme auf Papst Leo XIV. will der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) für einen «unbewaffneten und entwaffnenden Frieden» eintreten und betont: «Es gibt keinen heiligen Krieg: Nur der Friede ist heilig.»

In ihrem Appell erinnern die Bischöfe daran, dass die Europäischen Bischofskonferenzen die Gläubigen immer wieder dazu aufgerufen haben, für den Frieden einzutreten und um den Frieden zu beten. «Unsere Gebete und karitativen Tätigkeiten gelten allen Opfern von Krieg, Gewalt und Vertreibung. Wir denken auch an die vielen Menschen in unseren Ländern, die in Zeiten von Unsicherheit und erhöhten Spannungen um ihre Zukunft fürchten», heisst es in der am Freitag veröffentlichten Erklärung.

Wahrer Friede ist kein Deal

«Wir erneuern unseren entschiedenen Appell für einen gerechten und nachhaltigen Frieden in allen Konfliktgebieten dieses Kontinents und der ganzen Welt», halten die Vorsitzende der Bischofskonferenzen Europas fest und betonen: «Wahrer Friede kann nicht aufgezwungen werden; er ist kein Deal, den man macht. Er beginnt in den Herzen der Menschen.»

Der heiligen Franz von Assisi, der vor 800 Jahren verstorben ist und als Lehrer des Friedens und der Versöhnung gilt, habe gelehrt, einander mit den Worten zu grüssen: «Der Herr schenke dir Frieden», erinnern die Bischöfe und halten fest: «Indem sie vergeben, verwandeln Christen ihre Herzen und ebnen den Weg zum Frieden. Wir wissen, dass dies nie ein leichter Weg ist. Aber es ist der Weg des Evangeliums.»

Rat der Europäischen Bischofskonferenzen

Die Vollversammlung des CCEE hat am Dienstag (27. Oktober) begonnen und endet am Freitag. Das Treffen hat auf Einladung des österreichischen Bischofskonferenz-Vorsitzenden Erzbischof Franz Lackner erstmals in Salzburg stattgefunden. Am Donnerstag wurde das Präsidium für die nächsten fünf Jahre gewählt. Als Präsident wurde der litauische Erzbischof Gintaras Linas Grusas (65) wiedergewählt. Neu im Präsidium des CCEE sind der irische Erzbischof Eamon Martin (65) und der kroatische Erzbischof Drazen Kutlesa (58).

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Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) (lateinisch: Consilium Conferentiarum Episcoporum Europae) ist der Zusammenschluss der Präsidenten der römisch-katholischen Bischofskonferenzen Europas. Der Rat umfasst 39 Mitglieder: 33 Bischofskonferenzen – darunter auch die Schweizer Bischofskonferenz. Hinzu kommen die Erzbischöfe von Luxemburg und des Fürstentums Monaco, den maronitischen Erzbischof von Zypern sowie die Bischöfe von Chisinau (Moldau), der Eparchie Mukatschewo (Ukraine) und der Diözese Tallinn (Estland). Gemeinsam vertreten sie die katholische Kirche in 45 Ländern des europäischen Kontinents.

Sitz nicht mehr in St. Gallen

Der Sitz des CCEE über Jahrzehnte hinweg in der Schweiz, und zwar zuerst sechs Jahre in Chur, danach ab 1977 für 47 Jahre in St. Gallen. Anfang 2024 wurde er nach Rom verlegt.

Der CCEE wurde 1971 gegründet, nachdem europäische Bischöfe nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) entsprechende Initiativen ergriffen hatten. Er fördert die Zusammenarbeit und den Dialog zwischen den Bischofskonferenzen Europas und unterstützt eine gemeinsame pastorale Antwort auf die sozialen, kulturellen und spirituellen Herausforderungen des Kontinents. Zu seinen Schwerpunkten zählen etwa die Zusammenarbeit in Bereichen wie Migration, Medien, Ökumene, interreligiöser Dialog und soziale Fragen. Besonders eng arbeitet der CCEE mit der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) zusammen und setzt sich für den Dialog zwischen den christlichen Kirchen sowie für ein gemeinsames christliches Zeugnis in Europa ein.


Bischof Joseph Maria Bonnemain (2. Reihe, 3. v.l.) im Rat der Europäischen Bischofskonferenzen | © Kathpress
30. Oktober 2026 | 15:00
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