Eröffnungsgottesdienst des Weltjugendtags 2019 am 22. Januar in Panama City. | © KNA
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Eröffnungsgottesdienst des Weltjugendtags 2019 am 22. Januar in Panama City. | © KNA

Rund 75'000 Pilger feiern Auftaktmesse zum Weltjugendtag

Panama-Stadt, 23.1.19 (kath.ch) Der Weltjugendtag in Panama ist eröffnet – mit bunten Fahnen und Rufen nach Gerechtigkeit. Indes werfen die Krisen in Mittelamerika bereits einen Schatten auf die Grossveranstaltung.

Tobias Käufer

Tropische Temperaturen, eine hohe Luftfeuchtigkeit und ein buntes Fahnenmeer: Mit einem Farbenfestival, aber auch physischen Herausforderungen hat am Dienstagabend (Ortszeit) der katholische Weltjugendtag begonnen. Am Anfang stand eine grosse Eröffnungsmesse unter freiem Himmel in Panama-Stadt.

Erzbischof Jose Domingo Ulloa Mendieta als Gastgeber dankte den Jugendlichen aus aller Welt für ihr Kommen. «Ihr seid eine neue Kirche, eine Kirche der Hoffnung», rief er den Zehntausenden Gläubigen auf der Uferpromenade zu. Panama empfange sie mit offenen Armen und Herzen, «damit jeder von euch eine Begegnung mit Jesus erlebt».

Viele Junge ohne Perspektive in Lateinamerika

Der Erzbischof erinnerte an die Perspektivlosigkeit vieler junger Menschen in Lateinamerika. Viele verliessen ihre Heimat, um ihre Hoffnungen in anderen Ländern zu verwirklichen. Dabei würden sie von Drogen- und Menschenhandel bedroht. Die Jugendlichen rief er auf, sich nicht indoktrinieren zu lassen und keinem «falschen Glück» zu folgen, das nur in Verzweiflung enden könne. Die Begegnung mit Jesus vermittle dagegen wahres Glück.

Thema «Migration» dürfte den WJT prägen

Es zeichnet sich ab, dass das Thema Migration bei diesem Weltjugendtag eine grosse Rolle spielen wird. Am Eröffnungstag trafen Meldungen aus Mexiko ein, nach denen erneut 5000 mittelamerikanische Migranten von Guatemala aus die Grenze überschritten haben. Die Regierung des neuen mexikanischen Präsidenten Andres Manuel Lopez Obrador hat begonnen, humanitäre Visa auszustellen. Aus Honduras hat sich derweil eine neue Gruppe von 400 Flüchtlingen auf den Weg gemacht.

«Die Kirche vertraut auf euch als Protagonisten der Veränderung.»

Ulloa appellierte an die Jugendtagspilger, ihre Vision von einer besseren Welt niemals aufzugeben: «Die Kirche vertraut auf euch als Protagonisten der Veränderung.» Die Jugendlichen müssten eine Führungsrolle im Kampf für Gerechtigkeit übernehmen und sollten sich dabei an der christlichen Soziallehre orientieren. «Habt den Mut, Heilige zu sein in der heutigen Welt», so der Erzbischof. Nach offiziellen Schätzungen nahmen rund 75.000 Menschen an dem Gottesdienst im Herzen der Hauptstadt teil. Weiträumige Absperrungen sorgten für ein Verkehrschaos und lange Staus.

Menschen aus Nicaragua suchen Hilfe beim Papst

Am heutigen Mittwoch wird auch Papst Franziskus in Panama-Stadt landen. Bis Sonntag wird er an den wichtigsten Programmpunkten teilnehmen. Zudem besucht Franziskus ein Jugendgefängnis und eine Einrichtung für Aids-Kranke.

Lokalen Medienberichten soll Franziskus zudem mit einem anderen Krisenherd konfrontiert werden: Pilger aus Nicaragua wollen dem Papst einen Brief übergeben, in dem sie ihn um Unterstützung zur Lösung der schweren innenpolitischen Krise bitten wollen. Ob Papst Franziskus den Brief persönlich entgegennehmen wird, ist bislang unklar.

Weniger Teilnehmer als erwartet

Zum 34. Weltjugendtag in Panama werden insgesamt rund 100’000 Teilnehmer aus mehr als 150 Ländern erwartet, deutlich weniger als zunächst angemeldet. Die Organisatoren führen dies insbesondere auf die durch Bandenkriminalität angespannte Sicherheitslage in Mittelamerika zurück. Aus der Schweiz werden insgesamt rund 160 Personen teilnehmen. (kna)


160 Schweizerinnen und Schweizer am Weltjugendtag in Panama

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