Blick auf Schaffhausen | © Regula Pfeifer
Schweiz
Blick auf Schaffhausen | © Regula Pfeifer

Protest-Ansturm gegen Moscheebau in Schaffhausen verfehlt Wirkung

Schaffhausen, 28.9.18 (kath.ch) Gegen den Bau einer Moschee in Schaffhausen läuft eine grossangelegte Mail-Aktion. Die Schaffhauser Stadträtin Katrin Bernath und Vorsteherin des Baureferats sieht aber aktuell keinen Handlungsbedarf.

Rund 11’000 Personen haben bis am Donnerstag die Online-Petition unterschrieben, wie «Top-Online», die Webseite von «Tele Top» und «Radio Top», einem regionalen Medienunternehmen mit Sitz in Winterthur, schreibt. Sie protestieren damit gegen die geplante Aksa-Moschee in Schaffhausen, die entstehen soll.

«Aufrechte Patrioten» in Aktion

Das Protestschreiben ist auf der Webseite patriotpetition.org aufgeschaltet. Wer genau dahinter steht, wird nicht deklariert. «Patriotpetition.org ist eine Initiative aufrechter Patrioten», geben die Betreiber bekannt. Sie wollen Europa als christlichen Kontinent bewahren. «Die Islamisierung des Abendlandes muss unter allen Umständen verhindert werden», schreiben sie auf der Webseite.

Stadtrat geht nicht auf Petition ein

Das Ziel dieser «Patrioten» im Fall von Schaffhausen ist, «das Bauvorhaben auf politischer Ebene noch zu verhindern». Aktuell scheinen sie damit wenig Erfolg zu haben. Die Schaffhauser Stadträtin und Vor­ste­he­rin des Bau­re­fe­rats Katrin Bernath erklärt gegenüber kath.ch, der Stadtrat behandle nur Petitionen, die einen klaren Absender hätten. Das sei bei patriotpetition.org nicht der Fall. Mit Verweis auf Medienberichte macht sie auf andere grossangelegte Aktionen der Patriotpetition aufmerksam. Darunter ein «Mailbombardement» gegen eine Moschee in Regensburg.

Kontakte zum türkischen Religionsministerium?

Die Initianten der Online-Petition werfen den Bauherrn der Moschee, dem Türkisch-Islamischen Verein Schaffhausen, direkte Kontakte zum Religionsministerium Diyanet in Ankara vor. Diese Verbindung hatte auch der «Blick» (19. Mai) in einem Beitrag zur Baubewilligung für die Aksa-Moschee hergestellt.

Zu dieser Frage äussert sich die Stadträtin nicht. «Das Baugesuch zur Moschee war aus baurechtlicher Sicht zu beurteilen», schreibt sie. Sie könne sich nur zu Fakten äussern, die im Baubewilligungsverfahren geprüft wurden. Es bestehe «aktuell kein Handlungsbedarf», ist ihre Einschätzung. Die Baubewilligung ist laut Bernath rechtskräftig. Ein Rückzug sei nicht möglich und nicht angezeigt. (rp)

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