Mentari Baumann, Geschäftsführerin der kirchlichen Reformbewegung «Allianz Gleichwürdig Katholisch»
Schweiz

«Privat ist privat»: 873 Personen haben bereits unterschrieben bei Allianz Gleichwürdig Katholisch

Die Allianz Gleichwürdig Katholisch (AGK) lancierte eine Unterschriftenaktion, um die Schweizer Bischöfe zu einem synodalen und partizipativen Dialog zur Beauftragung und Lebensführung von Seelsorgenden einzuladen. Laut eigener Aussage haben aktuell bereits 873 Personen unterschrieben.

(woz) «Die Allianz Gleichwürdig Katholisch (AGK) ist enttäuscht» über die Standortbestimmung zur Lebensführung und Beauftragung von Seelsorgenden der Schweizer Bischofskonferenz SBK, wie sie in einer Medienmitteilung schreibt.

«Die SBK hat es versäumt, nötige Veränderungen auszuarbeiten oder vorzuschlagen, um die römisch katholische Kirche in der Schweiz zu einem diskriminierungsfreien Arbeitsumfeld für Seelsorgende zu machen», heisst es wörtlich. «Die aktuelle Situation lässt Raum für willkürliche Entscheidungen in Bezug auf die Anstellung und/oder die Kündigung von Seelsorgenden, deren Lebens- und Familienentwurf von der kirchlichen Vorgabe abweicht», so die AGK weiter. Dazu zählten geschiedene, wiederverheiratete und queere Menschen, Paare die unverheiratet zusammenleben, Patchworkfamilien.

«dem Evangelium entsprechenden Lebensstil»

In einer «Standortbestimmung» haben die Schweizer Bischöfe vergangenen November Vorgaben formuliert, die bei der Rekrutierung von Seelsorgenden zu beachten sind. Es sei auf einen «dem Evangelium entsprechenden Lebensstil» zu achten. Allerdings gelte es den Einzelfall zu prüfen.

Zu diesem Lebensstil gehören dabei laut der Schweizer Bischofskonferenz auch die «Gestaltung von Beziehungen» und der «Umgang mit der Sexualität». Sie stellt sich somit gegen die Ansicht, dass das Liebesleben von Seelsorgenden Privatsache sei.

Laut Allianz sind Änderungen dringend nötig

Doch die AGK ist überzeugt, dass diesbezüglich Änderungen dringend nötig seien. In einer Kirche, in der nicht offen mit den Lebensumständen von Seelsorgenden umgegangen werde oder diese gar verleugnet würden, könne sich diese repressive Atmosphäre auch auf andere Angestellte und Freiwillige übertragen und eine Kultur des Vertuschens und Versteckens schaffen.

«Ein offener und ehrlicher Umgang mit der eigenen Lebenssituation ohne negative Konsequenzen darf nicht Glücksache sein, sondern muss strukturell verankert werden», so die AGK wörtlich.

«Denn in einer wirklich synodalen Kirche werden Fragen, die alle angehen, nicht von Bischöfen hinter verschlossenen Türen entschieden.»

Die AGK will deshalb die SBK und alle Interessierten zu einem offenen, synodalen und partizipativen Dialog über die Frage der Lebensführung und Beauftragung von Seelsorgenden einladen. «Denn in einer wirklich synodalen Kirche werden Fragen, die alle angehen, nicht von Bischöfen hinter verschlossenen Türen entschieden.»

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Die Unterschriftenaktion der AGK verleihe der Einladung mehr Gewicht und zeige, wie viele Menschen eine Änderung als nötig erachten», so die AGK wörtlich. Aktuell seien dies 873 Personen (Stand 15. Februar).

Die AGK will nun die verbleibende Zeit bis zum 20. Februar zu nutzen, um möglichst viele Unterschriften zu sammeln und ruft alle, die den Standort der AGK teilen, auf, in Ihrem Umfeld aktiv zu werden und auf die Unterschriftenaktion aufmerksam zu machen.


Mentari Baumann, Geschäftsführerin der kirchlichen Reformbewegung «Allianz Gleichwürdig Katholisch» | © Sandra Leis
16. Februar 2026 | 12:00
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