Pastor Isaac Tesma
Schweiz

Pastor Tesma ist Vater von Nati-Spielerin Eseosa Aigbogun: «Gott liebt den Fussball»

Anfang Juli beginnt die Fussballeuropameisterschaft der Frauen in der Schweiz: Das ist vor allem ein sportlicher Event. Aber nicht nur. Denn immer wieder sieht man Fussballerinnen, die sich vor dem Spiel bekreuzigen oder beten. Eseosa Aigbogun (32), schweizerisch-nigerianische Verteidigerin der Schweizer Nati, hat es zwar nicht in den aktuellen EM-Kader geschafft. Aber sie ist religiös und hat einen Vater, der in Zürich Pastor ist.

Wolfgang Holz

Eseosa Aigbogun ist seit 2013 Mitglied der Schweizer Frauen-Nati, die im Juli an der Frauen-EM in der Schweiz als Gastgeberland teilnimmt. Die 32-jährige Verteidigerin, die inzwischen auf 99 Einsätze im Nationaltrikot zählen kann, wurde in Zürich geboren und ist schweizerisch-nigerianischer Abstammung. Leider hat sie es nicht in den aktuellen EM-Kader geschafft. Und dennoch ist sie mit dem schweizerischen Fussball als Nati-Stammspielerin stark verbunden. Und nicht nur das.

«Fussball hat die Familie immer wieder verbunden»

Aigboguns Eltern stammen aus Nigeria, sind geschieden und haben mittlerweile beide wieder geheiratet. «Meine Eltern haben sich früh getrennt. Ich bin immer etwas dazwischen gestanden, der Fussball hat mich abgelenkt. Der Fussball hat uns aber auch als Familie immer wieder verbunden. Wenn ich ein Spiel habe, geht es nur um Fussball. In diesen Momenten war alles wieder gut», sagte Eseosa einst dem «Blick». Sie ist in Dietikon ZH aufgewachsen. Seit 2023 spielt sie bei der AS Rom in Italien.

Natispielerin Eseosa Aigbogun (32)
Natispielerin Eseosa Aigbogun (32)

Die ganze Familie fiebert von nah und fern bei jedem Spiel mit. «Ese» sagt: «Meine Mutter baut mich auf, wenn es nicht nach Wunsch läuft. Mein Vater ist eher der Trainertyp und gibt mir sportliche Tipps. Und mein Bruder erinnert mich immer wieder daran, woher wir kommen und sagt, ich solle es geniessen, weil das alles nicht selbstverständlich ist.»

Direkter Draht zum Fussballgott

Wobei Ihr Vater, Pastor Isaac Tesma beziehungsweise Tesma Aigbogun, sozusagen den direkten Draht zum Fussballgott hat. Sollte man meinen. Denn er ist Pastor der reformierten Bethel Christian Church in Zürich und Gründer und Generalaufseher von Living Messiah International Ministries in der Schweiz.

«Ich bin Pastor geworden, weil ich eine Berufung und eine Leidenschaft für das Evangelium von Jesus Christus habe.»

Das Fundament von Living Messiah Ministries ist auf dem Wort Gottes aufgebaut, das ihm 2005 gegeben wurde. Er selbst bezeichnet sich als Apostel.

Isaac und Lilian Tesma
Isaac und Lilian Tesma

«Ich bin Pastor geworden, weil ich eine Berufung und eine Leidenschaft für das Evangelium von Jesus Christus habe», erklärt Isaac Tesma gegenüber kath.ch. «Unsere Gemeinde heisst Living Messiah Church, es ist eine Pfingstgemeinde.»

Der Heilige Geist berührte ihn

«Die Vision und der Auftrag von Living Messiah Ministries sind in Jesaja 61,1-3 beschrieben», erklärt der Pastor. «Vers 1 fasst die Vision wie folgt zusammen: Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt, den Armen eine gute Nachricht zu verkünden. Er hat mich gesandt, um die Armen zu heilen. Er hat mich auch gesandt, die zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind, den Gefangenen die Freiheit zu verkünden und den Gebundenen die Öffnung des Gefängnisses.»

Wobei Isaac Tesma laut eigenem Bekunden viele Begegnungen mit Gott hatte. «Ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde, ereignete sich eines Nachts. Ich schlief, und plötzlich spürte ich, wie mir jemand auf die Schulter tippte und mir ins Ohr flüsterte, ich solle aufstehen und Jesaja 61,1-3 lesen».

Nati-Verteidigerin Eseosa Aigbogun "in action".
Nati-Verteidigerin Eseosa Aigbogun "in action".

Als er aufwachte, habe er erkannt, dass es der Heilige Geist gewesen sei, der ihn berührte. Daraufhin habe er die Bibel aufgeschlagen und zu lesen begonnen. Demütig wie er sei, habe er sich zuerst gefragt: «Warum ich? Ich habe die Vision erkannt und wurde Zeuge der Geburt des Dienstes des Lebendigen Messias.»

«Ich bin immer stolz, wenn Eseosa spielt.»

Was die herannahende Fussballeuropameisterschaft der Frauen in der Schweiz anbelangt, freut sich Pastor Isaac Tesma selbstverständlich grundsätzlich über den Auftritt seiner Tochter Eseosa im Tenü der Nati – auch wenn sie nicht im aktuellen Kader steht. «Ich bin immer stolz, wenn Esoesa spielt, denn die Schweiz richtet ja die EM aus», sagt er gegenüber kath.ch.

«Fussball bringt die Menschen zusammen»

Wobei seine Tochter Eseosa zunächst als Tennisspielerin begonnen habe, bevor sie sich für das grosse runde Leder entschied. «Dann sah sie ihren Bruder Fussball spielen, fühlte sich sofort zu diesem Spiel hingezogen und entwickelte eine grosse Leidenschaft.»

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Dabei hat sich wohl seine eigene Leidenschaft zum Fussball vererbt auf seine Tochter – kickte Isaac Tesma doch früher selbst in einer nigerianischen Mannschaft. «Nigeria ist eben ein grosses Land, das auch viele internationale Fussballspieler hervorbringt. Und Fussball ist generell ein Sport, der die Menschen zusammenbringt. Unabhängig von der Ethnie.»

Tochter ist auch gläubig

Was den Frauenfussball angeht, ist Pastor Isaac Tesma davon überzeugt, «dass sich jetzt jedes Jahr immer mehr Menschen für den Frauenfussball interessieren.» Seine Tochter sei auch gläubig, «aber sie geht wegen ihres vollen Terminkalenders nicht in die Kirche.» Grundsätzlich ist Isaac Tesma überzeugt, dass auch Gott den Fussball liebe: «Natürlich liebt Gott den Fussball. Gott ist Liebe, mitfühlend, gerecht und barmherzig.»

Bethel: Das «Haus Gottes»

Der Name «Bethel» bedeutet «Haus Gottes» und wurde als Bezeichnung für den Ort, an dem Gott dem Jakob das erste Mal im Traum erschien, verwendet. Beth-El ist eine biblische Stadt nördlich von Jerusalem, die für die Israeliten ein wichtiger Ort war, wo sie Gott anbeteten. Sie ist in der Bibel nach Jerusalem der am zweithäufigsten genannte Ort.

Aufgrund seiner Bedeutung ist Bethel auch ein Name, der mit mehreren Kirchen verwandt ist. Es gibt Baptistengemeinden mit diesem Namen, aber er wird auch in anderen Institutionen wie Schule oder in Unternehmen, wie beispielsweise Verlagen, verwendet. Die reformierte Bethel Christian Church Zurich feiert ihre Gottesdienste im reformierten Bethaus in der Schlossgasse in der Schmiede in Zürich-Wiedikon.

Die Pfingstbewegung ist eine weltweite christliche Bewegung, die im Laufe ihres Bestehens innerhalb der traditionellen Kirchen und Freikirchen eine bedeutende Wirksamkeit entfaltete. Für alle Richtungen der Pfingstbewegung hat das Werk des Heiligen Geistes eine zentrale Bedeutung bei Lehre und Glaubenspraxis. In den meisten theologischen Fragen steht die Pfingstbewegung in der Tradition des reformierten Evangelikalismus. (woz) 


Pastor Isaac Tesma | © zVg
23. Juni 2025 | 16:00
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