Bartholomaios I. (m.l.), griechisch-orthodoxer Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel und Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie, und Papst Leo XIV. (m.r.) - flankiert von zwei Diakonen - am 30. November 2025 bei einer Göttlichen Liturgie zum Fest des heiligen Apostels Andreas in der Patriarchalkathedrale Sankt Georg in Istanbul (Türkei).
Vatikan

Papst findet weiteren Dialog auf dem deutschen Synodalen Weg für nötig

Das deutsche Reformprojekt Synodaler Weg sorgt seit Jahren für Debatten mit Rom. Regelmässig finden Gespräche zwischen deutschen Bischöfen und römischer Kurie statt. Bei der «fliegenden Pressekonferenz» äusserte sich nun Papst Leo XIV. zu dem Thema.

(KNA) Papst Leo XIV. hält beim Reformprojekt Synodaler Weg einen weiteren Dialog innerhalb der Kirche in Deutschland für nötig. Er wisse, dass für viele Katholiken in Deutschland bestimmte Aspekte des Reformprojekts, wie es bisher gestaltet sei, nicht «ihre eigene Hoffnung für die Kirche oder ihres eigenen Weges, Kirche zu leben», spiegelten, sagte er am Dienstag auf dem Rückflug von Beirut nach Rom.

«Weiterer Dialog, weiteres Zuhören»

«Also braucht es einen weiteren Dialog und weiteres ‘Zuhören’ in Deutschland selbst, so dass niemandes Stimme ausgeschlossen wird.» Es dürfe nicht die Stimme derer, die mächtiger sind, die Stimme derer verstummen lassen, die vielleicht auch sehr zahlreich seien, aber keinen Ort hätten, um sich Gehör zu verschaffen und Teilhabe an der Kirche zu erhalten, mahnte Leo.

«Die Tatsache, dass an einem Ort Synodalität in bestimmter Weise gelebt wird und an einem anderen Ort anders, bedeutet nicht, dass da Risse oder Brüche entstehen würden.»

In der Kirche gebe es grundsätzlich Raum für Respekt, für Inkulturation, erklärte er. «Die Tatsache, dass an einem Ort Synodalität in bestimmter Weise gelebt wird und an einem anderen Ort anders, bedeutet nicht, dass da Risse oder Brüche entstehen würden. Ich denke, es ist sehr wichtig, daran zu erinnern.» 

«Ich bin sehr hoffnungsvoll, dass sich alles zum Guten wenden wird.»

Zugleich verwies der Papst auf die Bischofssynode zur Synodalität. «Es gibt grosse Ähnlichkeiten, aber auch einige deutliche Unterschiede zwischen der Art und Weise, wie der Synodale Weg in Deutschland vorangetrieben wurde und wie er in der Weltkirche am besten fortgesetzt werden könnte», so das Kirchenoberhaupt. »Ich bin sehr hoffnungsvoll, dass sich alles zum Guten wenden wird.»

Fortdauernder Prozess

Weiter verwies er auf den seit einigen Jahren laufenden Dialog einer Gruppe deutscher Bischöfe mit Kardinälen der römischen Kurie, an dem er selbst als Kardinal teilgenommen hatte. Es gebe einen fortdauernden Prozess, um «sicherzustellen, dass der deutsche Synodale Weg nicht gewissermassen von dem abweicht, was als Weg der Weltkirche angesehen werden muss», so das Kirchenoberhaupt. 

«Ich bin sicher, dass es weitergehen wird. Ich erwarte, dass Anpassungen auf beiden Seiten in Deutschland gemacht werden – aber ich bin sehr hoffnungsvoll, dass sich alles zum Guten wenden wird.»

2019 Synodaler Weg begonnen

Der deutsche Synodale Weg hatte 2019 als eine Art Kirchenparlament von Bischöfen, Priestern und Laien begonnen und zahlreiche Beschlüsse zur Reform der innerkirchlichen Verfassung und der Sexualmoral gefasst. Er führte zur Gründung einer ständigen Synodalkonferenz.

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In diesem Gremium werden künftig deutsche Bischöfe und Laien gleichberechtigt beraten und Beschlüsse fassen. Parallel dazu gibt es auch auf globaler Ebene in der katholischen Kirche neue Formen der Beratung unter Laienbeteiligung. Sie mündeten 2023 und 2024 in zwei Vollversammlungen der sogenannten Weltsynode in Rom. Sie beschloss weniger weitreichende Veränderungen als der deutsche Synodale Weg. Der weltweite synodale Beratungsprozess soll 2028 durch eine universale Kirchenversammlung in Rom abgeschlossen werden.


Bartholomaios I. (m.l.), griechisch-orthodoxer Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel und Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie, und Papst Leo XIV. (m.r.) – flankiert von zwei Diakonen – am 30. November 2025 bei einer Göttlichen Liturgie zum Fest des heiligen Apostels Andreas in der Patriarchalkathedrale Sankt Georg in Istanbul (Türkei). | © Vatican Media/Romano Siciliani/KNA
6. Dezember 2025 | 15:00
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