Orlandi distanziert sich von Äusserung zu Johannes Paul II.
Der Bruder der verschwundenen Vatikanbürgerin Emanuela Orlandi hat sich von diffamierenden Äusserungen über Papst Johannes Paul II. (1978-2005) distanziert. In einer Talkshow des italienischen Privatsenders «La7» sagte Pietro Orlandi am Dienstagabend, er habe weder den damaligen Papst noch die Gläubigen verletzen wollen.
Der Mann, der seit 40 Jahren öffentlich nach dem Verbleib seiner verschwundenen Schwester fragt, betonte, er sei weiterhin zur Kooperation mit dem vatikanischen Staatsanwalt Alessandro Diddi bereit.
Diddi hatte Pietro Orlandi am Osterdienstag etwa acht Stunden lang als «informierte Person» in dem Fall befragt. Dabei hat Orlandi nach eigenen Angaben 28 Menschen benannt, die nach seiner Vermutung in den Fall involviert gewesen sein könnten, unter ihnen auch mehrere Kardinäle.
Papst Johannes Paul II. als Entführer?
Danach hatte Pietro Orlandi in einem Interview die Anschuldigungen eines römischen Mafioso gegen Johannes Paul II. zitiert. Dieser hatte behauptet, dass der polnische Papst nachts gemeinsam mit zwei Freunden heimlich den Vatikan verlassen habe, um minderjährige Mädchen zu suchen und zu entführen. Nun machte Orlandi klar, dass er diese Aussagen lediglich zitiert habe, weil sie bei den Ermittlungen zu dem Fall vorgekommen seien.
Die Äusserungen Orlandis hatten in Polen, Italien und im Vatikan zu heftigen Reaktionen geführt. Papst Franziskus wies die Anschuldigungen öffentlich als «beleidigend und unbegründet» zurück. Orlandi erklärte nun in der Fernseh-Talkshow, dass diese Kritik des Papstes sich nicht gegen ihn richte, sondern gegen den verstorbenen Mafioso Enrico de Pedis, den er zitiert habe. (cic)
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