Nach Penis-Affäre: Priester feiert keine Messen mehr

«Widersprüchliche Aussagen haben zu Verwirrung und Unruhe geführt», schreibt die Landeskirche Nidwalden über die Penis-Affäre. Sie hat nun eine Koordinationsgruppe gebildet. Der Priester feiert momentan keine Messen mehr.

Raphael Rauch

Die Penis-Affäre im Kanton Nidwalden gibt nach wie vor zu reden. Es laufen mehrere Strafverfahren: gegen einen Priester, weil er seiner Pfarramtssekretärin ein Foto mit erigiertem Penis geschickt hat. Ein Versehen, wie der Priester beteuert.

Im Gegenzug hat der Priester die Sekretärin angezeigt – und den Präsidenten des Kirchenrates, der mit der Sekretärin verheiratet ist. Ausserdem läuft ein Verfahren gegen die Vizepräsidentin des Kirchenrates.

Sexting-Geschichte überfordert die Kirche

Die Penis-Affäre hat die betroffenen Akteure überfordert. Die Landeskirche Nidwalden teilt mit: Es habe zum Teil «widersprüchliche Aussagen» gegeben, die «zu Verwirrung und Unruhe geführt» hätten. Deswegen gibt es nun eine Koordinationsgruppe.

Als sie das Amt übernahm, wusste sie noch nicht, welche Affären sie beschäftigen werden: Monika Rebhan Blättler (Mitte) mit Daniel Amstad (links) und Klaus Odermatt (rechts).
Als sie das Amt übernahm, wusste sie noch nicht, welche Affären sie beschäftigen werden: Monika Rebhan Blättler (Mitte) mit Daniel Amstad (links) und Klaus Odermatt (rechts).

Die Taskforce soll die «Vorgänge aufarbeiten, inhaltlich begleiten und die Medienarbeit koordinieren». Nach eigenen Angaben steht die Taskforce «in regelmässigem Kontakt mit der Bistumsleitung in Chur».

Priester feiert keine Messen mehr

Die Medien – auch kath.ch – wurden über eine öffentliche Mitteilung des Bistums Chur auf die Penis-Affäre aufmerksam. Das Bistum hatte den vollen Namen des Priesters genannt, ohne dies mit ihm abgesprochen zu haben.

Nach Bekanntwerden der Affäre feierte der Priester weiterhin Messen im Kanton Nidwalden. Doch damit ist jetzt Schluss. Der Priester hat eine Auszeit genommen. Er werde «keine öffentlichen Gottesdienste mehr feiern» und habe sich «aus den seelsorglichen Tätigkeiten in Nidwalden zurückgezogen», bestätigt die Landeskirche Nidwalden.

Rebhan Blättler leitet Gruppe

Die Koordinationsgruppe besteht aus: Monika Rebhan Blättler (Präsidentin der Landeskirche Nidwalden), Pfarrer Peter Camenzind (Generalvikariat Urschweiz), Dekan Melchior Betschart (Dekanat Nidwalden), Monika Dudle-Ammann (Landeskirche Nidwalden), Arthur Salcher und Gaby Studiger (Kirchgemeinde Stansstad) sowie Fredy Barmettler (Kirchgemeinde Obbürgen).


Der Barberinische Faun zeigt einen lasziven jungen Mann. | © Wikimedia Commons / Matthias Kabel Glyptothek/Matthias Kabel, CC BY-SA
2. Oktober 2020 | 17:23
Lesezeit : ca. 1  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!