Schwester Scholastika, damals noch im Kloster Wonnenstein.
Schweiz

Schwester Scolastica hat endlich ein neues Zuhause

Die letzte Ordensfrau des Klosters Wonnenstein hat eine neue Bleibe gefunden. Sie lebt ab sofort im Kurhaus Marienburg in St. Pelagiberg – wo auch Priester der Petrusbruderschaft tätig sind.

(KNA/rp) Scolastica Schwizer, die letzte Ordensschwester des Schweizer Klosters Wonnenstein, hat ein neues Zuhause gefunden. Wie die «Appenzeller Zeitung» am Donnerstag mit Verweis auf den «Appenzeller Volksfreund» berichtet, wird die Ordensfrau ab sofort im Kurhaus Marienburg in St. Pelagiberg leben.

Das Kurhaus sei als Pilgergaststätte gegründet worden, beherberge aber heute auch einige Senioren dauerhaft: Drei betagte Priester und fünf Schwestern der ewigen Anbetung des Kostbaren Blutes leben hier. Das Kurhaus biete unter anderem Alterswohnmöglichkeiten in einer katholischen Umgebung, steht auf seiner Webseite.

Messen im alten römischen Ritus

Täglich werden demnach mehrere Heilige Messen im «alten» römischen Ritus gelesen. Jedes Jahr finden zahlreiche Einkehrtage und Exerzitienkurse statt. Diese würden oft von Priestern der Petrusbruderschaft (FSSP) angeboten, die den Schwester freundschaftlich verbunden seien. 

Zwar gehöre die Kapuzinerin Scolastica nicht dem gleichen Orden an, könne aber gemeinsam mit ihnen beten und Gottesdienste feiern. Schwizer sei das Kurhaus nicht unbekannt, da sie hier bereits Exerzitien durchgeführt habe, heisst es in der Zeitung.

Jahrelange Besetzung des Klosters

Die Ordensfrau hatte sich jahrelang geweigert, das Kloster Kloster nach 61 Jahren zu verlassen. Im Herbst letzten Jahres tat sie es doch, für eine Operation. Anschliessend verbrachte sie die Weihnachtszeit im ehemaligen Schweizer Kloster Altstätten.

Sie war zuletzt die einzige verbliebene Ordensfrau der Gemeinschaft in Wonnenstein. Zudem war sie mehrfach mit juristischen Schritten gegen den Trägerverein des Klosters gescheitert. Gerichte bestätigten, dass sie weder Anspruch auf die Verwaltung ihres Privatvermögens habe noch ihre Altersrente behalten dürfe.

Geplante Nachfolge-Gemeinschaft in der Kritik

Wie der Trägerverein des Klosters Anfang Dezember mitteilte, soll das Kloster Wonnenstein künftig von Schwestern der Gemeinschaft Maria Stella Matutina belebt werden. Dieser Plan stösst auf Kritik – ehemalige Ordensleute warnen vor der Gemeinschaft.

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Schwester Scholastika, damals noch im Kloster Wonnenstein. | © Daniel Ammann
10. Januar 2026 | 09:00
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