Lichtkunstprojektion auf die Wand der Päpstlichen Schweizergarde am 6. Mai 2026
Schweiz

500 Jahre «Sacco di Roma»: 2027 als Gedenkjahr für die Schweizergarde

Die Schweizergardisten in ihren farbenfrohen Uniformen gehören zum Vatikan wie die Engelsburg oder der Obelisk auf dem Petersplatz. Trotz des vielleicht folkloristischen Eindrucks: Der Dienst der Schweizergardisten für den Papst ist eine ernste Sache. Das zeigt ein Ereignis vor fast genau 500 Jahren.

Sabine Kleyboldt

Mit grossen Feierlichkeiten erinnert die Schweizergarde 2027 an den 500. Jahrestag der Plünderung Roms, zentrales Ereignis für die Gründung der Leibgarde des Papstes. Das Gedenkjahr «500 Jahre Sacco di Roma» würdige die 189 Gardisten, die ihre Aufgabe zum Schutz des Papstes «treu und grösstenteils bis in den Tod erfüllten», teilte die Garde am Sonntag im Vatikan mit.

Bei der Verteidigung von Papst Clemens VII. beim «Sacco di Roma» am 6. Mai 1527 starben 147 Gardisten, 42 Männer brachten ihn sicher in die Engelsburg. In Erinnerung daran findet seit 1911 jährlich am 6. Mai die Vereidigung neuer Gardisten statt.

Kongress in Brig

Den Auftakt des Gedenkjahres unter dem Motto «Werte, die bleiben: Treue, Zuverlässigkeit, Professionalität und Zusammenhalt» bildet am 23. Januar ein Historiker-Kolloquium in Brig zur wissenschaftlichen Aufarbeitung des Sacco di Roma. Vom 16. bis 19. April nimmt die Schweizergarde am Zürcher Zunftfest «Sechseläuten» teil. Damit solle auch die Verbundenheit zu Zürich gezeigt werden, dessen damaliger Gardekommandant Kaspar Röist beim Sacco di Roma ums Leben kam.

Den Höhepunkt des Gedenkjahres bilden die Feierlichkeiten vom 5. bis 7. Mai im Vatikan. Geplant sind eine Vesper und die Enthüllung einer Gedenktafel für gefallene Gardisten, eine Messe im Petersdom, die Vereidigung der neuen Gardisten, ausnahmsweise auf dem Petersplatz, und eine Lichtkunstprojektion des Schweizer Künstlers Gerry Hofstetter.

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Am 4. September folgt die nationale Wallfahrt der ehemaligen Gardisten in Einsiedeln. Ebenso sind die Uraufführung eines Films sowie eine weitere Licht-Installation vorgesehen. Die Schweizergarde will mit dem Gedenkjahr auch das Verständnis für ihre Rolle stärken, junge Männer für ihren Dienst interessieren und die Verbundenheit der Schweiz mit der traditionsreichen Institution zeigen.

Sollstärke von 135 Mann

Die Schweizergarde, militärische Schutztruppe der Päpste mit einer Sollstärke von 135 Mann, hat über die Sicherheit der Person und der Residenz des Papstes zu wachen. Zudem begleiten Gardisten das Kirchenoberhaupt auf Reisen, kontrollieren die Eingänge zum Vatikanstaat und nehmen Ordnungs- und Ehrendienste wahr.

Mitglied der Garde können nur katholische Männer werden, die in ihrer Schweizer Heimat Militärdienst geleistet haben und einen untadeligen Ruf besitzen. Sie müssen mindestens 1,74 Meter gross, jünger als 30 Jahre und unverheiratet sein. Länger gediente Gardisten dürfen heiraten.


Lichtkunstprojektion auf die Wand der Päpstlichen Schweizergarde am 6. Mai 2026 | © Päpstliche Schweizergarde / Gerry Hofstetter
5. Oktober 2026 | 15:00
Lesezeit : ca. 2  Min.
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