Weihbischof Josef Stübi
Schweiz

Medienbischof Josef Stübi sagt Nein zur Halbierungsinitiative

Josef Stübi, Medienbischof der Schweizer Bischofskonferenz, sorgt sich, dass durch die Halbierungsinitiative religiöse und ethisch-philosophische Sendungen sowie Gottesdienstübertragungen aus den öffentlich-rechtlichen Medien verdrängt werden. Er hofft, dass die Halbierungsinitiative abgelehnt wird – und hat seinen Stimmzettel schon abgegeben.

Jacqueline Straub

Wie blicken Sie als Medienbischof auf die Halbierungsinitiative?

Josef Stübi*: Hoffnungsvoll in dem Sinn, dass sie abgelehnt wird.

Sehen Sie in der Reduktion der Mittel für die SRG eine Gefahr für die demokratische Meinungsbildung?

Stübi: Das ist in diesem Zusammenhang ein grundlegendes Thema. Demokratie lebt von Möglichkeiten der Meinungsbildung und des öffentlichen Diskurses. Dazu ist Platz für Meinungsvielfalt, vornehmlich auch in den öffentlich-rechtlichen Medien, von grosser Bedeutung. Dabei darf auch die Viersprachigkeit unseres Landes nicht ausser Acht gelassen werden, deren ausgewogene Präsenz garantiert werden muss.

«Ich habe meine Meinung zu dieser Vorlage gemacht.»

Welche Befürchtungen hätten Sie, wenn die Halbierungsinitiative angenommen würde? Würde etwa eine Annahme der Initiative die kirchliche Medienpräsenz beeinträchtigen?

Stübi: In dieser meiner Rolle als Medienbischof beunruhigt mich an der Halbierungsinitiative auch die Gefahr, dass wegen der daraus resultierenden Umstrukturierungen religiöse und ethisch-philosophische Formate wie auch die Übertragung religiöser Veranstaltungen mit grosser Wahrscheinlichkeit aus den öffentlich-rechtlichen Medien verdrängt werden oder sogar ganz verschwinden.

«Ich verweise gerne auf die Stellungnahme zur Vox Ethica.»

Werden Sie persönlich der Halbierungsinitiative zustimmen oder sie ablehnen?

Stübi: Ich habe meine Stimmzettel bereits in den entsprechenden Briefkasten gelegt. Ich habe meine Meinung auch zu dieser Vorlage gemacht und dementsprechend abgestimmt – mit einem Nein.

Was raten Sie Gläubigen, die in dieser Frage unsicher sind?

Stübi: Das erschliesst sich aus dem, was ich oben gesagt habe. Im Hinblick auf eine Entscheidungsfindung verweise ich gerne auch auf die Stellungnahme zur Halbierungsinitiative von Vox Ethica, der Dienstelle der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz, vom 20. Januar 2026.

*Josef Stübi ist Weihbischof des Bistums Basel und Medienbischof der Schweizer Bischofskonferenz.

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Weihbischof Josef Stübi | © Kirche in Not
24. Februar 2026 | 12:00
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