Manuel Dürr: «Mein grosses Vorbild ist der ukrainische Maler Sergey Chubirko»
Nach dem Vorkurs an der Berner Hochschule der Künste wechselte Manuel Dürr an eine private russische Kunstakademie in Florenz. Nun durfte er für den Petersdom einen Kreuzweg malen. Was er in Florenz gelernt hat, erzählt er im Podcast «Laut + Leis».
«Es war ganz lustig, ich beeile mich noch zu sagen, das waren damals russische und ukrainische Künstler, die unterrichtet haben. Das ist nicht unser Thema, aber die haben damals den Unterschied noch gar nicht so betont. Das wäre jetzt wahrscheinlich anders.
Jedenfalls, ich sage das deswegen, weil mein grosses Vorbild ist ein ukrainischer Maler, mit dem ich bis heute Kontakt habe und der mir auch Feedback gegeben hat zu meinem Kreuzweg für den Petersdom. Er heisst Sergey Chubirko, lebt in Florenz und hat auch ein kleines Atelier, wo man Kurse belegen kann.
Also ein ganz, ganz toller Mensch. Bei ihm geht es nicht in erster Linie darum, gleich Kunst zu machen, wenn damit gemeint ist, der Welt einen ganz originellen Entwurf zu präsentieren. Sein Ansatz ist ein anderer: Die Kunststudentinnen und -studenten sollen zuerst einmal lernen, wie es die grossen Meister gemacht haben.
Das heisst, zuerst übt man sich in einer Art Mimesis, einer Art Nachahmung. Davon ausgehend, entwickelt man dann in einem späteren Schritt seine eigene Sprache und künstlerische Ausdrucksweise. Das ist der grosse Unterschied beispielsweise zu den Kunstschulen in der Schweiz, wo man schon früh dazu ermuntert wird, eine eigene künstlerische Vision zu entwerfen.»
Das sagt Manuel Dürr im Podcast «Laut + Leis». Sämtliche Rechte am Kreuzweg sind beim Vatikan. Erstmals aufgehängt werden die Ölgemälde im Petersdom morgen Aschermittwoch. Bis dann gilt Geheimhaltung; auch Fotos stehen bis zum Beginn der Passionszeit keine zur Verfügung. Künftig werden die Ölgemälde jährlich während der Fasten- und Osterzeit zu sehen sein. (sl)
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