Der Schweizer Maler Manuel Andreas Dürr und sein Siegerprojekt für die "Via Crucis"
Schweiz

Grosse Ehre: Neuer Kreuzweg im Vatikan von Schweizer Künstler

Der Schweizer Manuel Andreas Dürr gewinnt den internationalen Kunstwettbewerb für die Schaffung einer neuen «Via Crucis» im Petersdom.

Die für die Papstbasilika St. Peter im Vatikan verantwortliche «Fabbrica di San Pietro» hat bekannt gegeben, dass der Schweizer Künstler Manuel Dürr den internationalen Wettbewerb zur Realisierung einer «Via Crucis» (Kreuzweg) in der Papstbasilika St. Peter im Vatikan gewonnen hat.

Manuel Andreas Dürr in seinem Atelier
Manuel Andreas Dürr in seinem Atelier

An dem Wettbewerb nahmen nahezu 1’000 Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt teil. Dürrs Entwürfe wurden aufgrund ihrer «herausragenden technischen Qualität, Originalität und ihrer kraftvollen Ausdrucksstärke» ausgewählt.

Die Jury, bestehend aus führenden Kunsthistorikern, Liturgikern und vatikanischen Würdenträgern, lobte insbesondere die tiefe Spiritualität und Ausdruckskraft in Dürrs Skizzen. Seine Darstellungen der vierzehn Stationen der Via Crucis werden als grossformatige Ölgemälde ab dem 18. Februar 2026 jährlich wiederkehrend während der Passions- und Osterzeit im zentralen Kirchenschiff der Papstbasilika ausgestellt sein.

«Was für eine Ehre neben Michelangelo und Bernini auszustellen. Und was für ein Schrecken, eigene Werke zu schaffen, die ihren Platz finden sollen in einem kunst- und kulturhistorisch so bedeutsamen Ort», sagte Dürr. Er betonte, dass er durch seine Kunst bewirken möchte, dass «Menschen neue Perspektiven auf die dargestellten Themen eröffnen und diese selbst besser verstehen».

Das Jüngste Gericht, Detail des Deckengemäldes von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan.
Das Jüngste Gericht, Detail des Deckengemäldes von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan.

Manuel Dürrs Werke zeichnen sich dadurch aus, dass sie von einem intensiven Studium verschiedener künstlerischer Traditionen geprägt sind und diese in neuer Weise zu interpretieren versuchen. Man findet Anklänge an die filigrane Malerei der italienischen Renaissance aber auch an den expressiveren, gröberen Strich des Pariser Realismus eines Courbets etwa.

«Malerei kann heute eine besondere Form sein, die Wahrheit zu sagen.»

Die Bildkompositionen sind der gegenständlichen Malerei verpflichtet, werden aber mit Wertschätzung für die All-Over Malerei des abstrakten Expressionismus oder die Sensibilitäten der Expressionisten neu interpretiert. Seine Werke, die weltweit ausgestellt wurden, sind bekannt für ihre kraftvolle Bildsprache und ihre Fähigkeit, religiöse und gesellschaftliche Themen auf eindrucksvolle Weise zu interpretieren. In Bezug auf seine künstlerische Praxis meint Dürr: «Malerei kann heute eine besondere Form sein, die Wahrheit zu sagen.»

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Mit seinem Sieg an diesem mit 120’000 Euro dotierten Wettbewerb erhält Manuel Andreas Dürr die einzigartige Möglichkeit, seine künstlerische Interpretation der Via Crucis an einem weltweit einzigartigen Ort zu realisieren. (woz)

*Manuel Andreas Dürr (*1989) studierte Malerei an der Klassischen Kunstakademie in Florenz und später Philosophie, Kunstgeschichte und Slawistik an den Universitäten Fribourg und Bern. Seine Werke wurden in internationalen Ausstellungen in Europa, China und den USA gezeigt. Er arbeitet als freischaffender Künstler in Biel (BE) und führt das Atelier zusammen mit seiner Frau Anja. Sie haben drei kleine Kinder.

Der Schweizer Maler Manuel Andreas Dürr und sein Siegerprojekt für die «Via Crucis» | © zVg
19. Dezember 2024 | 12:00
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