Niklaus von Flüe, Huldrych Zwingli und der Zytturm von Zug | © zVg
Schweiz
Niklaus von Flüe, Huldrych Zwingli und der Zytturm von Zug | © zVg

Landeskirchen feiern Niklaus von Flüe und Reformation gemeinsam

Freiburg/Bern, 7.1.17 (kath.ch) 500 Jahre Reformation und 600. Geburtstag von Niklaus von Flüe. Die beiden grossen Landeskirchen laden anlässlich dieses Doppeljubiläums am 1. April zu einem nationalen ökumenischen Gedenk- und Feiertag nach Zug ein, wie die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) und der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) am 6. Januar gemeinsam mitteilten. Sie rufen zu mutigen Schritten zu mehr Einheit auf.

Mit dem Gedenktag unter dem Motto «Gemeinsam zur Mitte» wollen die beiden Landeskirchen erstmals gemeinsam an die Reformation und an Niklaus von Flüe erinnern. Im Vordergrund stünden dabei das Teilen gemeinsamer Schätze aus der je eigenen Tradition, die selbstkritische Erinnerung an wichtige kirchengeschichtliche Ereignisse sowie der gemeinsame Auftrag, das Evangelium zu bezeugen und «mutige Schritte hin zu mehr Einheit zu tun».

Bruder Klaus – authentischer Zeuge des Evangeliums

Die Kirchen könnten heute gemeinsam das Positive benennen, das die Reformation mit sich gebracht habe, heisst es in der Mitteilung weiter. Dazu gehörten etwa die Wiederentdeckung des Evangeliums, das Insistieren der Reformatoren auf der glaubensstiftenden Kraft des Wortes Gottes oder die Lehre vom Priestertum aller Gläubigen, welches in der Taufe begründet sei.

Zwingli und andere Reformatoren hätten in Niklaus von Flüe einen authentischen Zeugen des Evangeliums gesehen, auch wenn sich die beiden Kirchen über die Bedeutung des Eremiten keineswegs immer einig gewesen seien. Mit dem ökumenischen Gedenktag wollen die beiden Kirchen «zu einer selbstkritischen und gerechten Erinnerung an das beitragen, was zu ihrer Trennung geführt hat».

An trennenden Unterschieden arbeiten

Gleichzeitig wolle man das Verbindende feiern. «Dies setzt Bussetun voraus, wodurch Befreiung zum Miteinander geschieht», so die Mitteilung. Mit dem Motto wolle man daran erinnern, dass das Zentrum des Glaubens im Fokus stehe, nämlich «Jesus Christus, der uns Menschen durch seinen Tod am Kreuz befreit hat». Die Gewissensfreiheit sei heute ein anerkanntes Recht. Dieses bilde das Fundament für einen respektvollen Dialog der Konfessionen.

Das Gedenkjahr 2017 soll den Kirchen in der Schweiz schliesslich zur Ermutigung werden, das Evangelium durch Wort und Tat zu verkünden und «an den verbleibenden trennenden Unterschieden zu arbeiten».

Am Gedenktag selber wollen die Schweizer Kirchen und ihre Hilfswerke ausserdem ihre Verantwortung für die Gesellschaft bekräftigen, die sich in zahlreichen gemeinsamen Engagements ausdrücken, etwa in der Spital- und Gefängnisseelsorge, für Asylsuchende in Bundeszentren, in gemeinsamen Erklärungen zum Flüchtlingssonntag und zum Menschenrechtstag sowie in der gemeinsamen Kampagne während der Fastenzeit.

Gottesdienst mit Gmür, Podium mit Morerod

Auf dem Programm steht ein ökumenischer Gottesdienst unter Mitwirkung von Felix Gmür, Bischof von Basel, und Gottfried Locher, Präsident des SEK. An einem Podium zur Frage «Wie (be)finden wir uns gemeinsam auf dem Weg zur Mitte?» nehmen nebst Locher SBK-Präsident Charles Morerod, Eva-Maria Faber, Professorin an der Theologischen Hochschule Chur, und Hansruedi Vetsch, Präsident der Stiftung Bruderklausen-Kapelle Frauenfeld, teil. Ausserdem finden zahlreiche Gespräche und Referate sowie musikalische Darbietungen statt. (sys)

 

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