Aufmüpfiger Frauenbund: Mit pinken Mitren mischten sich Katholikinnen unter den nationalen Frauenstreik vom 14. Juni 2019.
Schweiz

Katholischer Frauenbund entscheidet über Streichung des «K» im Namen

Der Schweizerische Katholische Frauenbund könnte bald anders heissen. Nämlich schlicht und einfach: «Frauenbund Schweiz». Im Mai entscheidet die Delegiertenversammlung des Dachverbands über die Streichung des Wortes «katholisch».

Barbara Ludwig

Der Schweizerische Katholische Frauenbund (SKF) ist mit 100’000 Mitgliedern der grösste konfessionelle Frauendachverband hierzulande. Der über 100-jährigen Organisation gehören 17 Kantonalverbände und 540 Ortsvereine an. Nun schlägt der Verband eine Änderung seines Namens vor, wie das «Berner Pfarrblatt» am Dienstag berichtete.

Die Dachorganisation soll neu «Frauenbund Schweiz» statt «Schweizerischer Katholischer Frauenbund» heissen. Über den Antrag einer Arbeitsgruppe entscheidet die SKF-Delegiertenversammlung am 23. Mai in Visp VS.

Keine strategische Neuausrichtung

Diskussionen über den Namen sind offenbar nicht neu. Das Thema sei schon seit 25 Jahren immer wieder auf dem Tapet, sagt Katharina Jost, Vize-Präsidentin, gegenüber dem «Berner Pfarrblatt» – mal auf nationaler Ebene, mal mehr in den Ortsvereinen. Nur elf Prozent der 540 Ortsvereine führten das «Katholisch» explizit im Namen, sagt SKF-Präsidentin Simone Curau-Aepli, die ebenfalls – wie auch zwei weitere Verbandsfrauen – am Gespräch mit dem Pfarrblatt teilnahm.

Am Leitbild und der Zugehörigkeit zur katholischen Kirche ändere sich mit der Streichung des «K» nichts, versicherten die SKF-Frauen. Es gehe nicht um eine strategische Neuausrichtung des Verbandes. Auch das Logo und das Engagement blieben unverändert.

Das «K» schreckt ab

Das «K» soll gestrichen werden, weil es laut SKF-Vertreterinnen in vielerlei Schwierigkeiten bereite, schreibt das Pfarrblatt. So schrecke es Frauen ab, die nicht katholisch seien. Es habe für Menschen unterschiedliche Bedeutungen und sei deshalb keine gute Marke. Insbesondere seit der Publikation der Pilotstudie zum Missbrauch in der katholischen Kirche der Schweiz 2023 hätten die negativen Assoziationen zugenommen. Das «K» werde mit Klerikalismus, Homophobie und Unterdrückung von Frauen assoziiert. Dass der SKF den Begriff schon seit Jahrzehnten offener definiere, könne man heute kaum mehr transportieren.

«Als katholischer Dachverband nehmen wir bewusst immer wieder auch andere Positionen ein als die Amtskirche.»

Trotzdem sei den Verbandsfrauen die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche wichtig, sie definierten «katholisch» jedoch anders. «Als katholischer Dachverband nehmen wir bewusst immer wieder auch andere Positionen ein als die Amtskirche», sagt Simone Curau-Aepli. Für den Frauenbund stünden Werte wie Solidarität, Nächstenliebe und Menschenwürde im Zentrum, und die sogenannte «Gleichwürdigkeit» – sprich gleiche Würde und Rechte für alle Menschen innerhalb der Kirche. Von einer Namensänderung erhofft man sich auch, neue Mitglieder zu gewinnen.

Die vier Frauen seien zuversichtlich, dass der Antrag im Mai angenommen werde, so das Pfarrblatt. Denn die Namensänderung sei in einem langen synodalen Prozess diskutiert worden.

Bischöfe informiert

Bereits informiert über die Namensänderung sind demnach die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) sowie die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ), die den Frauendachverband finanziell unterstützt. Kommende Woche solle das Thema im Kooperationsrat der beiden Organisationen beraten werden.

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Aufmüpfiger Frauenbund: Mit pinken Mitren mischten sich Katholikinnen unter den nationalen Frauenstreik vom 14. Juni 2019. | © Anne Burgmer
5. Februar 2025 | 15:00
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