Die neue Fassade der Kaserne zum Cortile dell’Olmo
Schweiz

Kaserne der Schweizer Garde: Baubewilligung liegt vor, Geld fehlt

Der Heilige Stuhl unterstützt die Pläne für einen Neubau der Kaserne der Schweizer Garde. Das entsprechende Baugesuch wurde im Januar bewilligt. Allerdings haben sich die Baukosten erhöht. Bevor mit dem Neubau begonnen werden kann, gilt es weitere Mittel zu beschaffen.

Stefan Betschon

Die Platzverhältnisse in der Kaserne der päpstlichen Schweizer Garde in Rom sind beengend. Auch ist der Bau in die Jahre gekommen, er bietet wenig Komfort und ist auch funktional ungenügend. Ein Neubau ist deshalb dringend notwendig. Schweizer Architekten und Ingenieure haben in Zusammenarbeit mit den technischen Diensten des Vatikanstaats ein Projekt für einen Neubau ausgearbeitet.

Die gute Nachricht: Die Baubewilligung liegt jetzt vor. Die weniger gute Nachricht: Der Bau wird teurer als geplant und er erweist sich als technisch anspruchsvoller als vorerst angenommen.

Das hat zur Folge, dass die Bauarbeiten später beginnen und länger dauern werden. Der Baubeginn wurde ins Jahr 2027 verschoben, der Abschluss der Arbeiten ist für Ende 2029 vorgesehen. Dies teilt die Stiftung für die Renovation der Kaserne der Päpstlichen Schweizergarde mit. Die Kasernenstiftung war 2016 gegründet worden, um Spendengelder für einen Neubau zu sammeln.

Anpassungen des Projektes

Seit 2019 hat die Kasernenstiftung in der Schweiz 44,7 Millionen Franken in Form von Spenden und Spendenzusagen zusammengebracht. Ursprünglich war mit Baukosten von 45 Millionen gerechnet worden. Dieser Betrag erhöht sich nun um fast 25 Millionen Franken.

Wichtigster Grund für die Erhöhung ist der Anstieg der Baukosten in Rom. Ein weiterer Grund ist durch eine Veränderung des Projekts gegeben: Während ursprünglich geplant war, alle Gebäude abzureissen und neu zu bauen, soll nun die Italien zugewandte Fassade der Kaserne erhalten bleiben.

Hoffen auf Spender im Ausland

Bisher konzentrierte sich die Kasernenstiftung bei der Mittelbeschaffung auf die Schweiz. Hier ist laut der Medienmitteilung das Projekt einer neuen Kaserne «auf breite und grosszügige Zustimmung gestossen».

Um die zusätzlichen 25 Millionen Franken einzusammeln, appelliert die Stiftung «erneut an die Grosszügigkeit der Schweizer Spenderinnen und Spender»: «Wir hoffen, dass sie Verständnis dafür haben, dass die Kostensteigerung, mit der wir konfrontiert sind, voll und ganz nachvollziehbar ist und dass das Projekt unterstützenswert bleibt, da es zum Ansehen der Schweiz in der Welt beiträgt.» Zudem soll das Fundraising auf europäische Nachbarländer und auch auf die USA ausgeweitet werden.

Bis Ende Jahr soll die Beschaffung der zusätzlichen Mittel abgeschlossen sein, sodass die Bauarbeiten 2027 beginnen können.

Die neue Fassade der Kaserne zum Cortile dell’Olmo | © Durisch + Nolli
19. Februar 2026 | 07:00
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