Kardinal Koch zu Israel und Gaza: Ehrlich miteinander sprechen
Kardinal Kurt Koch sieht Christen angesichts des Gaza-Kriegs in einem schmerzhaften Spannungsfeld. Umso wichtiger sei der Dialog mit Juden und der Einsatz für Frieden für Israelis und Palästinenser.
Severina Bartonitschek (CIC)
Im Nahost-Konflikt plädiert der Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch für ein ehrliches Gespräch zwischen Juden und Christen. «Viele Christen befinden sich in einem schmerzhaften Spannungsfeld zwischen ihrer Verbundenheit mit dem jüdischen Volk und ihrer ethischen Verpflichtung gegenüber den Leidenden in Gaza, vor allem gegenüber den zivilen Opfern», sagte der Präfekt des Dikasteriums für die Einheit der Christen dem Portal Vatican News am Mittwoch.
«Die Kirche erkennt daher ihre Verpflichtung an, sich für den Frieden sowohl für das israelische als auch für das palästinensische Volk einzusetzen.»
Unerlässlich sei es gerade in solchen Situationen, den Dialog nicht abreissen zu lassen. «Die Kirche erkennt daher ihre Verpflichtung an, sich für den Frieden sowohl für das israelische als auch für das palästinensische Volk einzusetzen», so Koch weiter. Der Heilige Stuhl sei schon immer davon überzeugt gewesen, dass nur die Schaffung zweier Staaten Frieden im Nahen Osten bringen kann.
Christen können unmöglich antisemitisch sein
Zugleich betonte Koch, für einen Christen sei es unmöglich, antisemitisch zu sein. Das Judentum sei der «Mutterboden», aus dem das Christentum hervorgegangen sei. «Man kann kein gutes Familienmitglied sein, wenn man seine Mutter nicht schätzt und liebt», sagte Koch.
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