Schweiz

Straub unterstützt Pilgerprojekt «Für eine Kirche mit den Frauen»

Zürich, 3.7.16 (kath.ch) Die katholische Theologin Jacqueline Straub unterstützt das Pilgerprojekt «Für eine Kirche mit den Frauen», das am Samstag, 2. Juli, in Rom seinen Abschluss gefunden hat. Es sei toll, dass sich die Pilgerinnen und Pilger für eine «dialogische Kirche» einsetzten, sagte die 25-Jährige in der Sendung «Sternstunden Religion» auf SRF1 (3. Juli).

«Grossartig» sei es, dass Frauen und Männer gemeinsam nach Rom pilgerten und dort ein Zeichen setzten, so die junge Frau, die sich selber zur Priesterin berufen fühlt. «Mal schauen, wie das im Vatikan angenommen wird.»

Jung und religiös – kein Problem

Auf die Feststellung von Moderator Norbert Bischofberger, man spüre bei ihr keinerlei Gegensatz zwischen jung, emanzipiert und religiös, antwortete Straub: «Es ist ja auch kein Gegensatz. Man kann heute jung sein, man kann auch weltlich sein und trotzdem voll und ganz im Glauben und auch in der jeweiligen Religion aufgehen.» Das sei absolut kein Widerspruch.

Die Sendung ging der Frage nach, wie man angesichts der Benachteiligung des weiblichen Geschlechts in den Religionsgemeinschaften als junge Frau gleichzeitig emanzipiert und religiös sein kann. Eingeladen war nebst Straub die Jüdin Mirjam Haymann. Jung, emanzipiert und religiös zu sei, ist der Sendung zufolge auch für sie kein Widerspruch.

Sendung ohne Muslimin

Die Sternstunden-Redaktion hatte sich darauf beschränkt, je eine Vertreterin von Christentum und Judentum einzuladen. Es wäre naheliegend gewesen, in diese Sendung auch eine Muslimin einzuladen, und natürlich habe man sich das überlegt, teilte Redaktionsleiterin Judith Hardegger auf eine entsprechende Anfrage von kath.ch mit. Man habe sich aber dagegen entschieden, weil erfahrungsgemäss drei Gäste das Setting der Sendung, die eine halbe Stunde dauert, sprengten und eine tiefergehende Diskussion verunmöglichten.

Es sei nicht so, dass «wir nicht wollten» oder keine geeignete Muslimin gefunden hätte, so Hardegger. Man achte grundsätzlich darauf, nicht immer die gleiche Religion und die gleichen Persönlichkeiten zu berücksichtigen. Und die Redaktionsleiterin versichert: «Wir thematisieren den Islam oft.» Im konkreten Fall habe das Spannungsfeld «Frau, jung und religiös» im Zentrum gestanden. Man hätte genauso gut eine Buddhistin einladen können, sagte Hardegger. «Denn eigentlich sind ja in fast allen Religionen Frauen benachteiligt.» (bal)

Link zur Sendung

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Jacqueline Straub, katholische Theologin | © 2016 screenshot SRF
3. Juli 2016 | 15:49
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