Blick auf Istanbul | © Georges Scherrer
Ausland
Blick auf Istanbul | © Georges Scherrer

Istanbul erlaubt syrisch-orthodoxen Kirchenbau

Istanbul, 12.1.19 (kath.ch) Im Februar soll in Istanbul der erste Kirchenneubau seit Gründung der türkischen Republik 1923 beginnen. Das teilte der Bürgermeister des Stadtteils Bakirkoy, Bülent Kerimoglu, laut Medienberichten nach einem Treffen mit dem Oberhaupt der syrisch-orthodoxen Kirche in der Türkei, Metropolit Yusuf Cetin, mit.

Den Plan für den Neubau hatte offiziell bereits 2015 der damaligen Ministerpräsident Ahmet Davatoglu verkündet. Die Kirche soll Platz für rund 700 Personen bieten. Zwar gibt es bereits eine syrisch-orthodoxe Kirche im Stadtteil Beyoglu; sie ist aber weit entfernt von den Wohngebieten der meisten syrisch-orthodoxen Christen. Bakirkoy liegt in der Nähe des Atatürk-Flughafens auf europäischer Seite.

Zwar ist die türkische Verfassung seit der Staatsgründung durch Kemal Atatürk offiziell laizistisch. Religiöse Minderheiten ausserhalb des sunnitischen Islam hatten aber immer wieder unter Diskriminierungen zu leiden. Sie erhalten beispielsweise keine finanziellen Zuwendungen von der staatlichen Religionsbehörde.

Leichte Besserung

Leicht gebessert hatte sich die Lage der religiösen Minderheiten zu Beginn der AKP-Regierung nach 2002. So wurde Anfang 2018 die restaurierte bulgarisch-orthodoxe Eisenkirche in Istanbul wiedereröffnet.

Seit dem Syrien-Krieg und der damit einsetzenden Flüchtlingskrise hat sich die Zahl syrisch-orthodoxer Christen in der Türkei stark erhöht. Allein in Istanbul ist ihre Gemeinde auf rund 17’000 Menschen gewachsen. Insgesamt leben in der Türkei rund 3,5 Millionen Flüchtlinge aus Syrien. (kna)

 

News ›
Medienspiegel ›
Katholisches Medienzentrum