Katholische Kirche Näfels
Schweiz

Hängt der Haussegen in Näfels schon wieder schief?: Neue Beschwerde hängig

Nach rund zweieinhalb Jahren Zwangsverwaltung durch einen Sachwalter der Landeskirche hat die Glarner Kirchgemeinde Näfels einen neuen Kirchenrat gewählt. Doch nun kursiert das Gerücht, es sei eine Beschwerde eingereicht worden. Der Kantonalkirchenratspräsident Magnus Oeschger ordnet für kath.ch die neueste Lage der Dinge ein.

Wolfgang Holz

«Bei der katholischen Landeskirche wurde keine Beschwerde gegen die Kirchgemeindeversammlung Näfels vom 22. Mai 2026 eingereicht», erklärt Magnus Oeschger, Kantonalkirchenratspräsident auf Anfrage von kath.ch. Der katholischen Landeskirche sei jedoch bekannt, dass beim Regierungsrat des Kantons Glarus eine Wahl- und Abstimmungsbeschwerde eingereicht worden ist.

«Inhalt und Anträge dieser Beschwerde sind uns nicht bekannt», so Oeschger. Ob die Beschwerde Auswirkungen auf die Wahl des neuen Kirchenrates habe, könne er ebenfalls nicht beurteilen. «Dies hängt vom Inhalt der Beschwerde und vom Entscheid des Regierungsrates ab.» Die katholische Landeskirche sei im Beschwerdeverfahren weder Verfahrenspartei noch zuständige Entscheidungsbehörde.

Im Mai erst neuer Kirchenrat gewählt

Bekanntlich wurde bei der Kirchgemeindeversammlung Ende Mai ein neuer Kirchenrat gewählt. Eine beachtliche Anzahl an Stimmberechtigten hatte in der Dorfturnhalle Näfels die sechs Kandidierenden «mit überwältigendem Mehr» gewählt, wie Sachwalter Andreas Schiesser damals öffentlich mitteilte.

Magnus Oeschger, Vizepräsident der Glarner Landeskirche
Magnus Oeschger, Vizepräsident der Glarner Landeskirche

Zuvor war die Kirchgemeinde Näfels mit der Pfarrei St. Hilarius zweieinhalb Jahre lang unter Zwangsverwaltung der Landeskirche gestanden, weil der Kirchenrat im Oktober 2023 in toto zurückgetreten war infolge Dauerquerelen und Kompetenzgerangel innerhalb des dualen Systems .

Direkt ins Amt gewählt wurden bei den Neuwahlen als Präsident Peter Hauser aus Näfels und als Kirchengutsverwalter Alex Hager aus Mollis. Die weiteren gewählten Ratsmitglieder sind Gianluca Civilla – erstmals ein Italiener – sowie Stefan Fischli aus Näfels und Rino Lacher und Ramona Landolt aus Mollis.

Versammlung doch zu spät einberufen?

Doch nun könnte der Haussegen wieder schief hängen. Denn der kirchliche Frieden in Näfels scheint noch immer fragil. Schnell kam das Gerücht auf, dass besagte Kirchgemeindeversammlung anscheinend zu spät einberufen worden sei. «Das heisst, es könnte noch einen Rekurs geben – wir wollen eigentlich erst Stellung nehmen, wenn die Wahl vollumfänglich gültig ist.»

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Aus Sicht des Sachwalters Andreas Schiesser ist die Wahl zur Kirchgemeindeversammlung indes nicht zu spät einberufen worden und es sei bislang auch keine Stimmrechtsbeschwerde bei ihm eingegangen.

Nun droht offensichtlich neues Ungemach.


Katholische Kirche Näfels | © Regula Pfeifer
31. Juli 2026 | 16:00
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