Schweiz

Glarner Landsgemeinde schickt Burkaverbot bachab

Glarus, 7.5.17 (kath.ch) Keine Chance hatte das Burkaverbot in der Glarner Landsgemeinde. Das oberste Organ des Kanton Glarus hat am Sonntag ein Verhüllungsverbot mit einem Stimmverhältnis von zwei zu eins deutlich abgelehnt, wie die Nachrichtenagentur SDA meldete.

Nach gut einer halben Stunde sei das Thema im Ring im Hauptort Glarus ausdiskutiert gewesen, heisst es in dem Bericht weiter. Der SVP-Politiker Roland Hämmerli, von dem der Antrag für ein Verhüllungsverbot stammte, habe an der Versammlung der Glarner Stimmbürger ausschliesslich mit der Sicherheit argumentiert. Auf der Gegenseite wurde ins Feld geführt, Kleidervorschriften gehörten nicht in die Verfassung.

Der Memorialantrag von Hämmerli, den der Politiker im September 2015 eingereicht hatte, wollte ein Verhüllungsverbot in der Kantonsverfassung verankern. Es sollte verboten sein, das Gesicht im öffentlichen Raum und an Orten zu verhüllen, die allgemein zugänglich sind oder der Erbringung von Publikumsdienstleistungen dienen. Sowohl die Glarner Regierung als auch der Landrat, das Kantonsparlament, hatten den Antrag zur Ablehnung empfohlen.

Burkaverbot bislang nur im Tessin

Der Regierungsrat hatte im November vergangenen Jahres dafür plädiert, den Ausgang der Abstimmung über die eidgenössische Volksinitiative abzuwarten. Für diese Initiative werden noch bis am 15. September Unterschriften gesammelt.

Anderthalb Wochen vor der Landsgemeinde hatte sich im Kanton zudem ein Bürgerkomitee gebildet, das für Nein zum Burkaverbot plädierte. Es bezeichnete ein solches Verbot als «unverhältnismässig» und «kontraproduktiv».

Mit dem Entscheid der Glarner Landsgemeinde, die laut SDA von rund 6000 Stimmberechtigten besucht wurde, bleibt der Kanton Tessin vorläufig der einzige Kanton mit einem Burkaverbot. Dort ist am 1. Juli vergangenen Jahres ein Verhüllungsverbot in Kraft getreten. (bal)


 

Vollverschleierte Musliminnen unterwegs | © pixabay.com CC0
7. Mai 2017 | 15:02
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