Trauerfeier mit Papst Leo XIV. für den verstorbenen Kardinal Emil Paul Tscherrig am 15. Mai 2026 im Vatikan.
Vatikan

«Geduldiger Hirte»: Papst bei Trauerfeier für Kardinal und Vatikandiplomat Tscherrig

Jahrzehntelang vertrat der Schweizer Vatikandiplomat und Kardinal Tscherrig den Papst in Ländern fast aller Kontinente. Nun starb er mit 79 Jahren. Bei der Trauerfeier im Petersdom würdigte der Papst seine Treue und Flexibilität.

Sabin Kleyboldt

(CIC) Papst Leo XIV. hat den Schweizer Kardinal Emil Paul Tscherrig als geduldigen und selbstlosen Hirten gewürdigt. Der Vatikandiplomat habe Christus sein Leben lang grosszügig und treu gedient, «mehr als die Hälfte davon im Dienst des Heiligen Stuhls in verschiedenen päpstlichen Vertretungen und im Staatssekretariat», so der Papst gestern bei der Trauerfeier im Petersdom. Tscherrig war am Dienstag im Alter von 79 Jahren in Rom gestorben.

«Mit der oft unauffälligen, aber dennoch fleissigen und anspruchsvollen Arbeit, die für seinen Dienst so typisch war», habe der Verstorbene zum Wachstum des Reiches Gottes beigetragen und den Hindernissen und Herausforderungen eines päpstlichen Vertreters gesellt, sagte Leo XIV.

Nächstenliebe und Anpassungsfähigkeit

«Eine reiche kirchliche und internationale Erfahrung zeugt von seiner Bereitschaft und Fähigkeit, sich in seiner pastoralen Nächstenliebe an unterschiedlichste Umgebungen anzupassen.» Tscherrig habe daran mitgewirkt, die Gemeinschaft zwischen den Ortskirchen und dem Apostolischen Stuhl zu stärken und freundschaftliche Bande zu vertiefen.

Trauerfeier mit Papst Leo XIV. für den verstorbenen Kardinal Emil Paul Tscherrig am 15. Mai 2026 im Vatikan.
Trauerfeier mit Papst Leo XIV. für den verstorbenen Kardinal Emil Paul Tscherrig am 15. Mai 2026 im Vatikan.

«Unsere Welt braucht dringend Boten, die ihr helfen, das Vertrauen zurückzugewinnen, und das gute Zeugnis derer, die Gott zu seinen Dienern erwählt hat, kann uns darin bestärken, diesem Ruf zu folgen», betonte Papst Leo.

Zugleich erinnerte er an die Hoffnung der Christen auf das Wunder der Auferstehung zum ewigen Leben. Tscherrig habe diese Hoffnung in seinem Bischofs-Motto «Spes mea Christi» ausgedrückt. «Christus, unser Herr, war seine Hoffnung sein ganzes Leben lang», so Leo XIV. Diese Hoffnung erfülle sich nun für immer, schloss er seine Predigt.

Afrika, Karibik, Argentinien, Europa

Der im schweizerischen Kanton Wallis geborene Tscherrig stand bis 2024 im diplomatischen Dienst des Vatikans. Zunächst war er Mitarbeiter in verschiedenen Nuntiaturen, bis er 1996 zum Apostolischen Nuntius in Burundi ernannt wurde. Es folgten Stationen in Trinidad und Tobago und verschiedenen Staaten der Karibik, in Südkorea und der Mongolei, in Schweden, Dänemark, Finnland, Island und Norwegen, in Argentinien und schliesslich 2017 in Italien und San Marino.

Trauerfeier mit Papst Leo XIV. für den verstorbenen Kardinal Emil Paul Tscherrig am 15. Mai 2026 im Vatikan.
Trauerfeier mit Papst Leo XIV. für den verstorbenen Kardinal Emil Paul Tscherrig am 15. Mai 2026 im Vatikan.

Im Pontifikat von Johannes Paul II. (1978-2005) hatte er einige Jahre lang dessen Auslandsreisen mitgeplant. Vor einem Jahr nahm er an der Wahl des aktuellen Kirchenoberhaupts teil.

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2023 hatte Papst Franziskus (2013-2025) den Schweizer zum Kardinal erhoben – eine eher unübliche Ehrenbezeugung für aktive Vatikanbotschafter. Nach Tscherrigs Tod zählt das Kardinalskollegium noch 242 Männer; 118 von ihnen sind unter 80 Jahre alt und dürften aktuell einen neuen Papst wählen.


Trauerfeier mit Papst Leo XIV. für den verstorbenen Kardinal Emil Paul Tscherrig am 15. Mai 2026 im Vatikan. | © KNA
16. Mai 2026 | 14:45
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