Marsch fürs Läbe in Bern
Schweiz

Friedlicher Marsch fürs Läbe in Bern

Bern, 17.9.18 (kath.ch) Rund 1500 Personen haben am Samstag am «Marsch fürs Läbe» in Bern teilgenommen. Zu den befürchteten Konfrontationen mit Gegnern der Veranstaltung kam es nicht. An der Kundgebung wurde eine Petition lanciert, die den Bundesrat zu mehr Aktivität beim Lebensschutz auffordert.

Der «9. Marsch fürs Läbe» trug gemäss den Organisatoren ein gesellschaftliches Tabu an die Öffentlichkeit. Sie meinen damit «die zahlreichen Leiden von Frauen und Männern nach einer Abtreibung», wie der Medienmitteilung vom Wochenende zu entnehmen ist. Das Thema wurde auf dem Berner Bundesplatz von Betroffenen aufgenommen.

Vorgelesen wurden Grussbotschaften aus Europa und Afrika. Mit einer solchen hatte sich auch der päpstliche Nuntius in der Schweiz, Erzbischof Thomas E. Gullickson, an die Teilnehmenden gewandt. Unter diesen befand sich auch der Churer Weihbischof Marian Eleganti.

Vertrauensvolle Beziehungen

Die SVP-Nationalrätin Andrea Geissbühler setzte auf dem Podium die etwa 10’000 jährlichen Abtreibungen in der Schweiz in den Kontext des «verantwortlichen Umgangs mit der Sexualität». Liebe und Sex könnten wunderbar zusammengehören, sagte sie laut der Mitteilung. Vertrauensvolle Beziehungen würden auch die Abtreibungsraten senken.

Die Petition

In Bern wurde auch eine Petition lanciert. Diese fordert den Bund auf, sich ein umfassendes, wissenschaftlich gestütztes Bild über die gesundheitlichen Folgen von Abtreibungen zu verschaffen. Der Bundesrat soll sich zudem bei den kantonalen Behörden dafür einsetzen, dass in Schule, Universitäten, Beratungsstellen, Arztpraxen und Spitälern «angemessen über die schmerzlichen Folgen von Abtreibungen informiert werde». Das oberste Ziel solle wieder werden, schwangere Mütter für ein gemeinsames Leben mit dem Kind zu bewegen.

Keine Scharmützel

Im Vorfeld war es zu Drohungen gegen die Organisatoren gekommen. Zudem hatte die rechtsextreme Gruppe Pnos (Partei national orientierter Schweizer) ihre Teilnahme an der Kundgebung angekündigt. Gemäss Medienberichten blieb diese Gruppe auf dem Bundesplatz jedoch unsichtbar.

Mit einem massiven Polizeiaufgebot wurde zudem verhindert, dass ein Demonstrationszug mit dem Titel «Marsch fürs Leben stoppen» auf den Bundesplatz vordringen konnte. Die geschätzten rund 800 Teilnehmenden zogen sich nach dem ersten Kontakt mit der Polizei zurück, melden die Medien.

Der «Marsch fürs Läbe» ist international mit Lebensrechtsbewegungen vernetzt. Eine überkonfessionelle christliche Trägerschaft setze sich mit dem «Marsch fürs Läbe» mit demokratischen und gewaltfreien Mitteln für das Lebensrecht ungeborener Kinder ein, heisst es in der Mitteilung weiter. (gs)

Marsch fürs Läbe in Bern | © zVg
17. September 2018 | 16:33
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