Frankfurter Buchmesse: Buch gegen Bildschirm
Die Frankfurter Buchmesse ist eröffnet. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer spricht über die Herausforderungen der digitalen Welt.
(KNA) Die Frankfurter Buchmesse ist am Dienstagabend offiziell eröffnet worden. Zunächst ist diese Veranstaltung nur für Fachbesucher zugänglich. Ab Freitag öffnen sich die Tore auch für das breite Lesepublikum.
Anlässlich der Eröffnungsfeier am Dienstagabend warb der deutsche Kulturstaatsminister Wolfram Weimer für eine stärkere Regulierung der grossen Digitalplattformen.
Ein «diskursiver» Treibhaus-Effekt
Weimer prangerte den Diebstahl von geistigem Eigentum an. Doch sei noch nicht alles. Die «Verheiratung» von Social-Media-Diskursen und Künstlicher Intelligenz erzeuge in der Gesellschaft einen «diskursiven Treibhaus-Effekt», sagte der Staatsminister.
«Das führt dazu, dass extreme Positionen gestärkt werden und abwägende Positionen systematisch geschwächt werden. Politische Kultur wird so deformiert.»
Social-Media-Verbot nicht ausreichend
Ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche reiche nicht aus. «Wir werden Meta und Co zwingen müssen, ihre Algorithmen zu verändern.» Man können das Verursacherprinzip hier nicht ausschliessen.
«Es ist so, wie wenn vor 50 Jahren eine schmutzige Fabrik den Fluss verdreckt hat. Dann können wir politisch darauf reagieren, dass wir den Kindern verbieten, in dem Fluss zu baden. Aber eigentlich sollten wir den Verursachern verbieten, den Fluss zu verdrecken.» Die USA seien hier mit gutem Beispiel vorangegangen.
Ehrengast ist in diesem Jahr Tschechien. Dessen Kulturminister Oto Klempir wurde bei seiner Rede am Eröffnungsabend mehrfach durch Zwischenrufe und Proteste von Kritikern seiner Politik unterbrochen
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