Experte: US-«Kriegsminister» Hegseth will religiöse Militärmaschine
Neues Religionsbüro im Pentagon: Laut einem USA-Experten droht das Leitbild von US-Verteidigungsminister Hegseth, rationale Politk zu verdrängen. Warum das Auswirkungen auf Familienbild und Religionsfreiheit hat.
(KNA) Laut dem USA-Experten Arnd Henze will der US-amerikanische Verteidigungsminister Pete Hegseth mit einem neuen Religionsbüro im Pentagon die Militärseelsorge umstrukturieren.
«Er hat die wesentlichen Leute an der Spitze der Militärseelsorge gefeuert, hat ihnen vorgeworfen, dass die ganze seelsorgerliche Betreuung der Soldaten bisher viel zu woke, also viel zu wenig christlich und viel zu sehr therapeutisch ist», sagte der Autor und evangelische Theologe vor kurzem im «Deutschlandfunk»-Interview.
Religionsgemeinschaften von 200 auf 31 reduziert
Henze ergänzte, Hegseth habe die Zahl der anerkannten Religionsgemeinschaften in der Armee von 200 auf 31 reduziert. Sein Ziel sei eine Seelsorge, die dazu diene, die Truppen kriegstauglich zu halten – unter seiner persönlichen Kontrolle.
Hegseth wolle ausserdem die Homeschooling-Bewegung finanziell unterstützen, so dass Militärfamilien ihre Kinder von zu Hause nach christlichen Werten unterrichten können. «Das ist ein Teil der Umwandlung der Armee in eine dezidiert religiös geprägte, christlich geprägte Militärmaschine», so Henze.
«Maskuliner Kult»
Unter dem Begriff «spirituelle Fitness» verberge sich das Pendant zum «maskulinen Kult», den Hegseth, der sein Resort selbst bereits in Kriegsministerium umbenannt hat, in der Armee eingeführt habe.
Dieser sei «extrem frauenfeindlich und feindlich gegenüber Minderheiten, die seinem Bild vom gestählten, weissen, männlichen Körper nicht entsprechen», so der Theologe. Hegseth überlagere mit der Erzählung, die Armee habe eine geistliche Schlacht zu führen, all das, was «an praktischer, rationaler Politik in einem Ministerium geleistet werden müsste, durch eine religiöse Ideologie eines weissen christlichen Nationalismus».
Formal gelte in der Armee zwar Religionsfreiheit, doch praktisch hätten sich bereits Hunderte Soldatinnen und Soldaten beschwert, weil die Kommandeure vor Ort mit der nahen Schlacht von Armageddon und der Wiederkehr des Messias argumentiert hätten.
Wenn der Chef von oben vorgebe, wie das Ganze religiös zu lesen ist, drohe, dass auf der Ebene darunter Kommandeure versuchten, ihre Truppe religiös zu indoktrinieren und ihnen ihren Kampfeinsatz nicht mehr rational, sondern religiös erklärten, sagte Henze.
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