International

Erzbischof Vigano bei Demo mit Kritikern des Synodalen Wegs

Eine katholische Laien-Initiative hat in München gegen den Reformdialog der katholischen Kirche in Deutschland protestiert.

Das Ergebnis des Synodalen Wegs könne «nichts anderes sein als die Gründung einer von Rom getrennten Kirche», heisst es in einer am Wochenende veröffentlichten Erklärung der Initiative «Acies Ordinata». Laut einem Reporter der US-Zeitschrift «National Catholic Register» versammelten sich Gläubige unterschiedlicher Nationalitäten zum stillen Gebet vor der Theatinerkirche im Zentrum Münchens. Unter den Teilnehmern war demnach auch Erzbischof Carlo Maria Vigano, der Papst Franziskus zum Rücktritt aufgefordert hatte.

Der Historiker Roberto de Mattei sagte dem Portal «Corrispondenza Romana», einer Plattform für konservative Papstkritiker, für München habe man sich entschieden, weil dort Kardinal Reinhard Marx seinen Amtssitz habe. In der Erklärung wird Papst Franziskus zu Klarheit aufgefordert: «Er missbilligt weder die Positionen der deutschen Bischöfe noch ihr Ziel, die Ausdehnung der ‘verbindlichen’ Beschlüsse ihres ‘synodalen Weges’ auf die ganze Kirche. Wenn er ihre lehramtlichen Abweichungen teilt, soll er den Mut haben, es offen zu sagen», heisst es.

Gründung einer Kirche mit «deutsch-amazonischem Gesicht»

Die deutschen Bischöfe werden aufgefordert, «so ehrlich zu sein, den ‘synodalen Weg’ bis zu seinem logischen Ziel zu Ende zu bringen, nämlich der Gründung einer neuen Kirche mit deutsch-amazonischem Gesicht, getrennt von der katholischen, apostolischen und römischen Kirche». Die deutschen Katholiken schliesslich sollten die Zahlung der Kirchensteuer einstellen, die die «notwendige finanzielle Basis zur Durchführung des ‘synodalen Weges’ bildet».

Holzfiguren-Gegener mit dabei

Ebenfalls bei dem Münchner Protest zugegen war laut «National Catholic Register» der österreichische Aktivist Alexander Tschugguel. Er hatte während der Amazonas-Synode 2019 in Rom aus Protest gegen angeblichen Götzendienst mehrere Holzfiguren eines indigenen Künstlers aus einer Kirche entwendet und in den Tiber geworfen. Der frühere Papstbotschafter in den USA, Erzbischof Carlo Maria Vigano, trat seit rund anderthalb Jahren in München erstmals wieder öffentlich auf. Im August 2018 bezichtigte Vigano Papst Franziskus eines laxen Umgangs mit sittlichen Verfehlungen und Homosexualität im Klerus.

Mit dem auf zwei Jahre angelegten Synodalen Weg wollen die Bischöfe in Deutschland und das Zentralkomitee der Katholiken nach dem Missbrauchsskandal verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen. Die erste Vollversammlung findet Ende Januar in Frankfurt statt. (kna)

Carlo Maria Vigano | © KNA
19. Januar 2020 | 15:00
Teilen Sie diesen Artikel!