Palliativstation in einem Krankenhaus | © KNA
Schweiz
Palliativstation in einem Krankenhaus | © KNA

«Das Wohl des Kranken kann nicht in der Auslöschung seiner Existenz liegen»

Freiburg, 25.1.19 (kath.ch) Die Botschaft der Schweizer Bischöfe zum diesjährigen Welttag der Kranken hat Weihbischof Marian Eleganti formuliert. Er ruft zu einer verstärkten Sorge für die Kranken auf. Gesundheit und Krankheit hingen von den zwischenmenschlichen Beziehungen ab und bräuchten Vertrauen, Freundschaft und Solidarität. Der Welttag der Kranken wird am 11. Februar begangen.

Dies alles müsse in einem Ausmass geschehen, «dass kein Mensch auf den Gedanken kommt, sein Leben wegzuwerfen», mahnt der Churer Weihbischof, der innerhalb der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) für den Bereich «Gesundheitswesen» zuständig ist.

Leiden gehört zum menschlichen Leben

In der Botschaft, die am Donnerstag publiziert wurde, erinnert Eleganti auch daran, dass menschliches Leben aus christlicher Sicht eine Gabe Gottes ist. Das Leiden an abnehmenden Lebenskräften im Alter, an Krankheiten und im Sterben gehörten indes zur Geschöpflichkeit des Menschen.

«Sie sollen so gut wie möglich gelindert werden», schreibt Eleganti. Allerdings hätten nach christlicher Lehre auch Leiden «eine besondere Bedeutung im Heilsplan Gottes mit den betroffenen Menschen».

«Das Wohl des Kranken kann nicht in der Auslöschung seiner Existenz liegen», so Eleganti. Vielmehr müsse die Sorge für die Kranken aus christlicher Sicht über allem stehen.

Widersprüche im Umgang mit Suiziden

Der Weihbischof thematisiert zudem den Umgang mit Suiziden in der Schweiz. Hier ortet Eleganti Widersprüche. Er stellt fest, dass es einerseits Anstrengungen im Bereich Suizidprävention gibt. So wird etwa seit 2003 der Welttag der Suizidprävention begangen.

Er beklagt aber auch, dass andererseits die Präventionsfrage bei der Suizidbeihilfe, die in der Schweiz erlaubt ist, aussen vor bleibe. Und stellt die Frage, ob es einen «guten», gerechtfertigten Suizid gebe, für den sich die Organisationen für Suizidbeihilfe stark machten, und einen «schlechten», welchen die staatlichen Präventionsbemühungen verhindern wollten.

Kritik an Ausweitung von Suizidbeihilfe

Eleganti ist der Ansicht, die «zuerst propagierten, engen Grenzen» für die Suizidhilfe hätten sich als «vollkommene Illusion und bewusste Täuschung» herausgestellt. Am Anfang der Botschaft erinnert der Weihbischof an die neuen Richtlinien der Akademie der Wissenschaften (SAMW) zur Suizidbeihilfe, die innerhalb der Ärzteschaft umstritten sind und deshalb im Oktober vergangenen Jahres nicht in die Standesordnung der Vereinigung der Schweizer Ärzte (FMH) aufgenommen wurden.

Unter dem «nicht eingrenzbaren Begriff» von «unerträglichem Leiden» soll gemäss den neuen Richtlinien die Beihilfe zum Suizid durch Ärzte ausgeweitet werden, schreibt Eleganti. «Dabei wurde der Geltungsbereich auf Kinder und Jugendliche jeden Alters sowie auf geistig und psychisch Kranke und mehrfach Behinderte erweitert.»

Initiative von Papst Johannes Paul II.

Den Welttag der Kranken hat 1993 Papst Johannes Paul II ins Leben gerufen. Der 11. Februar ist in der katholischen Kirche auch der «Gedenktag Unserer Lieben Frau in Lourdes». Der französische Wallfahrtsort wird von vielen Kranken besucht. (bal)

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